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Initiative will Sachsenbad-Verkauf stoppen

Die Stadt Dresden hat einen Käufer für das Denkmal an der Wurzener Straße gefunden. Dessen Pläne stoßen allerdings auf Gegenwehr.

Die Stadt hat per Ausschreibung nach einem Käufer für das Sachsenbad gesucht und wurde nun fündig.
Die Stadt hat per Ausschreibung nach einem Käufer für das Sachsenbad gesucht und wurde nun fündig. © Christian Juppe

Dresden. Nach Jahren des Stillstands wurde nun ein Investor gefunden, der das Sachsenbad an der Ecke Wurzener/Rehefelder Straße sanieren möchte. Die Stadt hatte per Ausschreibung nach einem geeigneten Käufer gesucht. Nun hat sich die Verwaltung für einen Bieter entschieden, dessen Pläne demnächst den Dresdner Politikern vorgelegt werden sollen. Bei der Bürgerinitiative "Endlich Wasser ins Sachsenbad", die sich bereits seit Jahren für die Wiederbelebung des Denkmals einsetzt, sorgt die Nachricht allerdings nicht für Freude. Sie will den Verkauf nun sogar stoppen.

Initiative für Gesundheitsbad

Denn auch wenn die Vorlage noch nicht öffentlich ist und die Stadt bislang zu den Details schweigt, scheint es wahrscheinlich, dass der potenzielle Käufer das Sachsenbad nicht als Schwimmbad wiedereröffnen will. Der einzige Bieter, der ein solches Konzept vorgesehen hat, war die Ginkgo Projektentwicklungsgesellschaft aus Dresden. Die hatte allerdings die Stadt als möglichen Pächter angedacht. Das widerspricht den Ausschreibungskriterien, die keine finanzielle Beteiligung der Stadt vorsehen - weder an den Sanierungs- noch an den späteren Betreiberkosten. Nach Informationen des Onlineportals Pieschen aktuell plant der bevorzugte Bieter in dem Gebäude auf der Wurzener Straße eine Saunalandschaft, Co-Working-Arbeitsplätze sowie gastronomische Angebote - eine Nutzung, die für die Bürgerinitiative nicht infrage kommt.

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Schon mehrfach hat sich die Gruppe engagierter Dresdner für eine Wiederbelebung als Gesundheitsbad ausgesprochen, mehr als 4.000 Unterschriften dafür gesammelt und sogar ein eigenes Konzept geschrieben. Nun wird die Initiative erneut aktiv, um den geplanten Verkauf zu verhindern. "Wir sammeln erneut Unterschriften um ein Bürgerforum gemäß Bürgerbeteiligungssatzung der Landeshauptstadt Dresden zu initiieren", erklärt Claudia Rüdiger. Kommen 2.500 Unterstützer zusammen, müsste die anstehende Stadtratsentscheidung bis zum Bürgerforum ausgesetzt werden. In dem Forum werden alle interessierten Dresdner über die Pläne der Stadt informiert und können ihre Empfehlung an den Stadtrat geben.

20 Millionen Sanierungskosten

Zwar plant die Stadt auch eine Bürgerversammlung zur Zukunft des Sachsenbads. So hatte es der Stadtrat auch in Auftrag gegeben. Doch wie nun bekannt wurde, soll diese erst nach der Entscheidung über den Verkauf stattfinden. Das will die Bürgerinitiative verhindern. Erst am Dienstag hat die Initiative die Aktion gestartet. In den kommenden Tagen sollen Unterschriftenlisten ausgelegt werden - vor allem in Pieschener Institutionen. "Es kann aber jedermann selbst aktiv werden, eine solche Liste von unserer Website herunterladen und uns unterschrieben wieder zukommen lassen", so Rüdiger. Und auch online kann die Petition unterschrieben werden. 

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Das Ziel der Initiative ist, dass der Stadtrat dem Verkauf nicht zustimmt. Stattdessen sollte das Bad der städtischen Bäder GmbH übertragen und von dieser saniert werden - also mit Finanzmitteln der Landeshauptstadt. Die hatte dies bisher konsequent abgelehnt. Auch weil die Sanierungskosten auf rund 20 Millionen Euro geschätzt werden. Dass im Dresdner Nord-Westen aber dringend ein weiteres Bad benötigt wird, hatte die Stadt mehrfach selbst eingeräumt.

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