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In Diesbar-Seußlitz wird eingeschenkt

Am Wochenende laden die hiesigen Winzer zu den Tagen des offenen Weingutes ein. Trotz aller widrigen Umstände.

Alexa Raum füllt in ihrer Klarissenklause in Seußlitz drei Gläser für eine Verkostung hiesigen Weines. Zum Wohl!
Alexa Raum füllt in ihrer Klarissenklause in Seußlitz drei Gläser für eine Verkostung hiesigen Weines. Zum Wohl! © Jörg Richter

Diesbar-Seußlitz. Die Trauben an der Klarissenklause von Bernd und Alexa Raum hängen wie gemalt unterm Terrassendach. Sie versprechen einen guten Jahrgang. Trotz der langen Dürre im Sommer. Diese Weinstöcke seien es gewöhnt, wenig gegossen zu werden, verrät die Hobbywinzerin. Die Wurzeln reichen zehn bis zwölf Meter weit in die Erde und holen sich von dort das Wasser, das sie brauchen.

Der Wein, der hier hängt, gehört zur Sorte Phoenix. Nächsten Dienstag soll er gelesen werden. Also nach den Tagen des offenen Weingutes. Am Wochenende sollen die Trauben noch schmückendes Beiwerk sein. Dann, wenn hoffentlich wieder viele Gäste Sachsens bekanntestes Elbweindorf mit seinen Gaststätten und Besenwirtschaften besuchen. 

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Das erlebt gerade eines der schwierigsten Jahre überhaupt. Und das hat nicht nur mit Corona zu tun. "Fähre, Schiff und Straßenbau", nennt Alexa Raum die gravierendsten Einschnitte neben der Pandemie. Im Frühjahr war Diesbar-Seußlitz eine Sackgasse, weil die Ortsdurchfahrt vom Schloss bis zum Brummochsenloch neu asphaltiert wurde. Dann kam die Nachricht, dass der Dampfer wegen der drohenden Insolvenz der Sächsischen Dampfschiffahrt in Diesbar-Seußlitz nicht mehr anlegt. Und als sei das noch nicht genug, fuhr monatelang keine Fähre nach Niederlommatzsch.  

Wieder mehr Gäste Dank der Fähre

Der Straßenbau ist fertig. Und seit Kurzem ist auch die Fähre wieder im Einsatz. Rechtzeitig zu den Tagen des offenen Weingutes läuft der Tourismus entlang des Elbradweges wieder an. Einen Vorgeschmack gab es am vergangenen Wochenende. "Da haben wir richtig zu tun gehabt", bestätigt die zweite Diesbar-Seußlitzer Ortsweinkönigin von 1972 bis 1974. Trotz Corona und Schulanfang erwartet sie am Sonnabend und Sonntag noch mehr Andrang. 

Normalerweise sitzen die Gäste in der Klarissenklause dicht beieinander. Diesmal müssen Abstandsregeln bedacht werden. Familie Raum hat deshalb extra auch ihre Garage leergeräumt und ein paar Tische und Stühle hineingestellt. Die Bewirtung wurde auf Selbstbedienung umgestellt. Fettbemmen, Wurst, Flammkuchen und natürlich Wein werden nicht mehr an den Tisch gebracht, sondern werden ausgereicht. "Das auch schon zu Himmelfahrt gut angenommen wurden", sagt Alexa Raum.

Für Livemusik sorgt hier der Tauschaer Jörg Trentzsch mit Gitarre und Trompete. Und wenn die Klarissen-Wirtin zwischendurch etwas Luft hat, nimmt auch sie ihre Gitarre und singt ihre Weinlieder, die sie vor ein paar Jahren sogar auf einer CD veröffentlichte.

Auch das Weingut Lehmann öffnet seinen Weinkeller, um mit Gästen anzustoßen.
Auch das Weingut Lehmann öffnet seinen Weinkeller, um mit Gästen anzustoßen. © Jörg Richter

An der 21. Auflage der Tage des offenen Weingutes , die der Tourismusverband Elbland Dresden jedes Jahr am letzten August-Wochenende initiiert, nehmen in diesem Jahr 43 Weingüter, Besenwirtschaften und Weinbaubetriebe teil. Offizielle Partner in Diesbar-Seußlitz sind das Weingut Lehmann und das Weingut Jan Ulrich sowie in Niederlommatzsch der Weinhof Günther. Alle drei Winzer werben mit Weinverkostungen. Bei Lehmanns können die Gäste den Weinkeller besichtigen, bei Ulrichs das Kelterhaus und den Terrassen-Weinberg. 

Darüber hinaus laden auch die anderen hiesigen Gaststätten, wie z. B. der Landgasthof "Zum Roß" und das "Weinreich" in Diesbar-Seußlitz sowie die "Elbklause" in Niederlommatzsch zum Verweilen ein. Auch dort wird der gute sächsische Wein ausgeschenkt.  

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