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In Herschdurf regieren die Narren

Die Gemeinde hat den Schlüssel an den Karnevalsverein gegeben. Und der kann diese Saison einige Veränderungen verkünden.

Von Thomas Christmann

Er hat sein Glück probiert. Aber auch Mittelherwigsdorfs Bürgermeister Markus Hallmann (Freier Wählerverein) konnte das neue Thema des Herschdurfer Karnevalsvereins nicht erfahren – dafür wie jedes Jahr am 11.11 um 17.17 Uhr den Schlüssel an Präsident Paul Roscher abgeben. „Die Verwaltung geht jetzt in den Urlaub und wir stellen alles auf den Kopf“, sagt er. Damit der Start gelingt, übergab der Bürgermeister einen finanziellen Obolus aus den Einnahmen des 20-jährigen Einheitsfestes der Gemeinde im Sommer. Daran haben sich die Narren beteiligt, halfen beim Auf- sowie Abbau, machten beim Programm mit und übernahmen den Thekendienst.

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Inzwischen bereiten sich Elferrat, Funkengarde und die weiteren Karnevalisten auf ihre eigene Veranstaltung diesen Sonntag im Vereinshaus an der Straße der Pioniere 39a vor. Dann verkünden sie das Thema der neuen Saison. „Wir werden uns auf eine weite Reise begeben und aktuelle Themen anschneiden“, erzählt Roscher. Die hat der Verein in seiner 36-jährigen Geschichte schon einige Male gemacht, beispielsweise „Von Hollywood nach Babelsberg“, bei „Der Sachse liebt das Reisen sehr“ und „Sechse schiffen um die Welt“. Wo die Fahrt diesmal hingeht, verrät der Präsident auch der SZ nicht. Verkünden kann er die personellen Veränderungen diese Saison. Nicht mehr im Elferrat dabei ist Stimmungsminister Maik Ketzler, weil er nach Löbau gezogen ist. „Einen Nachfolger gibt‘s leider nicht“, sagt Roscher. So bleibt die Moderation durchs Programm wieder bei ihm allein hängen. Auch der Minister für werbetechnologische Grundlagen Lothar Bräuer ist vom Amt zurückgetreten, wie auch seine Frau Ute als Ministerin für außerkarnevalistische Verstrickungen. „Sie bleiben dem Verein treu, aber wollen kürzertreten“, sagt der Präsident. Aber zumindest die Ministerposten werden aufgefangen von einem Neuen im Elferrat. Tobias Schäfer. Sein Amt nennt sich Minister für unvorhersehbare Ereignisse. „Wenn etwas passiert, dann ihm“, sagt Roscher. Es sei der einzige im Verein, der sich einen Posten verdient habe. Er gehöre zum harten Kern, helfe stets mit, so der Präsident. „Und steht für alle Schandtaten bereit.“

Fast neu ist auch die Veranstaltung an einem Sonntag, mit freiem Eintritt. Vor drei Jahren haben die Narren das schon einmal gemacht, als der 11.11. darauf fiel. Üblicherweise feiern sie am Sonnabend-Abend. Aber das sei schwierig, weil überall Saison-Eröffnungen laufen, sagt Roscher. Zudem würden sich die Herrschdurfer leider schwer mit Fasching tun. Deshalb richtet sich der Sonntag an Familien, beginnend 10.10 Uhr mit einem närrischen Frühschoppen und dem ersten Programm. Zum Mittag schenken die Narren selbst gemachte Gulaschsuppe aus, für Kinder sind Hotdogs im Angebot. Im Anschluss startet ein bunter Familiennachmittag. Dazu zählen Hüpfburg und Kinderschminken. Für alle Mädchen steht die Funkengarde bereit, die mit ihnen einen Tanz einstudieren und am selben Tag aufführen will. Höhepunkt ist 15 Uhr die DDR-Comedy-Show von Mario Kaulfers. „Etwas für die Lachmuskeln aller Generationen“, sagt Roscher. Und wer danach noch ein Tänzchen wagen will, kann das bis 18 Uhr tun. Dann ist Schluss, denn Montag beginnt wieder die Arbeit. Nur der Präsident hat noch frei.

Saison 2015: 7. Februar – Nachtwäscheball, 8. Februar – Kinderfasching, 14. Februar – Live-Musiknacht mit dem Duo Revival, 21. Februar – Lumpenauskehrball