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Weißwasser

Intensive Ausbildung statt Ferienfreuden

24 künftige Feuerwehrkameradinnen und -kameraden absolvieren in Rietschen den ersten Kompaktlehrgang.

Die Teilnehmer des ersten Kompaktlehrganges für künftige Feuerwehrleute stellen sich mit ihren Ausbildern auf dem Gelände der Fema Rietschen zum Gruppenfoto.
Die Teilnehmer des ersten Kompaktlehrganges für künftige Feuerwehrleute stellen sich mit ihren Ausbildern auf dem Gelände der Fema Rietschen zum Gruppenfoto. © Rolf Ullmann

Ein neues Kapitel in der Ausbildung künftiger Feuerwehrleute wurde während der vergangenen zwei Wochen im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Rietschen und auf dem Gelände der Fema aufgeschlagen. Zum ersten Mal löste ein Kompaktlehrgang in Vollzeit die bisherige Grundausbildung, die über mehrere Wochenenden verteilt durchgeführt wurde ab. 24 Feuerwehranwärterinnen und -anwärter, hauptsächlich aus dem Inspektionsbereich Weißwasser, eigneten sich die Grundlagen des Feuerwehrwesens an. Das Durchschnittsalter betrug 21 Jahre. Die jüngsten Lehrgangsteilnehmer zählten gerade mal 16 Lenze. Sieben Feuerwehr-Anwärterinnen reihten sich dabei in die Gruppe der Auszubildenden ein.

Grundlagen in der Jugendfeuerwehr

Während der Eröffnung der Ausbildung am 10. Februar begrüßte die Kreisausbilderin Jeannette Hänchen gemeinsam mit dem Kreisbrandmeister Gerd Preußing die jungen Leute, die zumeist ihre ersten Schritte in den Jugendfeuerwehren unternommen hatten. Neben den Freiwilligen Feuerwehren Rietschen und Daubitz ergriffen auch die Wehren aus Weißwasser, Gablenz, Klein Priebus Krauschwitz, Reichwalde, Klitten, Kaltwasser, Groß Radisch und Kunnersdorf die Gelegenheit, ihrem künftigen Nachwuchs die Teilnahme am Lehrgang zu ermöglichen. In dessen Verlauf erwies sich das bereits in den Jugendfeuerwehren Erlernte als eine gute Basis, auf der die Ausbilder aufbauen konnten.

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Nach der theoretischen Prüfung am Donnerstag stellten die künftigen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden einen Tag später ihre erlernten praktischen Fertigkeiten im Einsatz der Feuerwehrtechnik unter Beweis. Mit diesen Prüfungen setzen die Lehrgangsteilnehmer ihren Leistungen während der letzten zwei Wochen die Krone auf. Mit großer Einsatzbereitschaft haben sie sich in der ersten Ferienwoche zunächst die theoretischen Grundlagen für ihren Einsatz als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr angeeignet. Neben den Rechtsgrundlagen standen dabei auch Probleme der Unfallverhütung, der Begegnung von Gefahren an der Einsatzstelle, die Gruppe im Löscheinsatz, Technische Hilfeleistung sowie die Fahrzeug- und Gerätekunde im Mittelpunkt der Wissensvermittlung. An den Nachmittagen im ersten Abschnitt sowie während der Ausbildungstage in der zweiten Woche rückte die sichere Beherrschung der Technik in den Fokus des Lehrganges; etwa: Was ist während des Löschangriffs zu beachten? Das Leisten der Ersten Hilfe, das Retten von Personen sowie die Leiter- und Schlauchkunde bildeten die wichtigsten Schwerpunkte während der Ausbildung.

Kompaktlehrgang bietet Vorteile

Für die Kreisausbilderin Jeannette Hänchen sowie alle daran Beteiligten bildete dieser erste Kompaktlehrgang einen Test, der jedoch durch seine positiven Effekte alle überzeugte. Das am Vortag Erlernte und Gehörte war am nächsten Tag noch frisch in Erinnerung. Die Mitglieder der Ausbildungsgruppen lernten sich besser kennen und wuchsen zu Gemeinschaften zusammen, in denen sich jeder auf den anderen verlassen konnte. Schließlich ersetzte diese Ausbildungsform die bisherige Praxis, bei der die Teilnehmer jeweils am Freitagabend nach einem anstrengenden Arbeits- oder Schultag bis 22 Uhr und am darauffolgenden Sonnabend den ganzen Tag auf ihre Freizeit verzichten mussten. Diese Belastungen hielten gewiss den einen oder anderen durchaus davon ab, sich dieser Prozedur zu unterziehen.

Diese Einschätzung teilten die beiden sechzehnjährigen Anwärter Sophie Halkasch aus Reichwalde und Philipp Weigert aus Klitten in vollem Umfang. So sagte Sophie Halkasch: „Der Lehrgang ist klasse, Wir verstehen uns alle sehr gut. Außerdem findet er kompakt in den Ferien statt.“ Philipp Weigert hob den herrschenden Teamgeist sowie die familiäre Atmosphäre in den beiden Wochen besonders hervor.

„Mein Dank gilt zum einen der Gemeinde Rietschen und zum anderen den zahlreichen Ausbildern“, sagte Jeannette Hänchen. Denn Wilfried Reckusch, der Gemeindewehrleiter, Arne Püschel, Matthias Woithe, Michael Schüler und die Familie Fuchs, die für die Verpflegung sorgte, trugen wesentlich dazu bei, den Lehrgang zu einem guten Ende zu bringen. Auch die Feuerwehr auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz leistete mit ihrer Technik sowie der Möglichkeit, ihre Einrichtungen bei einem Besuch kennenzulernen, wertvolle Unterstützung.

Doch nach dem Lehrgang ist vor dem Lehrgang. Denn die Ausbildung und die Bewährung für die Feuerwehranwärterinnen und -anwärter setzt sich in den nächsten Wochen und Monaten fort. Weitere 80 Stunden in den Ausbildungen sowie bei den Einsätzen sind zu absolvieren. Bewähren sie sich dabei, entscheiden die Mitglieder der jeweiligen Wehr zumeist während der Jahreshauptversammlung über die Aufnahme der neuen Mitglieder in ihre Reihen – als Feuerwehrleute.

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