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In zwei Wochen dampft es hier

Weinböhla. Lars Theuerkauf ist der Küchenchef im neuen Restaurant des Zentralgasthofes. Er setzt auf leichte Kost.

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Von Torsten Oelsner

In der neuen Gaststätte in Weinböhlas Zentralgasthof sind die Handwerker buchstäblich auf die Zielgerade eingebogen. Am Tresen wird noch an der Verkleidung geschraubt, Maler pinseln irgendwelche kniffligen Ecken fertig und Frauen räumen derweil Dutzende von Brätern, Gläserkartons und Töpfen ein. Und mitten drin steht Lars Theuerkauf und muss tausend Dinge gleichzeitig im Kopf haben und genausoviele Antworten auf Fragen von allen Seiten.

Trüffelhund Dante ist auch mit

Theuerkauf ist der gastronomische Leiter der Einrichtung, wie es offiziell heißt. Ihm zur Seite stehen noch zwei Köchinnen und drei Servicekräfte. Der 29-Jährige, der im Dezember 30 wird, stammt aus einem kleinen Dorf nahe Stendal in der Altmark. Gelernt hat er in einem traditionellen und renommierten Familienbetrieb bei Hannover. Dann zog es ihn weiter weg. In Hamburg stand er beispielsweise im Nobel-Hotel Vier Jahreszeiten am Herd, ehe es ihn über eine kurze Zwischenstation in Dresden in die Schweiz verschlug. Dort in Chur, im Kanton Graubünden, arbeitete er die letzten drei Jahre in einem Szenelokal. „Aber die Schweiz ist nicht ganz einfach für uns Deutsche“, sagt Theuerkauf. Als Auswärtiger finde man nur schwer Zugang. Unausgesprochen war wohl auch ein bisschen Heimweh mit dabei, als er von einem Freund auf die Weinböhlaer Aktivitäten aufmerksam gemacht wurde und sich daraufhin umgehend hier bewarb. Aus seinem Intermezzo in Dresden kannte er die Umgebung schon und war auch früher schon einmal in Weinböhla. „Aber damals gab es eben die Küche noch nicht und man suchte noch einen Pächter“, sagt er.

In der Schweiz warten noch Partnerin Ivonne und der dreijährige Lukas, dass der Papa sie nachholt. Nur Trüffelhund Dante ist schon mit dabei und hat im Zentraler außer der Küche schon alles beschnüffelt. „Noch wohne ich hier zur Miete, aber wenn alles gut läuft und das Geschäft stabil ist, wäre ein Häuschen in Weinböhla schon das Ziel“, umreißt Theuerkauf knapp seine ganz persönlichen Zukunftspläne, die ganz der Weinböhlaer Doktrin entsprechen, junge Familien anzuziehen und einzubürgern.

Mediterrane Küche

Kulinarisch nimmt er sich den Spagat zwischen der traditionellen deutschen und der leichten, mediterranen Kost vor. Gedacht ist dabei an Elemente der spanischen Küche, wenn es um Fleischgerichte geht und Anleihen bei der italienischen in Bezug auf Fischgerichte.

Aber ganz so weit ist man in Weinböhla noch nicht. Noch steht nicht mal ein exakter Eröffnungstermin fest. Gedacht sei ohnehin an einen „leisen Beginn“ mit einer zweimonatigen Probezeit bis zum Neujahrsempfang der Gemeinde am 15. Januar. Am heutigen Sonnabend können alle schon mal gucken. Pech nur: Zu essen und zu trinken gibt es noch nichts.