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Immun gegen Logik? Aber gern!

Schon kleine Denkfehler können Mandate und Giga-Feiern retten, meint SZ-Redakteur Gunnar Saft in seiner Kolumne "Sächsisch betrachtet".

Gunnar Saft ist Redakteur im Ressort Politik/Sachsen.
Gunnar Saft ist Redakteur im Ressort Politik/Sachsen. © ronaldbonss.com

SIND Politiker zu schlau oder sind wir zu doof? So trickst jetzt auch der Bundestag wie Sachsens Landtag schon seit vielen Jahren. Angehalten, das aufgeblähte Parlament zu verkleinern, ließen sich die Berliner mit einer Reform, die zu weniger Mandaten führen soll, derart viel Zeit, dass die nicht mehr vor der Bundestagswahl 2021 umgesetzt werden kann. Angeblich soll das nun rechtzeitig zur Wahl 2025 passieren. Und genau das ist der Trick. Auch Sachsens Landtag redet oft und gern von Verkleinerung, was aber stets so endet: Upps, zu spät, sicher das nächste Mal! Meine Wette: In Berlin und Dresden klappt das weder 2025 noch 2029, weil unsere Politiker einfach zu schlau und wir – na ja, nicht schlauer sind.

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ABER merken wir uns: Wer sich so gut verrechnen kann, dass es keiner mitkriegt, hat mehr Erfolg in der Politik. Irgendwann kommt sogar die Bundeskanzlerin darauf. Bis dahin aber darf unser Ministerpräsident Michael Kretschmer am 5. September so viele Gäste zur 30-Jahre-Sachsen-Fete nach Aue einladen wie er will: nämlich 2.000! Dass Frau Merkel erst diese Woche verkündete, Großveranstaltungen sollen bis Jahresende wegen Corona verboten bleiben, ficht einen Freistaat-Kanzler nicht an. Der rechnet einfach mit dem Kleingedruckten: Für Familienfeiern gilt keine Obergrenze? Na also, der ganze Sachsen-Clan darf feten.

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UND noch was: Ab Dienstag drohen hierzulande 60 Euro Bußgeld für alle Maskenmuffel. In Bayern kostet das 250 Euro, in Sachsen-Anhalt nix. Preisfrage: Wie lange muss ich in welchem Bundesland in Quarantäne, bis ich vom gesparten Geld für nicht gekaufte Masken Frau Merkel eine Eintrittskarte für die Fete in Aue bezahlen kann? Wer darauf eine Antwort findet, ruft bitte sofort nach seinen Arzt oder Apotheker!

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