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Ins Pulsnitzer Zentrum kommt wieder mehr Farbe

Das Haus Am Markt 10 wird derzeit saniert. Ins Erdgeschoss zieht eine Praxis für alternative Schmerztherapie.

Von Reiner Hanke

Noch ist die Fassade Am Markt 10 in Pulsnitz hinter einem Gerüst und Planen versteckt.

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Zwischen den Dachsparren eröffnet sich ein Blick auf die Innenstadt, wie es ihn sobald nicht wieder geben wird: über den Markt zur Kirche. Auf der Rückseite des Hauses lässt der Zimmermann gerade die Handkreissäge durchs Holz gleiten. Hier entsteht die Holzkonstruktion für Dachgauben. Bauleiterin Anja Dörndorfer von der Firma Hochkirch Bau erklärt: „Wir setzen Gauben auf das Dach, um die Räume zu vergrößern und mehr Licht hinein zu bringen.“ Die Gauben zum Markt sind bereits fertig.

Bauherr ist Thomas Skurnia, Geschäftsführer der Firma TS Personaldienstleistung in Pulsnitz, bisher auf der Lichtenberger Straße. Der neue Firmensitz wird aber bald direkt am Markt sein. Dafür wird hier momentan gebaut. Und die Pulsnitzer Innenstadt bekommt wieder einen Hingucker mehr, eine graue Fassade verschwindet. Die ist denkmalgeschützt. „Die neue Farbe muss natürlich in das Marktambiente passen“, sagt Thomas Skurnia. Die Denkmalschützer seien auch vor Ort gewesen und hätten die Farbwahl mit ihm abgestimmt. Ein warmer bräunlicher Ton sei es. Hinter der Fassade ist das marode Gebäude total entkernt worden. Inzwischen haben die Maurer neue Wände hochgezogen. Hier entsteht ein modernes Bürogebäude. Im Vorjahr habe er das Gebäude gekauft: „Ich wollte mit dem Unternehmen gern zentral in Pulsnitz sitzen und natürlich freut es auch die Stadtverwaltung, wenn wieder ein Gebäude saniert und belebt wird.“ Viel über die Geschichte des Gebäudes sei leider nicht bekannt, sagt Thomas Skurnia. Erbaut wurde es vermutlich im 18. Jahrhundert, es könnte sogar noch älter sein. In den 1930er Jahren wurde eine Etage aufgestockt. Damals war ein Gardinengeschäft im Erdgeschoss.

Derzeit wird in den Obergeschossen die historische Fachwerkkonstruktion wieder errichtet. Frisches Holz wartet auf den Zuschnitt. Das Fachwerk war früher überputzt gewesen: „Wir wollen, dass es künftig zu sehen ist und den Räumen etwas Besonderes gibt.“ Über drei Etagen bis unters Dach wird hier künftig die Firma des Personaldienstleisters einziehen. Damit war auch die schwierigste Aufgabe verbunden. „Wir müssen ja unsere Büros über drei Etagen miteinander vernetzen.“ Die Lösung ist eine Holztreppe. Die verbindet die Räume unabhängig vom Treppenhaus. Hier sollen bald die acht internen Mitarbeiter der Personaldienstleistung die Geschäfte managen, die Firmenkunden und die externen Mitarbeiter betreuen. 250 Fachleute sind für Thomas Skurnia im gesamten Landkreis Bautzen in Handwerk und Industrie tätig, vom Heizungsmonteur bis zum Lageristen. Die TS Personaldienstleistung gibt es seit fünf Jahren in Pulsnitz. Es ist also ein kleines Jubiläum.

Zugleich rückt der Umzug in den neuen Firmensitz immer näher: „Auch wenn es vielleicht noch nicht danach aussieht: wir liegen voll im Zeitplan“, sagt Thomas Skurnia. Elektriker, Klempner, Heizungsmonteure, Zimmerleute schrauben, sägen, löten, bohren in allen Etagen. Ende Juni sollen die Handwerker fertig sein. „Am 1. Juli ziehen wir ein“, so Thomas Skurnia.

Das Erdgeschoss bleibt vorerst leer, aber nicht für lange Zeit. Denn hier soll im kommenden Jahr eine Arztpraxis einziehen: „Hier eröffnet meine Katrin eine Praxis für alternative Schmerztherapie“, sagt der Bauherr. Offen ist noch die Zukunft des Anbaus auf der Rückseite des Gebäudes. Den nutzen derzeit die Bauleute für ihre Pausen. Früher war dort eine Schmiede, weiß Thomas Skurnia. Vielleicht lässt sich an die Geschichte irgendwie anknüpfen.