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In der CDU beginnt das Gerangel um Parlamentssitze

Die Wahlen 2009 in Land- und Bundestag wecken bei vielen Kandidaten Begehrlichkeiten.

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Von Peter Anderson & Ulrike Körber

Frühes Kommen sichert die besten Plätze. In der Elbland- CDU bringen sich die ersten Kandidaten für die Land- und Bundestagswahlen 2009 in Position.

Wahlkreis Riesa

Sachsens Justizminister Geert Mackenroth (CDU) führt derzeit „enge Gespräche“ mit den Ortsverbänden im Wahlkreis Riesa. „Wir beschnuppern uns und schauen, ob wir zueinander passen könnten“, sagte Mackenroth gestern auf SZ-Nachfrage. Auch praktisch ist der 57-Jährige inzwischen mit Riesa auf ganz enge Tuchfühlung gegangen. Mackenroth wechselte zum Riesaer Stadtverband. Und die Riesaer wollen den Minister kräftig bei seiner Kandidatur für einen direkten Landtagssitz unterstützen. Die Vorsitzende des Stadtverbandes Ingeborg Reinacher ist jedenfalls begeistert von dem neuen Mann. „Mackenroth ist kein Taktiker, sondern er ist einer, der sagt, was er denkt“, beschreibt sie ihn. So einen Mann brauche Riesa jetzt. Erst recht nach der langen schlechten Zeit, so Reinacher. Gemeint ist die Durststrecke, die durch das Ausscheiden von Ex-OB Wolfram Köhler (CDU) Anfang 2005 entstanden war. Die schief gegangene Vergabe der Landesgartenschau zeige doch deutlich, dass ein direkter Draht nach Dresden fehle, um etwas zu erreichen, so Ingeborg Reinacher. Riesa benötige einen Kämpfer für die Region. Mit Mackenroth glaubt Reinacher diesen Kämpfer nun gefunden zu haben.

Wahlkreis Grossenhain

Wie seit längerem angekündigt möchte der Großenhainer Landtagsabgeordnete und Ex-Innenminister Horst Rasch (CDU) 2009 aus dem Dresdner Landtag ausscheiden und wieder Ingenieur sein. „Ich würde mir wünschen, dass dies der Anlass für einen Generationswechsel im Wahlkreis ist“, sagte Rasch gestern. Es sollten nicht nur Ende-Vierziger bis Mitte-Sechziger im Parlament des Freistaats sitzen. Wer im Großenhainer Land für die CDU in den Wahlkampf starten solle, hätten allerdings die Christdemokraten im Wahlkreis zu entscheiden. Mit einer Entscheidung rechnetRaschfrühestensimHerbst.

Wahlkreis Dresdner Land

Platzhirsch Matthias Rößler (CDU), der seit 1990 für Dresden-Land, im sächsischen Parlament sitzt, liebäugelt mit Berliner Luft. Damit kommt Bewegung in den Wahlkreis Radebeul, Coswig, Moritzburg und Radeburg. Sollte Rößler im Großkreis Meißen für den Bundestag nominiert werden, würde sein Sitz im Dresdner Landtag frei. Die Interessenten dafür halten sich noch bedeckt. Als Mitbewerber um das Berliner Mandat wird der Radebeuler Christdemokrat und Vollblut-Politiker Dr. Ulrich Reusch gehandelt.

Wahlkreis Meissner Land

Karin Strempel (CDU) im benachbarten Meißner Wahlkreis hat keine Wechselabsichten. Sie will erneut versuchen, für die Christdemokraten einen Dresdner Parlamentssitz zu holen. „Ich bin von Anfang an dabei und sehe mit Freude, wie sich die Aufbauarbeit allmählich auszahlt“, so die 47-Jährige.