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Hoyerswerda

In den Spreewald auf Inlineskatern

Der Zeißiger Dietrich Busch führt ein sehr bewegtes Leben.

Von Kindesbeinen an hat sich Dietrich Busch (vorn im weißen Trikot) sportlich betätigt. Auch im Senioren-Alter ist er weiterhin in Bewegung.
Von Kindesbeinen an hat sich Dietrich Busch (vorn im weißen Trikot) sportlich betätigt. Auch im Senioren-Alter ist er weiterhin in Bewegung. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Zeißig/Hoyerswerda. Bewegung ist doch Leben.“ Dieser Satz könnte ohne Weiteres als Überschrift über dem Leben des Zeißiger Rentners Dietrich Busch stehen, denn Sport gehört für ihn schon von klein auf dazu.

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Als Schüler war er Geräteturner und lernte dabei, das Gleichgewicht zu halten und seinen Körper in unterschiedlichen Bewegungsabläufen zu beherrschen. Als Jugendlicher begann er zu joggen, und im Winter war er mit Langlaufskiern unterwegs, denn längere Strecken in der Natur zurückzulegen, „das war meins“, erzählte Dietrich Busch. Wenn in der Lausitz Schnee lag, war er auch hier auf Skiern unterwegs als Mitglied des Langlaufski-Vereins Hoyerswerda, einem Freizeitangebot des damaligen VEB Robotron Elektronik. Ende der 1980er-Jahre wurde Dietrich Busch Übungsleiter, weil ihm wichtig war, auch andere Menschen zur regelmäßigen Bewegung anzuhalten. Mit dem Ende der DDR wurde der Betrieb abgewickelt.

Ausprobiert und drangeblieben

Der Verein zerfiel, doch Sport trieb Dietrich Busch fortan privat weiter. In den 1990er-Jahren probierte er am Rande einer Sportveranstaltung die Inliner eines Freundes aus und fand Gefallen an der gleitenden Bewegung des ganzen Körpers und der hohen erzielten Geschwindigkeit.

Weil ihm der Ausdauerlauf all das nicht bieten konnte, wechselte Dietrich Busch zum Inlineskaten. Im entstehenden Lausitzer Seenland fand er geeignete Übungsstrecken und begann, für Wettkämpfe zu trainieren. Als er seine Zeiten verbessert hatte, startete er in der Lausitz und deutschlandweit bei Wettkämpfen. Auf den schnellen Rollen absolvierte Dietrich Busch unter anderem den Halbmarathon am Lausitz-Ring und den Spreewaldmarathon. „Mein größter Erfolg war der Deutsche Meistertitel über 100 Kilometer im Speed-Inlineskating in München in der Altersklasse 70“, erzählte Dietrich Busch. Um an einem 12-Stunden-Staffelwettbewerb in Erfurt teilnehmen zu können, hatte er Skater seiner Altersklasse aus ganz Deutschland zusammengetrommelt, denn der Erhalt der Sportart liegt ihm am Herzen.

Privates Ausdauersport-Event

Zum Ende seiner Wettkampflaufbahn hat Dietrich Busch im Jahre 2014 damit begonnen, seinen Geburtstag zu einem privaten Ausdauersport-Event zu entwickeln. Seitdem rollen er und ein Freund jedes Jahr an diesem Tag auf Inlinern von Hoyerswerda nach Burg im Spreewald und zurück. Weitere Kameraden sind auf Fahrrädern dabei, und ein Begleitfahrzeug sorgt für die Sicherheit der Sportler. „Die Gesamtstrecke ist ca. 140 Kilometer lang. Danach wird noch zu Hause gefeiert“, erzählte der Fan des geruhsamen Ausdauersports. Am 14. Juni wurde Dietrich Busch 76 Jahre alt.

Eine hilfreiche Grundfitness

Das alles klingt so, als bräuchte der sportliche Senior nie einen Arzt. Das stimmt leider nicht, denn er hatte auch schon ernstzunehmende Erkrankungen. Durch seine gute Grundfitness konnte er aber seine körperliche Leistungsfähigkeit mit der Unterstützung von Reha-Maßnahmen recht schnell wieder herstellen. Sobald es ging, begann er wieder mit Inlineskating und Wandern, denn „Bewegung ist doch Leben“, ist sich Dietrich Busch sicher.

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