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In der Dresdner Neustadt versiegen die Brunnen

Am Neustädter Bahnhof sprudelt es schon lange nicht mehr, aber auch am Albertplatz und an der Böhmischen Straße sinddie Brunnen abgestellt.

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Dresden. Die Stadt hat kein Glück mit seinen Brunnen. Während das als Panzerdusche bezeichnete Wasserspiel vor dem Schauspielhaus mit Glück gerade mal sprudelt, sitzen drei Brunnen in der Neustadt auf dem Trockenen.

Symbol für das Dilemma ist der Schlesische Platz. Im April 2007 eingeweiht, floss schon drei Monate später kein Tropfen mehr aus den Düsen. Immer wieder stoppten Keime und Dreck das Wasserspiel. Die Anlage kostete die Stadt über 240000 Euro. Jetzt sind die 18 Düsen des 25 Meter großen ebenerdigen Springbrunnens mit Stahlplatten zugeschraubt. Staub liegt auf dem Granit.

Ohne Wasser ist zudem der Brunnen an der Ecke Böhmische Straße/Alaunstraße. Das Wasser des Artesischen Brunnens auf dem Albertplatz ist zurzeit abgestellt, Bakterien haben es verunreinigt. Sobald die Temperaturen wieder sinken wird der Brunnen wieder laufen. Ob der Born an der Böhmischen Straße dagegen jemals wieder in Betrieb genommen wird, ist ungewiss. Immer wieder wurde er von Vandalen verstopft oder abgeklebt, das Wasser schoss in die Höhe. Um weitere Schäden zu verhindern, stellte die Stadt die Anlage ab.

In Dresden befinden sich insgesamt mehr als 300 Brunnen und Wasserspiele, von denen ein Teil der Stadt Dresden gehört und vom Grünflächenamt betreut wird. Erste Brunnen in Dresden gab es übrigens bereits im 15.Jahrhundert. Der älteste erhaltene Brunnen ist der Queckbrunnen, der 1461 entstand. Vor allem zur Zeit des Barocks wurden in Dresden zahlreiche Brunnen konzipiert, die teilweise noch heute erhalten sind. Im barocken Zwinger-Areal befinden sich über 20 Brunnen. (SZ)

Gerade erschienen ist in der editionSZ der Bildband „Die schönsten Brunnen in und um Dresden“, von Jörg-R. Oesen und Eberhard Grundmann. Im Buchhandel für 9,90 Euro.