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In der Neustadt dampft das Schwein

Wo bis vor Kurzem noch Kleidung verkauft wurde, können Gäste jetzt Burger mit geräuchertem Fleisch essen.

© André Wirsig

Von Sarah Grundmann

Das riesige schwarze Trinkgeldschwein auf dem Tresen ist nicht das Einzige im neuen Imbiss „Dampfschwein“. Denn der Name des Lokals ist nicht nur auf dem Teller Programm. Wer Interesse hat, kann sich in den Räumen des Restaurants in der Louisenstraße 26 auf die Suche nach weiteren kleinen Vierbeinern mit der Steckdosennase machen. „Sogar auf dem Klo sind sie versteckt“, sagt Otto Maurer lachend.

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Der 28-Jährige ist einer der drei Besitzer des Restaurants. Das hat kürzlich eröffnet – als erstes Lokal in Dresden, das sogenanntes „pulled pork“ anbietet. Der Begriff bezeichnet ein typisch amerikanisches Grill-Gericht. Dafür wird Schweinefleisch bis zu 15 Stunden geräuchert. Danach ist es so saftig, dass man es mit den Händen zerrupfen kann – daher kommt auch sein Name.

Im „Dampfschwein“ können Gäste das Prozedere hautnah beobachten. „Gedampft wird unser Fleisch allerdings außerhalb“, so der Gastronom. „Sonst hätten wir hier wegen des Geruchs wahrscheinlich schnell Probleme mit unseren Nachbarn.“ Dann wird es verschweißt, in die Louisenstraße gebracht und dort noch einmal erhitzt. „Und hier wird es dann von unseren Mitarbeitern direkt vor den Gästen zerpflückt und auf verschiedenen selbst entworfenen Brötchen zum Burger angerichtet“, erklärt der Restaurantbesitzer.

Mit dem klassischen Burger-Image wollen die Besitzer aber nichts zu tun haben. „Bei dem Wort denken die meisten sofort an schnelles und einfaches Essen – an Fast Food halt“, sagt der Existenzgründer. „Bei der langen Räucherzeit kann davon aber sicherlich keine Rede sein. Unsere Gerichte sind eher Slow Food.“

Auch an eine Variante für Vegetarier hat Maurer gedacht. Der Keinschwein-Burger ist mit geräuchertem Tofu belegt. „In der Neustadt muss man auch an diejenigen denken, die kein Fleisch essen“, sagt er. Der Gastronom und seine Mitbesitzer sind aber alle leidenschaftliche Fleischliebhaber.

Auf die Idee kamen die drei Freunde deshalb auch durchs Probieren. „Mein Kollege hat pulled pork gegessen und war begeistert“, so der junge Imbissbesitzer. „Da sind wir einfach ins kalte Wasser gesprungen und haben das Lokal aufgemacht.“ Den Nerv der Neustadt scheinen sie damit getroffen zu haben. „Der Laden ist so gut angelaufen, dass wir bald auch einen Lieferservice und ein Catering-Angebot aufmachen wollen.“