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In Kitas im Landkreis wird nicht gestreikt

Verdi kündigt an, bei einer Ausweitung der Warnstreiks im öffentlichen Dienst 48 Stunden vorher zu informieren.

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Von Holger Gutte

Auch in einigen Kindertagesstätten, Horten und Stadtverwaltungen in Sachsen ruft die Gewerkschaft Verdi heute die Mitarbeiter zu Warnstreiks auf, weil die Tarifverhandlungen ins Stocken geraten sind. Der gesamte Landkreis Görlitz ist davon allerdings nicht betroffen. Das bestätigte gestern auf Nachfrage der SZ der Verdi-Bezirksgeschäftsführer für Dresden-Oberelbe, Frank Fischer.

„Unser Arbeitskampf richtet sich nicht gegen die Eltern. Wir wollen nicht, das Eltern mit ihren Kindern plötzlich vor geschlossenen Kitas stehen“, sagt er. Mindestens 48 Stunden vorher will die Gewerkschaft über geplante Warnstreiks informieren, damit auch entsprechend in den Städten und Gemeinden reagiert werden kann, heißt es.

Beim ersten Verhandlungstermin der Tarifrunde für die Beschäftigten von Bund und Kommunen haben die Arbeitgeber noch kein Angebot vorgelegt. Verdi fordert unter anderem ein Anheben der Entgelte um 100 Euro plus zusätzlich 3,5 Prozent, außerdem eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro monatlich sowie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden.

„Die Arbeitgeberseite hält unsere Forderungen für maßlos überzogen. Meiner Meinung nach ist das eine Geringschätzung der Arbeit im öffentlichen Dienst“, sagt Fischer. Für ihn ist es nicht nachvollziehbar, wie einerseits gerade die Diäten für Bundestagsabgeordnete um 830 Euro im Monat angehoben worden sind, andererseits jedoch kein Cent mehr für Kindergärtnerinnen und andere Beschäftigte im öffentlichen Dienst da sein soll.

Am 20. März gehen die Tarifverhandlungen weiter. „Wir hoffen, wir finden einen Kompromiss“, sagt der Gewerkschaftler. Ansonsten schließt Fischer nicht aus, dass die Warnstreiks in Sachsen ausgeweitet werden. Für heute sind die Beschäftigten der Stadtverwaltung Dresden und Freital mit Kitas, Horten und Sportstätten sowie die Landratsämter und Jobcenter der Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und in Meißen zum Streik aufgerufen.