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Insellösung für volle Stadtkasse

Ich schlage einen Erfahrungsaustausch mit dem Betreiber der Villa Barococo in Nossen vor.

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Von Ricardo Silvestry

Auf einer eilig einberufenen Sondersitzung des Stadtrates diskutierten die Abgeordneten über Möglichkeiten, wieder etwas auf die hohe Kante zu legen. Anlass dazu war eine unerwartete Möglichkeit nach dem Ausbaggern der Mulde.

Der Fakt

Das Steuerrecht der Bundesrepublik und des Freistaates Sachsen erstreckt sich auf das Gebiet, dass zur Gründung beziehungsweise dem Beitritt der DDR vorhanden war. Bei der in diesem Jahr stattgefundenen Muldenregulierung in Roßwein sind Inseln, darunter eine größere von 400 Quadratmetern, entstanden, die demnach nur der Rechtsbarkeit der Stadt unterliegen.

Die Diskussion

Peter Krause (Die Linke), Finanzexperte: Wir sollten hier ein Spielkasino errichten. Da für diese Insel keine Steuern an Bund und Land zu entrichten sind, können wir diese Einnahmen für unseren städtischen Haushalt verbuchen. Und mit dem Geld könnten wir dann endlich den „Rheinischen Hof“ auf Vordermann bringen.

Hans-Jürgen Schibiak (CDU): Da es sich um eine Insel handelt, sollten wir versuchen, hier eine Wasserkraftanlage zu installieren. Damit könnten wir kostengünstig Strom produzieren und keine Straßenlaternen muss nachts mehr abgeschaltet werden.

Thomas Winter (SPD): Mit solch einer Insel können wir prima für den Bildungsstandort Roßwein werben.

Welche Schule kann schon preiswerte Ausflüge auf eine Insel anbieten?

Egon Näser (SPD): Zu bedenken gilt, wie die Insel vom Festland her zu erreichen ist. Ich plädiere für eine Brücke aus Holz. Mit meinem Zimmererkollegen und Stadtrat Uwe Leeser (CDU) werde ich Verbindung mit der Nachbargemeinde Etzdorf aufnehmen, die bekanntlich an der Silberwäsche eine wunderschöne Brücke aus Bongossi-Holz gebaut hat.

Uwe Hachmann (SPD): Es ist doch klar: Die Insel muss sportlich genutzt werden. Hier passt prima der Seniorenspiel(Sport)platz hin. Schließlich werden wir immer älter, auch unser Bürgermeister. Und eines Tages kann er nicht mehr Fußball spielen, sondern muss mit seinen altersschwachen Knochen auf eine seniorengerechte Sportangebot zurückgreifen.

Bernd Handschack (CDU): Ganz gleich, was auf der Roßwein-Insel geschieht, sie muss auch für die Einwohner der Ortsteile zugänglich sein. Wir sollten versuchen, Fördermittel aus dem Dorferneuerungsprogramm zu bekommen, um eine Buslinie zur Insel einzurichten.

Rosmarie Marschner (CDU): Wir sollten auf der Insel eine überdachte Bühne errichten und hier einen Veranstaltungsort etablieren. Schließlich endet auf der Insel auch die Zuständigkeit der GEMA. Dann braucht zum Beispiel unser Frisch-auf-Chor keine horrenden Abgaben mehr an die GEMA zu entrichten.

Jens Schmidt (CDU): Für die Versorgung der Insel-Gäste sollten aber ausschließlich einheimische Handwerker und Gewerbetreibende herangezogen werden. Ich denke auch an die Schaffung von Übernachtungsmöglichkeiten mit besonderem Flair nach. Da sollten wir einen Erfahrungsaustausch mit den Betreibern der Nossener Swinger-Villa Barococo pflegen. Ich schlage einen dienstlichen Besuch dieses Klubs vor.

Der Nachtrag

Die Diskussion konnte während der Sitzung nicht zu Ende gebracht werden. Weitere Vorschläge sind gefragt. Es besteht auch die Möglichkeit für die Roßweiner, ihre Ideen einzubringen. Das ist am besten unter folgender Mailadresse möglich: [email protected] Mit der Realisierung, so Bauamtsleiterin Petra Steurer, sei erst im zweiten Halbjahr nächsten Jahres zu rechnen.