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In der Mini-Variante ein Besuchermagnet

Hoyerswerdaer Braugassentheater 2020 fand einmal mehr Anklang – bei den Gästen, aber auch bei den Künstlern.

Tridicoulus aus Berlin waren beim Mini-Braugassentheater der KulturFabrik Hoyerswerda am Sonntag Publikums-Lieblinge – wie wohl diesmal durchweg alle Künstler.
Tridicoulus aus Berlin waren beim Mini-Braugassentheater der KulturFabrik Hoyerswerda am Sonntag Publikums-Lieblinge – wie wohl diesmal durchweg alle Künstler. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Egal, ob Corona-Pandemie oder nicht, das Braugassentheater ist immer ein Höhepunkt des Sommerprogramms der KulturFabrik (KuFa) Hoyerswerda, welches zum Boulevard Altstadt gehört. Zur diesjährigen Miniatur-Variante der Veranstaltung ohne die sonst übliche Nutzung des Marktplatzes kamen wieder viele Gäste, die zunächst im KuFa-Sommergarten stimmungsvolle Tangomusik hören konnten. Es musizierte das deutsche Orchester „Tango Misterio“, und dazu tanzten Paare, die in der KuFa Tangokurse besuchen. 

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Auch Anke und Olaf Kühne aus Laubsdorf (Landkreis Spree-Neiße) tun das und sie freuten sich, wieder einmal nach live gespielten argentinischen Rhythmen ihre Leidenschaft ausleben zu dürfen. Über drei Monate tanzte das Paar, das nebenberuflich selbst Tangokurse gibt, nur zu Hause. Kontakte mit den Tangofreunden wurden nur per Mail und Telefon gehalten. „Für mich war das ganz schlimm“, sagte Anke Kühne.

Am Parkplatz der KuFa brachte derweil das amerikanisch-deutsche Comedy-Duo „Bobarino und Fräulein Döpp“ die Zuschauer zum Lachen. Dann trat das Artisten-Trio „Tridicoulus“ aus Berlin auf. Die drei begeisterten mit einem Mix aus Gesangs-, Breakdance-, und Akrobatiknummern sowie Beatboxing. Letzteres meint, nur mit dem Mund Schlagzeug- und Percussion-Instrumente zu imitieren und als einziges Hilfsmittel ein Mikrofon zu benutzen, erklärte Semion Bazavlouk.

Für ihre Programme, wozu auch die in Hoyerswerda gezeigte Kurzversion gehört, konnten sie sich während des Lockdowns nur jeder allein zu Hause fit halten. Per Telefon und Internet haben die jungen Männer, die aus Israel und der Ukraine stammen, neue Konzepte entwickelt und seit einigen Wochen nutzen sie einen Park, um endlich wieder miteinander ihre Choreografien zu üben. Finanziell sei es jetzt schwierig, denn der Auftritt beim Braugassentheater war erst ihr zweiter nach der Lockerung der Corona-Regelungen.

Die staatlich gewährte Soforthilfe ermöglichte der Truppe, bis jetzt am Markt zu bleiben, sagte Semion Bazavlouk. Sein Artistenkollege Rostyslav Hubaydulin erzählte, dass er zum Glück als Produktfotograf einige Einnahmen hat. Dennoch zähle jedes Engagement: „Wir sind sehr glücklich, von der KuFa eingeladen worden zu sein“, sagte Ihor Yakymenko, denn Künstler sind besonders in der Corona-Zeit auf ambitionierte Veranstalter angewiesen.

Und wie sahen’s die Besucher? Helga Kopischke aus Hoyerswerda gefiel besonders das Trio Tridicoulus, denn sie gehörte als junge Frau selbst zu einer Hobbyartistik-Truppe. Das Braugassentheater nannte die Seniorin „ein Lebenselixier“, denn durch die Corona-Pandemie gibt es nur wenig Kulturveranstaltungen.

Aufritt Fräulein Döpp: Sie ist Teil des Comedy-Duos mit Bobarino Gravittini und war beim Mini-Braugassentheater der KulturFabrik Hoyerswerda.
Aufritt Fräulein Döpp: Sie ist Teil des Comedy-Duos mit Bobarino Gravittini und war beim Mini-Braugassentheater der KulturFabrik Hoyerswerda. © Foto: Katrin Demcenzko

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