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Kamenz

Immer wieder Ärger mit Müllbergen

Seit Januar ist der Pulsnitzer Bauhof für die Pflege der Wertstoffplätze in der Stadt verantwortlich. Kein leichter Job.

So hat es z.  B. im Vorjahr am Wertstoffplatz Nordstraße in Pulsnitz ausgesehen. Seit Januar ist die Stadt für die Pflege verantwortlich.
So hat es z. B. im Vorjahr am Wertstoffplatz Nordstraße in Pulsnitz ausgesehen. Seit Januar ist die Stadt für die Pflege verantwortlich. © SZ/Archiv

Gerade waren sie blitzeblank, dann sind sie wieder reinste Müllhalden – oft über Nacht, Containerstandplätze für Wertstoffe. In Pulsnitz insbesondere der Standort an der Nordstraße. Die Wertstoffsammelstellen bleiben in der Stadt ein Dauerbrenner – auch im Stadtrat jüngst wieder. 

Seit dem Jahresbeginn sind die Kommunen im Landkreis verantwortlich für die Pflege der Plätze. Dazu gibt es eine Vereinbarung mit der Kreisbehörde. Pulsnitz hat insgesamt 16 solcher Standorte. Bei jedem gebe es wohl irgendeinen Kummer, schätzte Bürgermeisterin Barbara Lüke jetzt vor dem Rat ein. Die einen beklagen, dass am Containerstandort Müll im Garten nebenan landet. Die anderen den Lärm. Aber die Nordstraße rage als Müllabladeplatz heraus. Vielleicht, weil er etwas abseits liege und Müll leichter unbeobachtet entsorgt werden kann. Den geeigneten Standort mit bestimmten Parametern, die passen, den gebe es aber nicht, ist die Erfahrung im Rathaus. Der Bauhof investiere viel Kraft in die Betreuung der Plätze. Meist rollen die Umweltsünder wohl in der Nacht an. Aber es sei unmöglich, sofort immer am Folgetag mit dem Räumkommando anzurücken, heißt es aus dem Rathaus. Für den Bauhof seien die Containerplätze leider nicht die einzige Problemzone. Am Bahnhof zum Beispiel mache der Vandalismus auch extrem zu schaffen. Tipps gebe es viele, wie den Tätern beizukommen wäre: zum Beispiel mit Wildkameras oder einer ständigen Videoüberwachung. Aber so einfach gehe das eben im öffentlichen Raum nicht, lässt Barbara Lüke wissen. Es müsse ein Brennpunkt sein. Rechtliche Fragen seien zu klären, ebenso technische wie Stromanschluss und Übertragung. Am Bahnhof will die Stadt in diesem Jahr für 5 000 Euro die Videoüberwachung erneuern.

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Nordstraße ist ein Problemfall

Intern werden derzeit unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten für die Nordstraße diskutiert. Auch, den Standort testweise stillzulegen und den Effekt zu beobachten. Gerade an der Nordstraße seien die Müllmengen extrem. Allerdings gibt es auch die Sorge, der Abfall könnte sich dann auf andere Plätze verteilen. Ein ähnliches Problem gibt es im Wittichenauer Ortsteil Spohla. Der Standort dort sei auch etwas abseits gelegen und über Jahre von Müll-Touristen heimgesucht worden. In dem Fall entschieden sich Stadt und Anwohner, den Platz abzuschaffen, damit Ruhe ist. Eine Testphase bis zum Jahresende soll zeigen, ob das etwas bringt.

In Pulsnitz kommen nach Bauhofangaben jeden Monat zwischen fünf und zehn Kubikmeter Müll an den 16 Standplätzen zusammen. Zweimal in der Woche fahre der Bauhof alle Standorte mit dem Multicar an. Eine volle Ladung Müll komme jedes mal zusammen. Offenbar bringen die Täter sogar Hausmüll gleich anhängerweise im Schutz der Dunkelheit und laden ihn ab. Auch Essensreste, als hätten sie gerade den Kühlschrank ausgeräumt. Eine echte Schweinerei, klagen die Bauhofmitarbeiter. Mit Zeugen sei es eher schwierig. Aber es seien Berge von Abfall: Sofas, Schränke, Teppichboden, auch Kanister mit Schadstoffen würden heimlich entsorgt. Oft auch große Pappen, zum Beispiel von Heizkörpern. Manchmal sammeln die Bauhofmitarbeiter auch Indizien, die auf Täter hindeuten und geben Adressen ans Landratsamt zur Recherche. Die würden auch immer wieder auf Auswärtige hindeuten - aus dem Raum Dresden, Radeberg, Meißen. Allerdings habe es bisher keine Information gegeben, ob auch mal ein Täter ermittelt werden konnte.