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Ingenieur gewinnt bei Günther Jauch

Ernst Thomas Rätze aus Cunewalde erfüllte sich jetzt einen Traum: Er war Kandidat in der RTL-Show „Wer wird Millionär“. 64 000 Euro räumte der 32-Jährige ab. Ausgestrahlt wurde die am 11. November aufgezeichnete Sendung am vergangenen Sonnabendabend.

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Von Rica Sturm

Genau vier Möglichkeiten gibt es, um in die Millionärs-Show von Günther Jauch zu kommen. „Man kann sich bei der Produktionsfirma direkt als Kandidat bewerben, über SMS, per Telefon oder übers Internet“, erklärt Ernst Thomas Rätze. Er wählte die letzte Variante. Immer wieder mal schickte der Cunewalder eine 98 Cent teure Bewerbungs-E-Mail ab. „Ich habe mir gedacht, die Wahrscheinlichkeit, in die Show zu kommen und Geld verdienen zu können, ist höher als beim Lotto, und sie beruht nicht nur auf Glück“, sagt der 32-Jährige. Die 98 Cent pro E-Mail investierte er gern. „Manche geben jede Woche 20 Euro fürs Lottospielen aus.“Ende Oktober bekam der frühere Weißwasseraner von der Firma Endemol einen Anruf. „Ich musste am Telefon ein paar Wissensfragen beantworten“, erinnert sich der junge Mann. Dann sagte man ihm, dass sich das Unternehmen melden werde, falls er zu den Kandidaten gehöre. Sechs Tage vor Aufzeichnung der Sendung kam der erhoffte Anruf. Der Cunewalder war dabei.Am 11. November machte sich Ernst Thomas Rätze mit seinem Freund Steffen aus Cunnersdorf auf den Weg nach Hürth, eine halbe Autostunde von Köln entfernt. Gegen 21 Uhr begann die Aufzeichnung der Sendung. Bei der Einstiegsfrage, die die Kandidaten auf den „heißen Stuhl“ bei Günther Jauch bringt, war der 32-Jährige am schnellsten. „Auf dem Stuhl zu sitzen, war ja der Grund, warum ich dort hingefahren bin“, sagt er schmunzelnd.Mit Taktik, Konzentration und mit Hilfe der drei verfügbaren Joker arbeitete sich der studierte Ingenieur für Umweltwissenschaften und Verfahrenstechnik bis zur 125 000-Euro-Frage durch – einer Schlangenfrage. Dort hörte Ernst Thomas Rätze auf. Sein Beruf habe ihm bei der Taktik der Fragenbeantwortung geholfen, weniger sein Fachwissen, sagt der 32-Jährige.Doch immerhin 64 000 Euro konnte der Vater einer dreijährigen Tochter mit nach Hause nehmen. Einen solchen Gewinn hatte nicht nur seine Frau Yvonne erwartet, sondern auch sein Chef. „Wir sind sogar froh, dass es nicht mehr geworden ist“, sagt Arnd Böhmer, Geschäftsführer des Bautzener Ingenieurbüros für Geotechnik. „Sonst wäre unser bester Mann vielleicht nicht wiedergekommen“, ergänzt er schmunzelnd.Wozu er das Geld verwenden werde, verriet der Cunewalder Haus- und Hobbybrauer dem Publikum schon in der Sendung. „Wir wollen die Familie erweitern“, kündigte er vielsagend an. Was er ansonsten mit seinem Gewinn anfängt, darüber möchte er noch in Ruhe nachdenken.