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Info-Zentren entstehen im Umgebindeland

In ausgewählten Häusern soll künftig über die Umgebinde-Architektur informiert werden. Neben Großschönau ist nun auch Cunewalde im Gespräch.

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Von H. Engel & S. Beutler

Das Inselhaus in Großschönau machte den Anfang. Die Eigentümer Ralph und Ursula Engel sanieren das kleine Häuschen an der Theodor-Haebler-Straße nicht nur, damit es künftig als Ferienhaus genutzt werden kann. Sie haben sich zudem verpflichtet, es als kleines Informationszentrum für die Umgebinde-Architektur zur Verfügung zu stellen. So werden bestimmte Sanierungsdetails auch nach der beendeten Rekonstruktion sichtbar bleiben, kündigte Architekt Knut Wolf zum Baustart an. Auch eine Broschüre soll es zu dem Haus einmal geben. Das alles ist möglich durch eine Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). 125000Euro stellt die Osnabrücker Stiftung zur Verfügung, um an diesem ausgesuchten Objekt eine vorbildliche Sanierung für Interessierte darstellen zu können.

Etwas Ähnliches schwebt nun auch der Gemeinde Cunewalde für ihr Kirchberghäusel vor: Ein Umgebinde-Informationszentrum. Die Gemeinde Cunewalde hat mittlerweile das baufällige Umgebindehaus am Kirchberg 2 gekauft und bereitet umfangreiche Sanierungsarbeiten vor. Über die Pläne der Gemeinde informierte jetzt Beigeordneter Wolfram Leunert (CDU) den Bautzener Kreistag. Der Kreis unterstützt das Vorhaben mit 25000Euro, die Räte gaben grünes Licht. Zur Finanzierung des Projekts hat die Gemeinde bei weiteren Institutionen Förderanträge gestellt. Die Sanierungkosten für das Haus werden auf 200000Euro beziffert. Wann die Arbeiten beginnen, ist noch offen.

Einer dieser Finanzanträge richtet sich auch an die DBU. Nach Angaben von Jeannette Gosteli, Leiterin der Geschäftsstelle Umgebindeland, könnte das Cunewalder Gebäude neben dem Inselhaus und dem Pilgerhäusl in Hirschfelde das dritte Objekt sein, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Rahmen der modellhaften Sanierung gefördert werden könnte.

Das Informations-Zentrum in Cunewalde soll über Architektur und Baugeschichte des Umgebindes informieren und Interesse am Erwerb eines solchen Hauses wecken. Wenn dann auch noch im geplanten Naturpark-Domizil, im Waltersdorfer Kretscham, ein Informationszentrum für das Umgebindeland eingerichtet wird, gäbe es zumindest in der südlichen Oberlausitz ein flächendeckendes Netz solcher Einrichtungen.