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In Ponickau wird Spargel gestochen

Am Montag hat die Ernte begonnen - allen Coronawidrigkeiten zum Trotz.

Der Spargel in Ponickau wächst auch in Zeiten der Isolation. Elizabeth Schöne ist in diesem Jahr besonders froh, dass das edle Gemüse rechtzeitig vor Ostern aus dem Boden kommt.
Der Spargel in Ponickau wächst auch in Zeiten der Isolation. Elizabeth Schöne ist in diesem Jahr besonders froh, dass das edle Gemüse rechtzeitig vor Ostern aus dem Boden kommt. © Foto: Anne Hübschmann

Ponickau. Schönes Hof hat das, was viele Landwirte jetzt händeringend suchen. Auf dem sechs Hektar großen Feld nahe Lüttichau stehen Frauen und Männer gebückt und zaubern hervor, was besonders an den Ostertagen als lukullische Begleitung von Schnitzel, Zunge oder Lachs sehr geschätzt wird. Schlanke Stangen mit weißen Köpfen wandern im Minutentakt in die Körbe. Zwar noch ein wenig beschmutzt von der Erde, aber das kann bei erntefrischem Spargel vom Feld schließlich auch nicht anders sein. Die Stangen - gewissermaßen die Heidi Klums des begehrten Saisongemüses - sind 16 Millimeter im Durchmesser, nicht zu dünn und nicht zu dick. „Genauso wollen wir ihn haben unseren Spargel“, sagt Elizabeth Schöne vom gleichnamigen Hof in Ponickau und lacht. 

Zwar sei der erste Spargel, der zutage gestochen wird, nicht so ebenmäßig wie seine Kolleginnen, die ihm folgen werden. Kalt seien noch die Nächte und recht wechselhaft das Wetter gewesen. Allerdings: Mit einem kalendarischen Erntestart am 6. April liege man im Vergleich zu anderen Jahren ganz weit vorn. „Wenn wir ganz ehrlich sind, ist es laut Lehrbuch eigentlich auch noch nicht so weit“, bekennt Elizabeth Schöne. Aber der milde Winter und die stetig ansteigenden Temperaturen hätten das Wachstum positiv begünstigt. Erst bei einer Bodentemperatur von 12 Grad Celsius fange das edle Gemüse an zu wachsen, 15 bis 18 Grad empfinde der Spargel geradezu als ideal.

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Wie die studierte Gartenbauerin betont, beginne die Ernte in Sachsen deshalb also nicht ohne Grund im Normalfall so um den 20. April. Aber da vor diesem magischen Datum nun mal Ostern sei – und da wolle schließlich jeder Spargelliebhaber auf seinem Teller einheimische Stangen liegen haben – wäre man sozusagen in Handlungsdruck.

Und - normal sei in diesem Frühjahr 2020 ja nun mal so ziemlich überhaupt gar nichts. Ebenso wie alle anderen ländlichen Betriebe hatten sich auch Schönes in den vergangenen Wochen darüber Gedanken gemacht, wer ihnen beim Bearbeiten und Abernten ihrer Felder helfen könne. Als wahrer Glücksumstand habe sich dann die Tatsache erwiesen, dass die ersten Erntehelfer aus Rumänien bereits Ende Februar angereist wären. Wie immer um diese Zeit würden dann Heidelbeerpflanzen ausgeschnitten und die Gewächshäuser bepflanzt. Deshalb, so Elizabeth Schöne, sei bereits ein großer Stamm Leute da gewesen. "Und als die Grenzen so Stück für Stück geschlossen wurden, befanden sich weitere Helfer gerade auf dem Weg zu uns und durften noch nach Deutschland kommen", verrät die 28-Jährige.

Eine Tatsache, die dem Ponickauer Hof viele Sorgen abgenommen habe. Denn die Arbeit auf den Feldern sei alles andere als leicht. Ganz im Gegenteil! Das stundenlange Bücken, das Anheben der schweren Folien vom Damm und nicht zuletzt die Ernte bei Wind und Wetter zählten nicht unbedingt zu den Attributen, die freiwillige Helfer im Betrieb Schlange stehen ließen. Allerdings: "Ich habe mich sehr darüber gefreut, wie viele Angebote wir in den vergangenen Wochen bekommen haben! Angesichts der auferlegten Beschränkungen haben ganz viele Leute bei uns angerufen und Unterstützung signalisiert", erklärt Elizabeth Schöne. 

Ein Angebot, welches die traditionsreichen Spargelanbauer nun dankend ausschlagen können. Und die Qualität der ersten Stangen lasse bis jetzt keineswegs zu wünschen übrig. Ob die Ponickauer letztlich auch mit der Menge zufrieden sein werden, bleibt indes freilich abzuwarten. Aber bis zum Ende der Saison am 24. Juni bleibt ja noch ausreichend Zeit. Viele Stangen sind noch im Boden - und bis dahin gibt es Spargel satt. 

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