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Döbeln

In diesem Laden gibt es nichts zu kaufen

Die Initiative „Frischer Wind für Leisnig“ hat einen Gewebeladen eröffnet. Er soll Anlaufstelle für Leisniger sein und alle, die es (vielleicht) werden wollen.

Stefan Orosz (links) und Martin „Andy“ Anderfuhren rücken im Gewebeladen das Mobiliar zurecht. Der Laden hat am Mittwoch als Anlaufstelle der Initiative „Frischer Wind für Leisnig“ an der Kirchstraße eröffnet.
Stefan Orosz (links) und Martin „Andy“ Anderfuhren rücken im Gewebeladen das Mobiliar zurecht. Der Laden hat am Mittwoch als Anlaufstelle der Initiative „Frischer Wind für Leisnig“ an der Kirchstraße eröffnet. © Christian Essler

Leisnig. Das Haus an der Ecke Altmarktgässchen/Kirchstraße ist ziemlich unscheinbar. Früher soll es im Erdgeschoss eine Näherei gegeben haben. Die letzten Jahre stand das Geschäft überwiegend leer. Nun heißt es wieder „Hereinspaziert“ – in Leisnigs wahrscheinlich einzigen Laden, in dem es nichts zu kaufen gibt.

Trotzdem soll der Besuch dort eine Bereicherung sein. Das zumindest wünschen sich die Initiatoren. Das sind die Mitglieder der Initiative „Frischer Wind für Leisnig“. Einer von ihnen ist Martin „Andy“ Anderfuhren. Er hatte die Idee für den „Gewebeladen“. Das Webe im Namen soll dafür stehen, Kontakte zu knüpfen, gemeinsam Ideen zu entwickeln, sich auszutauschen.

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Die ersten festen Nutzer wollen die beiden neuen Stadträte Maria-Christin Anderfuhren (Grüne) und Stefan Orosz (Linke) sein, die beide ebenso zur Initiative gehören. Sie wollen regelmäßig als Ansprechpartner vor Ort sein, feste Termine aber erst noch verabreden. Auch anderen demokratischen, auf dem Grundgesetz basierenden Parteien bietet Anderfuhren die Räume an.

Die beiden Räte wünschen sich, wie Orosz sagt, an dieser Stelle mit den Leisnigern in Kontakt zu kommen. Sie wollen Hinweise und Wünsche engegennehmen – und Dinge erklären, die am Rande einer Stadtratssitzung vielleicht nicht verstanden worden sind. „Wir wollen die Leute einbeziehen“, sagt Orosz. „Transparenz ist uns wichtig“, so Anderfuhren.

Eine kommunalpolitische Nutzung des Gewebeladens ist aber längst nicht alles, was ihm vorschwebt. Der Tragnitzer lädt genauso Vereine und Gruppen wie die AG Stadtaktiv oder den Grünen Stammtisch ein, sich im Gewebeladen zu treffen. „Mit dem Alternativen Jugendzentrum sind wir im Gespräch und könnten uns hier, an zentraler Stelle, eine Jugendberatung vorstellen“, so Anderfuhren.

Außer einem Schreibtisch gehören noch ein Sofa, mehrere Stühle und ein Beratungstisch zur bisherigen Ausstattung. Im Winter soll ein Kaminfeuer für wohlige Wärme sorgen. Der Ofen ist neu gesetzt – aus Klinkersteinen, die etwas Ursprüngliches ausstrahlen. Genau das ist auch in den übrigen Räumen gewünscht. Dort ist nur teilweise Farbe an den Wänden, ansonsten der reine Putz zu sehen. „Absichtlich“, sagt Martin Anderfuhren. Zum einen tue es dem Gemäuer nach langer Zeit der Nichtnutzung gut. Und zum anderen sei das gerade bei jungen Leuten total angesagt. Sie würden auf Wohnungen im Industriedesign mit alten Betonböden und unverputzten Steinwänden stehen, hat der Tragnitzer beobachtet. Er ist beruflich als Dienstleister für Vermieter und Mieter in Leipzig unterwegs.

Inzwischen ist er aber auch Hausbesitzer in Leisnig geworden. Zusammen mit seinem Bruder Isai hat er das Gebäude, in dem sich der Gewebeladen befindet, gekauft und das Büro soweit hergerichtet, dass es eröffnet werden konnte. Das ist aber noch nicht alles: „Im Obergeschoss wollen wir Leuten eine günstige Übergangswohnung bieten, die sich hier in Leisnig ein Haus gekauft haben und es erst noch herrichten“, sagt Martin Anderfuhren. Dieses Angebot wird im Moment schon genutzt.

Überhaupt sieht er den Gewebeladen auch als erste Anlaufstelle für Leute, die sich für eine Immobilie in Leisnig interessieren und überlegen, investieren und hierherziehen zu wollen. Einen ersten Überblick hat Maria-Christin Anderfuhren schon durch ihre Arbeit in der Gruppe Stadtaktiv erhalten. Diese sammelte unter anderem Daten über erhaltenswerte Altstadthäuser. „Wir können uns aber genauso vorstellen, Kontakte zur Verwaltung, zu Förderstellen oder zu regionalen Handwerkern zu vermitteln“, so Anderfuhren.

frischer-wind-fuer-leisnig.jimdosite.com

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