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Industriebrache wird zum Park

Wo eine Pulvermühle früher Schwarzpulver produziert hat, erleben Gäste jetzt Geschichte.

Eigentlich ist der Pulvermühlenpark am südlichen Zipfel des Ebertplatzes noch gesperrt. Doch am späten Mittwochnachmittag hatte die Stadt zu einem ihrer Gartenspaziergänge eingeladen. Auf dem rund 3 000 Quadratmeter großen Grundstück ist ein Erholungspark entstanden, auf dem die Gestalter Dresdner Mühlengeschichte wieder aufleben lassen. Früher war hier ein bedeutender Industriestandort, vor allem durch eine Pulvermühle, die Schwarzpulver hergestellt hatte.

Zu den Gestaltern gehört Angela Schüler. Die freie Landschaftsarchitektin zeigte den Besuchern beim Gartenspaziergang den Park mit seinen Wegen und Stationen. Mittelpunkt sind die zwei großen Mühlradnachbauten aus Stahl im wieder freigelegten Weißeritzmühlgraben. Der war 1937 zugeschüttet worden. Reste vom Verfüllmaterial wie Hunderte Flaschen, Tassen, Teller und Keramik-Figuren wurden bei den Grabungen gefunden. „Sogar Meißner Porzellan war dabei“, sagt Schüler. Der Kulturverein Zschonermühle war zwei Jahre damit beschäftigt gewesen, den Graben freizulegen. In Handarbeit. Jetzt stecken einzelne Funde und Scherben in den als Sitzbänke angelegten Gabionen.

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Die Parkanlage zählt zum städtischen Projekt Weißeritz-Grünzug, der sich von der Bauhofstraße bis in den Plauenschen Grund zieht. Seit Mitte der 2000er-Jahre wurde an der Umsetzung gearbeitet. Mit mehreren größeren Pausen. Erste Grabungen gab es 2006, berichtet Schüler. Ein Jahr später wurde ein Konzept entworfen. Nachdem der Mühlgraben freigelegt war, wurde noch einmal umgeplant.

Als die endgültige Gestaltung feststand und die Finanzierung mit EU-Geld gesichert war, blockierte die Natur die Umsetzung. Denn die geschützte italienische Mauereidechse wurde entdeckt. Die meisten Exemplare wurden vorübergehend eingefangen und umgesetzt. Inzwischen sind viele zurückgewandert. (lk)