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In Tiefgarage gezündelt

Brandstiftung. Der dreiste Auto-Zündler wird immer gefährlicher. Nun hat er sogar Menschenlebenbewusst gefährdet.

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Von Alexander Schneider

Kurz nach 12.30 Uhr geht gestern bei der Feuerwehr ein Großalarm ein. Brand in der Tiefgarage auf der Budapester Straße, ein automatischer Brandmelder hat angeschlagen. Dieses Mal ist es kein Fehlalarm. Dicke schwarze Rauchwolken steigen mitten in dem Häuserblock in die Höhe, auf dem sich das Achat-Hotel, das Feldschlößchen-Stammhaus und ein Bürogebäude befinden, gleich neben der Arbeitsagentur. Während die Polizei die Häuser evakuiert, beginnt die Feuerwehr mit einem Großaufgebot unter schwerem Atemschutz in der Tiefgarage zu löschen. Es ist sehr heiß, so gut wie nichts zu sehen. Automatische Schleusen waren bereits geschlossen, so dass der Brandherd auf den Bereich unter dem Bürogebäude begrenzt blieb. Mehrere Autos brennen – an verschiedenen Stellen. Ein sicheres Zeichen für Brandstiftungen. Hat wieder der Autozündler zugeschlagen? Das fragen sich viele, die oben auf Informationen warten. Viele haben Autos, die noch in der Tiefgarage mit 160 Plätzen auf zwei Etagen stehen.

Viele Sorgen um die Autos

Eine bange Stunde vergeht. Schon ist die Rede von fünf, sogar sechs Autos, die zerstört wurden. Zwei Mitarbeiterinnen aus dem Hotel dagegen sind glücklich. Sie konnten ihre Autos noch schnell aus der Tiefgarage retten, nachdem der Alarm bereits ausgelöst war. Andere machen sich jetzt große Sorgen. „Ich habe heute das Auto von meinem Mann dabei, hoffentlich ist nichts passiert“, sagt eine Frau. „Sicher war es wieder der irre Autozündler“, sagt ein Mann.

Kaum einer bekommt mit, dass die Feuerwehr nach einem Vermissten sucht. Er wird in der Tiefgarage vermutet, könnte bewusstlos zwischen den Autos liegen. Ein Trupp sucht das Untergeschoss ab, findet jedoch niemanden. Dann wird Entwarnung gemeldet. Der Mann war glücklicherweise nicht in der brennenden Hölle.

Gegen 13.30 Uhr treffen die Tatort-Ermittler der Polizei ein. Die Feuerwehr hat den Brand unter Kontrolle, sorgt nun unterirdisch für Rauchfreiheit. Die Ermittlungen beginnen. Drei Autos sind komplett ausgebrannt: ein Skoda Oktavia, ein VW Passat und ein Audi 80. Ein viertes Fahrzeug wurde beschädigt, außerdem kam es zu starken Verrußungen. Andere Schäden können wohl erst später festgestellt werden.

An zwei Autos, die einige Meter voneinander entfernt sind, finden die Beamten Spuren von Brandstiftungen. Die Wagen stehen mit der Front an der Wand. „Hier konnte der Täter ungestört zündeln“, sagt Polizeisprecher Thomas Herbst. „Aber heute haben seine Taten eine neue Dimension erreicht. Heute bestand Lebensgefahr.“