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In der Kegelhalle trifft sich das Dorf

Schönbrunn. Vereine sorgen für Abwechslung und Zusammenhalt. Auch andere Gruppen nutzen die Sporthalle gern.

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Von Verena Mann

Heute sind wir nur ein kleines Häufchen“, sagt Ilona Scheumann, die seit über zehn Jahren die Schönbrunner Freizeitkeglerinnen zusammenhält. „Sonst sind wir meist sieben Frauen zwischen 40 und 73 Jahren, die mittwochs die Kugeln auf alle Neune ansetzen.“ – Am Mittwoch dieser Woche ließen Ilona Scheumann, Ina Nawrath und Traudel Wenzlaw aber lieber die kleineren Billardkugeln über den grünen Tisch rollen. „Wenn wir so wenige sind, macht das mehr Spaß“, ist sich das Trio einig.

Viele engagieren sich

Ina Nawrath, die Pohlaerin, kommt seit Mitte der 90er Jahre zum Kegeln nach Schönbrunn. „Hier ist es immer lustig. Wer daheim bleibt, ist selbst schuld“, sagt sie. Traudel Wenzlaw muss manchmal den inneren Schweinehund überwinden. „Aber wenn wir alle vereint sind, ist es eben immer wieder schön“, fügt die „Alterspräsidentin“ hinzu. Bei den Kegelfrauen geht es, ebenso wie bei den Kegel- oder Billardmännern, ihr Treffpunkt ist immer dienstags, nicht allein um den sportlichen Wettstreit. Freunde treffen, die Gemeinschaft pflegen und dabei auch noch für etwas Bewegung sorgen, das vereint sie – 52 Wochen im Jahr.

Der sportliche Wochenauftakt obliegt der Frauengymnastikgruppe. „Unseren Treff haben wir auch am Rosenmontag nicht ausfallen lassen“, sagt die langjährige Übungsleiterin Brigitte Heger. Da sei ganz schön was los gewesen. Das gesellige Rosenmontagstraining habe die Frauen fast noch mehr außer Puste gebracht, als es sonst der Fall sei. Der Schönbrunner Sportverein, ihn gibt es seit 1986, sorgt im Ort für Abwechslung und Zusammenhalt. Außerdem ist er als Pächter der Sporthalle auch Ansprechpartner, wenn sich hier jemand für eine Familien- oder Betriebsfeier einmieten möchte. Vereinsvorsitzender Klaus Heger betont: „Ich hab’s mal überschlagen. Rund zehn Prozent der Schönbrunner Einwohner sind in unserem Verein aktiv. Was nicht heißt, es könnten nicht noch ein paar mehr sein, die sich zum Mitmachen aufrappeln.“

Eine andere Säule für Schönbrunner Freizeitaktivitäten ist der Dorfclub. Seit 2003 sorge er mehrmals im Jahr dafür, dass die Schönbrunner nicht vergessen, wie gut dörfliche Gemeinsamkeit funktionieren kann. Raik Redent und seine Mitstreiter nehmen sich beispielsweise des alljährlichen Hexenbrennens an, veranstalten gemeinsam mit dem Jugendclub das Schanzenfest und sorgen dafür, dass es ein Nikolausfest bei der Feuerwehr gibt und eine zünftige Silvesterparty im Dorf steigt. „Sonst haben wir das Jahr mit einer Winterwanderung eröffnet, aber diesmal wird es wohl einen Start in den Frühling geben“, sagt der Dorfclubvorsitzende. Er lobt auch das unkomplizierte Miteinander im Ort. Ob die Mädels und Jungs vom Jugendclub, die Feuerwehr oder der Sportverein, auf alle sei Verlass und das tue einfach gut. Regelmäßig lädt auch die Ortsgruppe der Volksolidarität zu ein paar geselligen Stunden ein. Monika Leuthold und Gisela Schreier sind die rührigen Organisatoren. Spielenachmittage, Dia-Vorträge und vieles mehr veranstalten sie. Treffpunkt ist, wie auch bei den anderen Vereinen, die Kegelhalle. „Wir sind froh, das Objekt zu haben“, sagt Gisela Schreier. Sie, die ehemalige Neu-Schönbrunnerin, die längst in Bischofswerda wohnt, zieht es aber immer wieder zu den Leuten im Ort. „Wir verstehen uns einfach prima“, sagt sie.

Angebote für Jung und Alt

Mehrmals im Jahr macht auch die Ortsfeuerwehr was los. Dieses Jahr wird im Juni das 85-jährige Bestehen der Wehr gefeiert. Ortswehrleiter Ronny Schwarz verspricht: „Da machen wir am 7. und 8. Juni rund ums Feuerwehrhaus Einiges.“ Jeden Tag können junge Leute am Bauwagen an der Schanze Freunde treffen. „Ab 17, 18 Uhr ist bei uns immer jemand da“, sagt Jugendclubchef Marcel Möckel. Größere Höhepunkte, wie das Schanzenfest, organisiere die Jugend gemeinsam mit anderen Vereinen. Das laufe einwandfrei. „Wir sind einfach gerne Schönbrunner“, sagt er.