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In Döbeln auf Umwegen zur Autoreparatur

Noch bis November ist die Autowerkstatt an der Roßweiner Straße von einer Seite abgeschnitten. Das bedeutet deutlich mehr Arbeit.

In der Baustelle Roßweiner Straße kann es ziemlich eng zugehen. Die Firma LFT appelliert an die Autofahrer, die Sperrung zu beachten.
In der Baustelle Roßweiner Straße kann es ziemlich eng zugehen. Die Firma LFT appelliert an die Autofahrer, die Sperrung zu beachten. © Jens Hoyer

Döbeln. Werkstatt und Büro sind durch ein Flatterband abgesperrt. „Bitte hupen“ steht auf einem Schild. Vorsichtsmaßnahmen wegen Corona, meint Jörg Neidert, der mit seinem Partner Christian Rusche und neun Mitarbeitern am Ortseingang von Döbeln eine Autowerkstatt samt angeschlossenem Karosseriebetrieb betreibt. Die Corona-Krise hatte der Betrieb weniger zu spüren kommen. Autos gehen immer kaputt, meint Neidert. Aber seit zwei Wochen hat die Werkstatt mit einem ganz anderen Problem zu tun.

Kunden lassen Autos abholen

Wegen Bauarbeiten ist die Roßweiner Straße dicht und damit eine der wichtigen Straßenverbindungen in Döbeln unterbrochen. Die Werkstatt ist von Döbeln durch die Baustelle abgeschnitten und nur über den Umweg über Ebersbach zu erreichen. „Es ist schwierig. Viele Kunden lassen ihr Auto abholen und wieder bringen. Das ist eine Menge zusätzlicher Arbeit, aber es muss ja weitergehen“, sagte Jörg Neidert. Im September und Oktober lassen aber viele Kunden ihre eingelagerten Winterreifen aufziehen. „Das wird uns vor Herausforderungen stellen.“

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Eine Menge Verkehr

Dass die kaputte Kanalisation in der Straße ausgewechselt werden muss, sieht Neidert ein,. „Irgendwann muss das ja mal gemacht werden.“ Wenig Verständnis hat er aber für das Wie. „Wir haben zwei Wochen vorher aus der Zeitung davon erfahren“, sagte Neidert. Christian Rusche wird deutlicher. „Wir zahlen Gewerbesteuer, haben aber keinen Bonus. Wir würden ja nur mal durch die Baustelle fahren wollen“, sagt er. „Ich verstehe auch nicht, warum nicht gleich ein richtiger Ausbau der Straße erfolgt.“ Wenn der in einigen Jahren ansteht, wäre die Straße wieder zu. Gegenüber Sächsische.de hatte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr erklärt, keine Mittel für den Ausbau der Staatsstraße zu haben.

Die Firma LFT vergräbt auf 600 Metern Länge in der Mitte der Straße gerade einen neuen Abwasserkanal. Viel Platz ist nicht links und rechts. Verschiedene Fahrzeuge dürfen noch fahren. Busse, Laster zur Kelterei Sachsenobst. Auch Eltern, die ihre Kinder in die Kita bringen. Sehr wahrscheinlich ignorieren auch andere das Sperrschild. Es ist ziemlich viel Verkehr auf der Baustelle. „Wir bekommen das mit. Aber was sollen wir machen. Wir können die Fahrzeuge ja nicht kontrollieren“, sagte Christian Fischer, Geschäftsführer der Firma LFT. „Wir können nur appellieren. Wir haben dort schwere Technik im Einsatz und der Bagger dreht über die Straße. Manche kommen und wollen noch schnell durch.“ In der ersten Woche gebe es erfahrungsgemäß den meisten Verkehr auf der Straße. „Wir weisen die Leute auf die Sperrung hin und die meisten sind auch einsichtig“, sagte Fischer. „Wir haben den Anwohnern mitgeteilt, dass sie von der Roßweiner Seite zu ihren Grundstücken können. Später ist das dann von der Döbelner Seite möglich. Das werden wir auch ankündigen.“

Polizei kontrolliert

Die Polizei kontrolliert, ob die Sperrung beachtet wird, bestätigte die Polizeidirektion Chemnitz auf Anfrage. „Die Kollegen des zuständigen Polizeireviers haben bei den bisherigen Kontrollen keine Verstöße festgestellt. Trotzdem wird die Örtlichkeit im Zuge der Streifentätigkeit weiter beachtet und bei Feststellungen entsprechende Ordnungswidrigkeiten geahndet“, so Doreen Göhler von der Pressestelle der Polizeidirektion. Wer erwischt wird, muss mit 20 Euro Verwarngeld rechnen.

Wie Jörg Neidert findet, ist die Beschilderung der Straßensperrung nicht ideal gelöst. Eine Mitarbeiterin habe einen „Anpfiff“ von der Polizei bekommen, als sie aus dem Sperrbereich heraus von Arbeit nach Hause fuhr. „Das kann man nicht nachvollziehen.“

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