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In Struppen sind die Narren los

Der Faschingsklub feiert seinen 40. Geburtstag. Seit zehn Jahren gibt es wieder einen Umzug – und einen Zwischenfall.

© Daniel Förster

Von Anja Weber

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Aus den Boxen dröhnt Andreas Gabalier. Die Jungs vom Schrauberteam sind bester Laune. Schwalbe, Simson und Co. sind geputzt und geschmückt. Dass sie am Sonnabend beim ersten Faschingsumzug nach zehn Jahren mit dabei sind, ist für sie Ehrensache, noch dazu, wenn der Faschingsklub Struppen seinen 40. Geburtstag feiert. „Das ist eine gute Sache. Deshalb machen wir mit“, sagt Michael Großer.

Ja sind das nicht die lustigen Frauen vom Geflügelhof Struppen-Ebenheit? © Daniel Förster
Die Sonntagsschrauber mit ihren Gefährten setzen ganz andere Akzente. © Daniel Förster

Vor ihnen hat der Volleyballverein Stellung bezogen. Nicht mit Ball und Netz. Die Volleyballer haben es sich in ihrem „Wilderer-Lager“ bequem gemacht. Chef Andreas Hober freut es, dass es wieder einen Umzug in Struppen gibt.

„Alle Vereine aus dem Ort und der Umgebung nehmen teil. Und bei allem, was so um uns passiert, muss doch auch mal gefeiert werden“, sagt er. Die Laune auf dem Wagen ist prächtig. Kein Wunder. Die Truppe hat die Verpflegung mit an Bord. Das Schwein am Spieß duftet verführerisch. Anita Prochotta aus Struppen-Siedlung beobachtet das Ganze vom Fußweg aus. Sie hat auch den letzten Umzug vor zehn Jahren gesehen und ist gespannt darauf, was nun alles so geboten wird. Die Anwohner der Umzugsstrecke haben sich große Mühe gegeben und ihre Häuser faschingsmäßig geschmückt. Aus dem Vorgarten der Hauptstraße 77 dringt orientalische Musik. Zwei Kamele traben durch die Wüste, gemäß dem Motto der diesjährigen Saison „In Ägypten feiern, das ist toll, denn Struppen macht die 40 voll“.

Beim Umzug selbst können sich alle Teilnehmer das Motto frei wählen. Insgesamt 45 Bilder gibt es mit 450 Teilnehmern, erläutert Sabine Schröder vom Klub. Sie steht mit Antje Donschachner an der Mikrofonanlage am Mittelgasthof. Von hier aus wird der Umzug moderiert. Die Liebstädter Kuckucksguggen heizen den Wartenden ein. Und Sabine Schröder hat noch etwas Zeit, die Teilnehmerliste durchzugehen. Schon Monate vorher wurden Karnevalclubs aus der Umgebung angeschrieben. Und fast alle sind samt Funkengarde angereist, zum Beispiel aus Bielatal, Königstein, Hohnstein und Bad Schandau. Letztere gleich mit Faschingspolizei.

Immer wieder schaut Sabine Schröder die Hauptstraße hinauf. Eigentlich müsste der Umzug nun schon zu sehen sein. Stattdessen kommen aus Richtung Pirna Rettungswagen und Notarzt. Weiter oben hat es einen Unfall gegeben. Ponys sind samt Wagen durchgegangen und der Wagen hat eine Frau angefahren (Bericht unten). Die Besucher, die den Unfall miterlebt haben, sind nachdenklich geworden und diskutieren über die Sicherheit bei solchen Veranstaltungen. „Ob der Umzug nun abgesagt wird?“, fragt eine Frau. Das wird er nicht. Mit etwas Verspätung setzt sich der Tross in Bewegung, angeführt von den Gastgebern. Die Jungs vom Schrauberteam müssen sich noch gedulden. Erst kurz vor 15 Uhr, eine Stunde später als geplant, treten sie Schwalbe, Simson und Co. an. Die Technik funktioniert sofort und sie knattern los. Vor und nach ihnen die Bilder anderer Vereine und Privatpersonen.

Und die nehmen so einiges aufs Korn. „Vermiete Zwerg mit Licht, ab 12e brennt nüscht“, steht auf einem Wagen. Und bei einem anderen Umzugsbild ist zu lesen: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer braucht eine neue Feuerwehr im ganzen Land. Eine Wehr hinterm Berg wartet schon lange darauf.“

Zar und Zarin geben sich die Ehre, ebenso der Papst im Papamobil. Wer sich den Einkauf sparen wollte, musste nur die Hände aufhalten oder sich bücken. Es regnete nicht nur Kamelle. Der Geflügelhof Struppen verteilte Eier und Nudeln. Und wer geschickt war, konnte Würstchen von der Landfleischerei fangen. Und da war ja auch noch das Schwein des Volleyballvereins. Als der sich in Bewegung setzte, stachen allerdings schon verdächtig viele Rippen durch das Fleisch.

Spaß gemacht hat es wohl allen, und die Zuschauer applaudierten kräftig. Immer wieder ertönte der Schlachtruf „Struppen, Schelle, Schelle“. Wer noch mehr Fasching in Struppen erleben will, kann das am 31. Januar zum Maskenball und am 20. Februar im Mittelgasthof tun. Der Nachthemdenball am 7. Februar ist ausverkauft.

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