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Weißwasser

In Sagar wird die Ortsdurchfahrt gebaut

Fast eine Million Euro gibt der Freistaat für das Bauprojekt. Nun werden Ausschreibung und der Zeitplan für den Bau möglich.

© Jan Woitas/dpa

Für Straßenbauprojekte im Landkreis Görlitz hat der Freistaat 5,8 Millionen Euro bewilligt. Damit fließt 2020 jeder vierte sächsische Straßenbau-Euro in den Kreis. Insgesamt stehen nur 24,4 Millionen Euro für ganz Sachsen zur Verfügung.

Freistaat gibt fast eine Million Euro

Vom Freistaat-Geld profitiert auch die Gemeinde Krauschwitz. Sie kann mit rund einer Million Euro Fördermitteln die Ortsdurchfahrt in Sagar ausbauen. Das Projekt gibt es seit den 1990er Jahren. Im Jahr 1999 wurden erste Baugrunduntersuchungen gemacht, danach folgten Jahre der Planungen und Verhandlungen für nötigen Grunderwerb. Inzwischen hat das Ausbauprojekt die sogenannte Genehmigungsreife, stehen auch die benötigten Gelder für den grundhaften Ausbau der S 127 in und westlich von Sagar bereit. Laut genehmigtem Vorentwurf wird in zwei Teilen gebaut. Saniert werden soll die S 127 im Ort unter Vollsperrung vom Kreuzungspunkt Neudorfer Straße – Schulstraße – Unterdorf auf 1,6 Kilometern, wobei Spundwände und Mulden entfallen, Querschnitte geändert und die Straße verbreitert werden sollen. Außerhalb, in Richtung Weißkeißel, wird die Straße saniert, aber nicht breiter.

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Munitionssuche vor Baustart nötig

Was die weitere technische Umsetzung des Bauprojektes betrifft, so soll die Straße, neben grundhaftem Ausbau und teilweiser Verbreiterung, überall ein 1,50 Meter breites, begehbares Bankett erhalten, ein Stück neuen Gehweg zwischen den beiden Bushaltestellen und dadurch mehr Straßenlampen. Außerdem muss vor dem Baustart das gesamte Areal durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst auf Munitionsfunde hin geprüft werden. „Immerhin war in dem Bereich eine Hauptkampflinie im Zweiten Weltkrieg“, erklärte Bürgermeister Tristan Mühl jüngst in der Gemeinderatssitzung. Hier informierte er auch, dass die Gelder zur Finanzierung des Bauvorhabens bereitstehen und somit zeitnah Ausschreibungen möglich sind. „Wir können ausschreiben, sobald Fördermittel da sind“, hatte Andreas Biesold vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) noch im Januar im Krauschwitzer Rat erklärt.

Damit das Projekt bald startet, hat auch die Gemeinde Krauschwitz den Weg dafür in der jüngsten Ratssitzung frei gemacht. Die Räte votierten einstimmig für die Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen Landkreis Görlitz, Lasuv und Gemeinde. Alle sind Partner des Straßenbauprojektes und bringen die jeweiligen Eigenanteile mit ein. Grund ist die Tatsache, dass sich die Ortsdurchfahrt Sagar in eine Staatsstraße (S 127), eine Kreisstraße (K 8480) und einen begleitenden Gehweg in Gemeindeeigentum aufteilt. Daraus wiederum resultiert, dass Bauausführung, Kostenteilung und künftiger Unterhalt der Straßenbereiche klar in einer Vereinbarung geregelt sein müssen.

Hoffen auf Einhaltung der Kosten

Was die Kosten angeht, so wird Krauschwitz voraussichtlich nur etwa 59.000 Euro für den Straßenbau zahlen. Der Rest seiner anteiligen Bausumme von 596.190 Euro wird über die vom Landkreis für die Gemeinde beantragte Förderung finanziert. „Mit unserem Eigenanteil werden Gehweg und eine Schutzwand an der Straße am Berg bezahlt“, erklärte Marcell Hänchen von der Bauabteilung der Gemeinde.Da in der Vereinbarung unter § 16 ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass die tatsächliche Abrechnung nach Istkosten erfolgt, wollte Gemeinderat Mario Mackowiak wissen, welche finanziellen Risiken dies für Krauschwitz birgt. „Falls Planungs- und Baukosten steigen, steigt der Eigenanteil“, so Hänchen. „Ich gehe aber nicht davon aus, da die Berechnungen auf den Preisen von Ende März 2020 basieren.“

Auch Bürgermeister Tristan Mühl hofft, dass die Kalkulationen aufgehen. „Wo die Entwicklung hingeht, wissen wir aber nicht. Doch durch die Übernahmepauschale haben wir etwas Spielraum, falls das Projekt doch teurer wird“, so Mühl. Laut seiner Aussage erhalte die Gemeinde insgesamt 253.000 Euro für die Übernahme von Baulasten wie Entwässerung, Bordbeitrag oder Verlegung von Beleuchtungsmasten. „Das Geld fließt in unsere Rücklagen, da es zweckgebunden für die Aufgaben des Straßenerhalts ist, für die wir in den nächsten Jahrzehnten zuständig sind. Doch es ist auch nutzbar, falls der Eigenanteil steigt.“Ob zugunsten der Anwohner die Ortsschilder versetzt und somit Tempo 50 frühzeitig gültig wird, wird noch geprüft.

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