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Deutsche gucken in Tschechien Fußball

Wegen Corona: Für Stadionatmosphäre besuchen sächsische Fußballfans sogar Zweitligaspiele.

Das Stadion von FK Teplice noch unter Normalbedingungen.
Das Stadion von FK Teplice noch unter Normalbedingungen. © Steffen Neumann

Der Fußballklub Varnsdorf (Warnsdorf) kann Fanunterstützung dringend gebrauchen. Am Montagabend machte er durch den 3:1-Sieg zu Hause gegen den Tabellenletzten Vítkovice einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt. „Jetzt haben wir es wieder selbst in der Hand“, sagte einer der Torschützen Adam Ondráček. Unerwartete Unterstützung kam von den Rängen. Dort befanden sich deutlich mehr als die sonst üblichen mehrere Hundert Zuschauer. Und das liegt an deutschen Fußballfans, die nach monatelanger Abstinenz nach Stadionatmosphäre gieren und dabei sogar mit Duellen in der zweiten tschechischen Liga vorliebnehmen. Den FK Varnsdorf freut es. „Hier waren auch früher immer mal wieder Zuschauer aus Deutschland, aber beim letzten Heimspiel waren es fast 100“, staunt Klubsekretär Zdeněk Přibyl und hat gleich eine Erklärung parat: „Die Deutschen sind sportverliebt. Diese Begeisterung fehlt mir in Tschechien ein bisschen.“

In Tschechien sind seit dem 1. Juli in Stadien 5.000 Zuschauer erlaubt. Dafür werden die Spielstätten aber in mehrere Sektoren unterteilt, damit das Abstandsgebot eingehalten werden kann.

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Über mehr Zuschauer freut sich auch der andere Zweitligaklub aus dem Norden Böhmens, FK Arma Ústí nad Labem (Aussig). Der Klub aus der Bezirksstadt hatte vor Jahren schon Erstligaluft geschnuppert und kooperiert im Nachwuchsbereich mit Dynamo Dresden. Das Stadion wurde vor Jahren modernisiert und das Niveau ist etwas höher als purer Abstiegskampf. Doch die Aufstiegsambitionen musste Ústí längst begraben. Umso überraschender wurde auch hier das zunehmende Interesse aus Deutschland registriert. „Von den 876 Zuschauern gegen Třinec waren Hundert aus Deutschland“, bestätigt Sportdirektor Petr Heidenreich. Unter normalen Bedingungen kämen maximal einige Dutzend Deutsche. Die Zusatzeinnahmen freuen die Klubkasse. Zumal die Deutschen auch großzügig im Fanshop einkaufen.

Die größte Anziehungskraft übt aber der Erstligaklub FK Teplice aus. Zwar rutschte der Klub dieses Jahr in die Abstiegsrunde, hatte aber dank steigender Form zum Ende der Saison nie etwas mit dem Abstieg zu tun. Zuletzt wurde Zlín mit 4:1 abgefertigt. Die Deutschen kaufen ihre Tickets, anders als die Tschechen, vor allem im Vorverkauf. „300 Karten im Vorverkauf hatten wir noch nie“, schwärmt Marketingchef Martin Kovařík. Da noch weitere ihre Karten direkt am Spieltag kauften, geht er sogar von deutlich mehr als 300 Fans aus. Das macht schon einen Unterschied, zumal sich in dem großen Stadion auch unter normalen Bedingungen oft nur 3.000 bis 4.000 Zuschauer verlaufen.

Saisonfinale trotz Corona-Ausbruch

Auf das nächste Heimspiel von Teplice müssen die Fans nun etwas länger warten. Ein Ausbruch des Coronavirus in der mährischen Bergbauregion Karviná betraf auch den dortigen Fußballklub, der in der Abstiegsgruppe der Ersten Liga spielt. Kurzzeitig stand sogar ein Saisonabbruch im Raum. Nun werden die restlichen Spiele später absolviert. Dann erwartet Teplice zum Saisonfinale am 26. Juli den schlesischen FC Opava. Etwas früher findet das letzte Heimspiel des FK Varnsdorf statt. Am 14. Juli wird zu Hause der Brünner SK Líšeň erwartet. Im Kampf gegen den Abstieg sei Unterstützung von den Rängen sehr nötig.

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