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Meißen

In Nieschütz startet die Spargelsaison

Seit Montag wird das Edelgemüse gestochen. Dieses Jahr wird allerdings nicht auf allen Dämmen geerntet.

René Heidig sticht den ersten Spargel auf den Dämmen in Nieschütz.
René Heidig sticht den ersten Spargel auf den Dämmen in Nieschütz. © Claudia Hübschmann

Diera-Zehren. Gute Nachricht für alle Freunde des edlen Spargelgemüses. In Nieschütz hat am Montag die Spargelsaison begonnen. Auf den ersten gut zwei von insgesamt zehn Hektar werden die ersten weißen Stangen gestochen.  

Am Ende ging es schneller als gedacht. Ursprünglich hatten die Landwirte in Nieschütz gehofft,  am 8. April mit dem Spargelstechen beginnen zu können. Wegen des schönen Wetters geht es nun zwei Tage früher los, wenn auch zunächst nur Kleinstmengen gestochen werden.  

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Am Donnerstag öffnet dann auch der Hofladen in Nieschütz, dort kann der Spargel quasi direkt vom Feld erntefrisch gekauft werden.  Die frühe Ernte machen Tunnel über den Dämmen möglich, sagt René Heidig, einer der Gesellschafter der Agrar Naundörfel GbR.  Dadurch heizt sich der Boden auf, kann das Gemüse besser und schneller wachsen. 

Weitere Dämme sind mit schwarzer, wieder andere mit weißer Folie überzogen.  Durch die dadurch erzeugten unterschiedlichen Temperaturen wächst der Spargel nicht auf einmal, sondern nach und nach. "Schließlich wollen wir unseren Kunden bis zum 24. Juni stets erntefrischen Spargel anbieten", sagt René Heidig. 

Wie es derzeit aussieht, könnte es in diesem Jahr genügend Spargel für Privatkunden  geben. Denn etwas die Hälfte der Produktion landet normalerweise in den Gaststätten. Die sind aber flächendeckend geschlossen. "Auch wenn ich davon ausgehe, dass die Restaurants die gesamte Spargelsaison zu sein werden, ist das für uns mit erheblichen Einbußen verbunden", sagt der Landwirt.  

Deshalb wird der Betrieb in diesem Jahr nicht alle Spargeldämme beernten. Dies sei schon ein enormer Einschnitt, bringe aber auch gewisse Vorteile. Denn dadurch könnten sich die Spargelpflanzen mal ein Jahr erholen. 

Vermarktet werden soll das Edelgemüse nicht nur im Hofladen, sondern auch an anderen Verkaufsständen, beispielsweise am Edeka-Markt in Meißen. Der Stand wird zwar in diesen Tagen aufgebaut, wegen der derzeit aber noch geringen Ausbeute geht Heidig nicht davon aus, dass vor Ostern dort schon Spargel verkauft werden kann.  

Ein Teil des frisch geernteten Edelgemüses wird auch Gärtnern und anderen Wiederverkäufern angeboten. Dadurch, dass viele Menschen derzeit zu Hause sind, auch mehr als sonst selbst kochen, hofft Heidig auf eine größere Nachfrage nach Spargel. 

Die Folien auf einigen Dämmen erzeugen unterschiedliche Wärme, so dass der Spargel nicht auf einmal, sondern nach und nach wächst.
Die Folien auf einigen Dämmen erzeugen unterschiedliche Wärme, so dass der Spargel nicht auf einmal, sondern nach und nach wächst. © Claudia Hübschmann

Den muss freilich erst einmal jemand ernten, was eine Knochenarbeit ist, die vor allem von ausländischen Erntehelfern erledigt wird.  Ob diese wegen der Coronakrise ins Land dürfen, war lange ungewiss. Doch inzwischen hat sich die Lage, was die Erntehelfer betrifft, etwas entspannt. Vier rumänische Helfer waren in Nieschütz schon da, bevor die Grenzen dicht gemacht wurden. Jetzt können dank einer Ausnahmegenehmigung weitere ausländische Erntehelfer ins Land. 

Heidig hofft, dass er noch drei bis fünf Leute bekommt. "Ich setze aber auch auf deutsche Helfer. So habe ich gute Gespräche mit Mitarbeitern von Gaststätten geführt. Beispielsweise wird eine Köchin bei uns in der Vermarktung aushelfen", sagt René Heidig. Auch Schüler und Studenten sind willkommen.

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Insgesamt bewirtschaftet die Agrar Naundörfel GbR, die 1991 gegründet wurde und zwölf Mitarbeiter sowie zwei Auszubildende zählt, 1.250 Hektar Ackerland. Der Spargel ist da mit einer Anbaufläche von zehn Hektar, davon ein Hektar grüner Spargel,  nur ein Nischenprodukt. Vor allem Winterweizen, Wintergerste, Winterroggen, Winterraps, Mais und Zuckerrüben werden angebaut. Außerdem gibt es eine Bio-Aroniaplantage. Neben René Heidig sind Martin Naumann und Winfried Starke Gesellschafter des in zweiter Generation geführten Betriebes.

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