SZ +
Merken

In so einer kleinen Stadt wie Stolpen müssen alle an einem Strang ziehen

Bilanz und Ausblick

Teilen
Folgen

Herr Steglich, in Stolpen ist es gelungen, 2008 den Startschuss für die Wiederbelebung der Innenstadt zu geben. Wie wichtig ist das für Stolpen?

Sehr wichtig in Bezug auf die Infrastruktur und den Tourismus. Das Ergebnis 2008 zeigt, wie wichtig es ist, dass in so einer kleinen Stadt alle an einem Strang ziehen müssen, um Erfolg zu haben und diesen können sich alle Beteiligten im Jahr 2008 auf die Fahne schreiben. Der schwere Anfang ist getan, nun gilt es, Stabilität in die Innenstadt zu bringen.

Vor allem die Händler, Gewerbetreibenden und Gastronomen wünschen sich künftig mehr Touristen in der Innenstadt. Wie kann das gelingen?

Die Innenstadt von Stolpen hat aus den letzten Jahren im Hinblick auf den Tourismus ein nicht gerade positives Image aufzuarbeiten. Das wird uns auch nicht von heute auf morgen gelingen. Mittlerweile hört man von vielen Seiten, dass sich in Stolpen etwas getan hat. Wir hoffen, mit einer noch besseren Vermarktung und dem Besucherleitsystem mehr Touristen in die Innenstadt zu bekommen. An Touristen selbst mangelt es ja nicht, bei etwa 120000 Besuchern auf der Burg. Allerdings nützt das beste Leitsystem nichts, wenn die gastronomischen Einrichtungen, die Händler und Gewerbetreibenden den Touristen nicht auch selber an die Hand nehmen und verwöhnen. Allerdings möchte ich davor warnen, den Focus nur auf die Touristen zu legen. Auch die Einwohner von Stolpen und der umliegenden Region sollten als wichtige Zielgruppen nicht außer Acht gelassen werden.

Welche Potentiale sehen Sie bei der Zusammenarbeit zwischen der Burg und der Stadt?

Die Zusammenarbeit zwischen Burg und Stadt läuft bisher sehr gut. Wenn wir diese auf der jetzigen Basis fortführen, wird es uns gelingen die touristische Vermarktung der Stadt und der Burg weiter voranzubringen.

Wie können künftig auch die Ortsteile vom Aufschwung in Stolpen profitieren?

Wenn Sie vom Aufschwung in Stolpen sprechen, betrifft dies auch die Ortsteile. Ich sehe die Stadt Stolpen grundsätzlich als Ganzes. Die Einwohner in den Ortsteilen profitieren genauso von den wohnortnahen Schulen und Kindereinrichtungen oder von einer belebten Innenstadt, wie die Stolpener, wenn man das auf den reinen Ortsteil bezieht. Die Infrastruktur ist für alle da, für den Heeselichter genauso wie für den Stolpener.

Welche Aufgaben stehen 2009 vor der Stadt?

Die wichtigsten Investitionen im Haushaltsplan der Stadt Stolpen sind die Fertigstellung des Feuerwehrgerätehauses sowie die Erweiterung des Hortes und die Sanierung der Turnhalle in Langenwolmsdorf, die Sanierung der Elektronanlage in der Grundschule Stolpen und die Außensanierung des Vereinsgebäudes am Erbgericht Lauterbach. Neben diesen Investitionen zählen die Erarbeitung des Energiekonzeptes sowie der Beginn der Überarbeitung des Flächenutzungsplanes von Stolpen zu den Aufgaben im Jahr 2009.

Anlässlich der Leitbildkonferenz wurden bereits zwei große Ziele formuliert. Stolpen soll sich als Wohn- und Gewerbestandort etablieren. Was will die Stadt dafür tun?

Als wichtige theoretische Grundlage sehe ich hier die Fortschreibung des Flächennutzungsplans. Aber damit ist es allerdings nicht getan. Hier bedarf es zusätzlich einer noch besseren Vermarktung von Stolpen in Bezug auf Wohnen und Gewerbe. Dieser Aufgabe werden wir uns in den nächsten Jahren verstärkt stellen. Ich denke, gerade in den letzten Jahren haben wir in Stolpen viele wichtige Grundlagen für eine familienfreundliche Stadt geschaffen. Dazu zählen vorrangig sanierte ortsnahe Schulen und Kindertageseinrichtungen, aber auch die medizinische Versorgung ist in den Grundversorgungsbereichen zukünftig abgesichert. Ebenfalls ist die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr nicht die schlechteste, allerdings noch verbesserungswürdig. Noch besser wäre es allerdings, wenn wir auch die Anzahl der wohnortnahen Arbeitsplätze in und um Stolpen noch verbessern könnten. Deswegen das Thema Gewerbestandort.

Das Gespräch führte Anja Weber.