merken
PLUS

In Krabats Sinn das Dorf beleben

Der Dorfclub & Heimatverein Groß Särchen sucht weitere Mitstreiter für Ideenumsetzung auf Krabat’s Neuem Vorwerk.

Von Andreas Kirschke

Neuen Mut, Tatkraft und Zusammenhalt braucht es für Krabat’s Neues Vorwerk. „Im Moment schläft unser Ort immer mehr ein. Er wird sozial immer toter. Wir müssen versuchen, Krabats Geist ins Dorf zurückzuholen“, fand Wolfgang Kraus vom Krabat Dorfclub & Heimatverein Groß Särchen Freitag im Vorwerk zum Einwohnerforum klare Worte. „Krabat hat sich stets als Diener des Dorfes gesehen. Er hat die Menschen hier glücklich gemacht. Er hat sich um sie gekümmert.“

Anzeige
Wer eigenmächtig saniert, verliert viel Geld
Wer eigenmächtig saniert, verliert viel Geld

Eigentümer sollten nicht blind darauf vertrauen, die Kosten von der WEG erstattet zu bekommen. Das sollten sie wissen.

Eben dieser Geist, so Wolfgang Kraus, fehlt momentan. Er soll wieder wachgerüttelt werden. Sonst verpasst Groß Särchen den Anschluss in der Krabatregion. Seit August 2012 ist das Vorwerk nicht mehr ständig besetzt. Damals lief die Kommunal-Kombi-Stelle für Nicole Schaillée aus. Für drei Jahre war die Stelle befristet.

„Wir haben viele Wege versucht. Doch bislang ohne Erfolg. Im Moment können wir das Haus nicht ständig besetzen“, sagte Petra Klemmt, Vorsitzende des Krabat Dorfclub & Heimatvereins. Dieser trägt sämtliche Betriebskosten für das Vorwerk selbst. Mit dem verstorbenen Mitglied Dr. Herbert Hilbert ging dem Verein eine wichtige Stütze und Seele verloren. Die Dauerausstellung im Vorwerk besteht weiter. Doch im Moment gibt es keine Sonderausstellung. Es fehlt eine ständige Kraft zur Betreuung der Ausstellungen und zur Führung von Touristen.

Auch der Regionalladen steht seit 2012 leer. „Wir wollen ihn wieder beleben. Wir kämpfen um eine Lösung“, versicherte die Vorsitzende. Auch sie fand beim Forum deutliche Worte. Zwar gehören dem Verein 130 Mitglieder an. Zwar gibt es eine engagierte Technik-Gruppe, einen Gemischten Chor und eine Theatergruppe. „Doch wir müssen dringend die Jugendlichen gewinnen. Die Altersgruppe von 30 bis 40 Jahren fehlt fast komplett“, so Petra Klemmt. Neu beleben will der Verein die Zusammenarbeit mit den Gewerbetreibenden im Ort sowie mit den Touristikern am See.

Heimische Sagen- und Märchenwelt

Wolfgang Kraus warb für die kleinen, machbaren Schritte. Das beginnt beim Verschönern der Gärten in Krabats Sinne. Jeder kann sich hier einbringen. Das beginnt auch bei der Gründung kleiner kreativer Gruppen im Vorwerk. Hauptschwerpunkt soll künftig die heimische Sagen- und Märchenwelt sein. „Die Grundschule und der Kindergarten stehen dahinter. Wir können es im Vorwerk umsetzen“, sagte Petra Klemmt. Einwohnerin Sabine Liepert regte einen Lesezirkel für Kinder an. Größere Schüler oder ältere Einwohner könnten den Jüngsten Sagen und Märchen wie „Krabat“, „Pumpot“, „Wassermann“, „Mittagsfrau“, „Irrlichter“ und andere Sagen vorlesen. „Das wäre ein wunderbarer Ansatz, der das Gesamtkonzept unterstützen würde. Dafür ist das Vorwerk gut geeignet“, unterstützte Wolfgang Kraus den Vorschlag. Weit über 800-mal trat er bereits als Krabat auf. Im Moment hat er eine Weiterbildung als Märchen-Erzähler. Mit dem neuen Wissen will er sich einbringen.

Domizil für viele Vereine

Viele Anregungen kamen zum Forum. Der Film zur Krabatsage - 2009 von der Theater-Gruppe gedreht - sollte mehr zur Werbung verwendet werden. „Er kann in der Saison quartalsweise gezeigt werden“, meinte Einwohnerin Ilona Schulze. Vorschläge kamen auch zur besseren Auslastung des Vorwerks. „Vereine, die keinen festen Sitz haben (auch in den Nachbarorten) könnten hier mit einziehen“, meinte Einwohner Wolfgang Reinheckel. „Wir brauchen die Kooperation mit umgebenden Vereinen.“ Einwohnerin Waltraud Stasch regte eine Pflanzen-Tauschbörse im Frühjahr an. In der letzten April-Woche könnte sie jährlich stattfinden. „Originell wäre auch ein Lauf in den Frühling“, schlug sie vor. Einbinden könnte man die Sportler. Einbinden ließe sich der Knappensee.

Ingrid Stiller, Leiterin der Theatergruppe, verwies auf das Sommersingen an der Dorfeiche. „Wir sollten es wieder beleben.“ Kritisch diskutierten die Einwohner über den Standort des Weihnachtsmarktes. Auf dem Dorfplatz an der Kirche - ohne feste Räume, ohne Toiletten, ohne Stromanschluss - halten ihn manche nicht mehr für angebracht. „Der Weihnachtsmarkt gehört jedoch an diese historische Stelle“, entgegnete Ortschaftsrat und Gemeinderat Steffen Mühl und unterstrich motivierend: „Es ist unser Dorf. Wir müssen es gestalten.“ Ein Kinderspielplatz, so kündigte er an, soll bald nahe der früheren Mühle entstehen. Der Ortschaftsrat bemüht sich darum. Das Spielgerät hat er zusammen. „Gerade ein Kinderspielplatz gehört jedoch hier mitten ins Dorf. Im günstigsten Fall direkt am Vorwerk“, regte Sabine Liepert an.

Der Krabat Dorfclub & Heimatverein will jetzt die Ideen vertiefen. Seine nächste Vorstandssitzung will er mit dem Ortschaftsrat zusammen abhalten. „Die Ideen sollen nicht im Raum verbleiben“, zog Petra Klemmt Freitag ein gutes Fazit. „Wir wollen sie ins Dorf weitertragen. Mit Freunden und Bekannten diskutieren. Unser Hauptthema sollte «Groß Särchen - märchenhaft und sagenhaft» sein. Hier wollen wir den Fundus der älteren Generation nutzen. Er darf uns nicht verloren gehen.“