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In Reichenbach wird’s wild

Carnevalsclub-Präsident Andreas Schmolke über ehrenamtlichen Einsatz, runde Geburtstage und einen eigenen Stil.

Von Jenny Thümmler

Noch anderthalb Wochen, dann beginnt für den Reichenbacher Carnevalsclub wieder eine wilde Zeit. Wir haben dazu mit dem Präsidenten Andreas Schmolke gesprochen.

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Nie wieder Langeweile! 

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Herr Schmolke, Ihr Verein ist ja der Renner! Der Reha-Fasching als Auftakt ist schon seit Wochen ausgebucht.

Ja, der ist seit vielen Jahren sehr beliebt. Wir bedauern es immer, nicht alle Heime für den Behindertenkarneval berücksichtigen zu können, weil uns der Platz im Kultureimer einfach fehlt. Mittlerweile sind auch Heime bei uns, die früher selbst Fasching gefeiert haben. Diesmal kommen unter anderem Bewohner von Einrichtungen der Lebenshilfe, der Caritas in Mengelsdorf und aus Großschweidnitz. Das Martinsstift Sohland mussten wir leider auf eine andere Veranstaltung verschieben.

Wie finden denn sogar Behinderte aus Großschweidnitz zu Ihnen?

Durch Bekannte und Verwandte. Auch Görlitzer haben unsere Aushänge in ihrer Behindertenwerkstatt gesehen. Eine Frau hat sich selbst angemeldet und war ganz stolz. Das fand ich klasse.

Sie feiern ja jetzt schon die 39. Saison …

Ja, wir werden in diesem Jahr noch 40. Denn am 11.11. startet ja dann die 40. Saison. Das werden wir auch als Anlass für einen Rückblick nehmen. 40 Jahre ehrenamtliches Engagement. Wir alle haben schon viel Freizeit für den Verein und seine Veranstaltungen geopfert.

Aber sicher auch viel Spaß gehabt.

Natürlich. Aber Karneval ist nicht immer nur Spaß. Wir müssen viele Auflagen beachten, von denen viele Mitglieder und die Gäste nichts mitbekommen. Allein die Straßenbenutzung zum 11.11.! Was wir da alles von Behörden gesagt bekommen, was zu beachten ist! Manchmal finde ich das schon ein bisschen seltsam für Freizeitvereine. Dazu die Kosten für Gema und Hallenmiete, wenn 80 Vereinsmitglieder das ganze Jahr über Tanzsport machen. Wir schaffen das alles, und der Karneval gehört ja auch fest zu Reichenbach. Aber es braucht eben viel persönlichen Einsatz. Und ich werde im Sommer ja auch schon 60 Jahre.

Ein Doppeljubiläum.

Genau. Da werden wir schön feiern. Ich bin auch gespannt, ob der Verein zu „777 Jahre Ersterwähnung Reichenbach“ etwas macht. Ich war damals eines der Gründungsmitglieder und gehöre zu denen, die bis heute hier sind und nicht der Arbeit hinterherziehen mussten. Aber wenn im nächsten Jahr Neuwahlen des Vereinsvorstandes sind, hoffe ich, dass sich jüngere Menschen finden. Wir haben so viele Junge im Verein, da sollte auch jemand von ihnen an der Spitze stehen.

In dieser Saison ist „Max und Moritz“ das Thema. Wer stellt die denn dar?

Das machen immer andere. Manchmal kann einer nicht wegen Arbeit oder Krankheit. Dann ist es gut, wenn spontan jemand Anderes einspringen kann. Da viele unserer Mitglieder bei den Proben immer anwesend sind, kennen viele das Programm. Dieses Modell funktioniert seit Jahren sehr gut. Und es kommt auch gut an, dass wir unseren eigenen Stil haben.

Wie sieht der aus?

Wir machen keinen Fernsehkarneval, wo ein Elferrat einen Programmpunkt nach dem anderen ankündigt. Bei uns kommt das Programm aus den eigenen Reihen. Max und Moritz werden also Streiche spielen, die mit aktuellen Geschehnissen in der Kommunalpolitik und der Stadt Reichenbach zu tun haben.

Termine: 8. Februar Reha-Carneval (ausgebucht). 14. Februar, 14 Uhr, Senioren–Carneval. 14. Februar, 19.19 Uhr, Carnevalsveranstaltung. 15. Februar, 15 Uhr, Kinder–Carneval. 21. Februar, 19.19 Uhr, Auskehr–Carneval. Karten vorher bei der Pfennig-Oase, Am Markt 6, in Reichenbach kaufen, Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr.