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Döbeln

In der Insolvenz geht es bei Syko weiter

Die Firma hat derzeit volle Auftragsbücher. Der Insolvenzverwalter hat mit dem Unternehmen Pläne.

Geschäftsführer Alexander Ludwig in der Fertigungshalle von Syko an der Leisniger Straße in Döbeln.
Geschäftsführer Alexander Ludwig in der Fertigungshalle von Syko an der Leisniger Straße in Döbeln. © Dietmar Thomas

Döbeln. Anfang des Monats ist das Insolvenzverfahren über die Döbelner Stahl- und Fassadenbaufirma Syko eröffnet worden. Deren Inhaber hatte Ende Januar Zahlungsunfähigkeit angezeigt. Das Geschäft läuft auch im Insolvenzverfahren weiter. Bis Ende Februar hatten die rund 40 Mitarbeiter der Firma Insolvenzausfallgeld erhalten.

Insolvenzverwalter Dr. Lucas F. Flöther aus Dresden führt den Geschäftsbetrieb angesichts der ausreichenden Auftragslage bis auf weiteres fort, so ein Sprecher des Verwalters auf Anfrage unserer Zeitung. Die Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer könnten aus den laufenden Umsätzen gezahlt werden.

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Die operative Führung des Unternehmens liegt bei Alexander Ludwig, dem Geschäftsführer von Syko. Die Auftragsbücher seien für vier bis fünf Monate gefüllt, sagte Ludwig. „Wir wissen allerdings noch nicht, was die Corona-Krise bringt.“ Bisher seien noch keine Baustellen gestoppt worden. Die Firma werde den Fokus auf das Servicegeschäft statt auf Großaufträge legen. „Täglich kommen Aufträge im Servicebereich aus ganz Deutschland herein“, sagte Ludwig.

Die Firma verdient ihr Geld mit Aluminium- und Holz-Aluminium-Konstruktionen, etwa Fenstern, Fassaden und Wintergärten. Zwei weitere Geschäftsbereiche sind der Stahl- und der Blechbau. In die wirtschaftliche Schieflage ist die Firma aus Darstellung des Geschäftsführers vor einigen Jahren gekommen, weil drei Auftraggeber der öffentlichen Hand Geld wegen angeblicher Baumängeln zurückgehalten hatten. In einem Falle allein 280.000 Euro, sagte Ludwig. „Bis 2016 hatten wir nie Probleme.“ Seit 2018 habe er den Versuch unternommen, die Firma zu konsolidieren und etwa 25 Stellen abgebaut. Ludwig räumte auch Fehler ein. Er habe auf Leitungsebene falsche Leute eingestellt und sie nicht richtig kontrolliert. Ludwig geht davon aus, dass seine Firma gestärkt aus dem Insolvenzverfahren hervorgeht.

Aber welche Pläne verfolgt der Insolvenzverwalter? Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb an einen Investor zu übertragen, der die Kundenaufträge fortführt, so der Sprecher. Rechtsanwalt Flöther habe bereits entsprechende Investorengespräche aufgenommen. „Wie lange dieser Prozess andauern und ob ein Personalabbau nötig sein wird, lässt sich zurzeit noch nicht absehen“, so der Sprecher weiter. Einer der Gründe für die wirtschaftliche Schieflage sei die Überschuldung des Unternehmens.