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Inspiration am Malerweg

Blautöne faszinieren Künstlerin Andrea Moliére. Wie man diese gekonnt in Szene setzt, verrät sie anderen im Atelier.

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© Daniel Förster

Von Heike Wendt

Morgen startet Andrea Moliére mit dem ersten offenen Ateliertreffen zum kreativen Malen. Die Künstlerin aus Lohmen, deren Atelier direkt am Malerweg liegt, öffnet zweimal in jedem Monat, immer mittwochs, ihre Räume für Kinder und Erwachsene. Umgeben von Aquarellen, Collagen und Holzdrucken gibt die diplomierte Textildesignerin ihr Wissen und ihre Erfahrungen an Interessierte weiter. Jeder kann mit ihrer Unterstützung seine eigenen Kunstwerke gestalten.

Festgelegte Themen für die einzelnen Veranstaltungen gibt es nicht. „Jeder kann seine eigenen Ideen mitbringen und bekommt hier die nötige Unterstützung“, sagt sie. An Inspiration dürfte es nicht mangeln. Allein ein Blick auf die ausgestellten Arbeiten im Atelier ist Anregung genug. Hier sind Arbeiten in verschiedenen Techniken und aus unterschiedlichen Schaffenszeiten zu sehen. Besonders häufig finden sich Blautöne in den Räumen. Die Vorliebe der Künstlerin dafür lässt sich nicht verheimlichen. Wellen, Wasser und Bewegung spiegeln sich in vielfältiger Art von den Wänden. Das sprudelnde Etwas lässt Andrea Moliére nicht los, und ihre Bilder sind – wie das Element selbst – ständig auf dem Weg der Veränderung. Ist ein Motiv gefunden, variiert sie im nächsten mit Formen und Farben, lässt Bewegungen anders verlaufen, probiert ein neues Format fürs Bild oder eine andere Technik. Oder sie lässt weitere Elemente wie etwa Steine oder Sand einfließen.

Ihre zweite Zuneigung gilt Tulpen. Mehrere Arbeiten mit deren Blüten waren bereits öffentlich ausgestellt. Die Frühlingsblume zieht sie besonders wegen ihrer Wandlungsfähigkeit in den Bann. Die unendlich vielfältigen Formen und Farben sind für Andrea Moliére Sinnbild für Metamorphose. Vom ersten Erscheinen zartgrüner Spitzen über das Hervorbringen hauchfeiner Farbränder, das schnelle Wachstum, sobald die Sonne ihre Kraft entfaltet, bis zum faszinierenden Anblick pollenbehafteter Blütenstempel bietet die Pflanze unzählige Motive. Wie eine besondere Stimmung auf dem Bild erreicht, wie Spannung erzeugt werden kann oder mit welchen Mitteln sich ein besonderer Blickwinkel darstellen lässt, all das verrät die Künstlerin in ihren Kursen. Ob man einmal oder regelmäßig kommt, ist jedem freigestellt. „Es gibt keine Vorgabe dafür“, sagt sie. Wer möchte, kann auch ganz individuell bei ihr in die Lehre gehen. Oder sich draußen in der Natur beispielsweise am Wagner-Denkmal oder an der Bastei von der Felslandschaft inspirieren lassen und zum Malen verabreden. Je nach Projekt und Zeitbudget sind auch Ganztageskurse möglich.

Vor zwölf Jahren zog die in Tübingen geborene Künstlerin in das Haus an der Wesenitz in Lohmen und richtete hier das Atelier ein. Zuvor wohnte sie mehrere Jahre in Pirna. Nach ihrer Ausbildung als Designerin arbeitete sie zunächst in der Industrie.

Nächste Kurstermine im Atelier am Malerweg, Am Wesenitzbogen 2, Lohmen: 29. Januar, 12. und 19. Februar, 12. und 26. März, 9. und 30. April, 14. und 21. Mai.

Für Kinder jeweils 16.15 bis 17.15 Uhr, Erwachsene 19.30 bis 21.30 Uhr. Kursgebühr 15 Euro. Kontakt:  03501 774633, E-Mail: [email protected]