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Interesse an betreutem Wohnen nimmt zu

Seit April wird in Königswartha im Gelände von Pflegeheim, Sozialstation und Rettungswache wieder gebaut. Das letzte Haus wird saniert. Es entstehen zwölf Wohnungen für betreutes Wohnen. Im Februar 2004 ist Einzug.

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Von Kerstin Fiedler

Seit April wird in Königswartha im Gelände von Pflegeheim, Sozialstation und Rettungswache wieder gebaut. Das letzte Haus wird saniert. Es entstehen zwölf Wohnungen für betreutes Wohnen. Im Februar 2004 ist Einzug.

Werbung braucht der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes für das betreute Wohnen offensichtlich nicht mehr zu machen. Elf der zwölf neu entstehenden Wohnungen dieser Art in Königswartha sind schon vermietet. Nur eine etwas kleinere ist noch frei. „Das zeigt uns, dass diese Form, seinen Lebensabend zu verbringen, immer beliebter wird und dass Königswartha noch mehr davon brauchen könnte“, sagt Christiane Muche-Simon, Leiterin Soziale Dienste beim DRK-Kreisverband.

Die Wohnungen sind zwischen 39 und 52 Quadratmetern groß. Bis auf zwei haben alle Balkon oder Terrasse. Erreichbar ist das Obergeschoss mit einem Fahrstuhl. Der Hausnotruf ist selbstverständlich. Die Miete kostet 5,30 Euro pro Quadratmeter. Dazu kommen je Quadratmeter noch 1,90 Euro für die Betriebskosten sowie das Geld für die Betreuungspauschale. Die liegt für allein Stehende bei 65, für Paare bei 85 Euro pro Monat.

Betreuung bis zur Pflegestufe 3

Im Unterschied zu den anderen betreuten Wohnanlagen des DRK können hier die Mieter bis zur Pflegestufe 3 betreut werden. „Durch die Nähe des Pflegeheims, der Sozialstation und der Rettungswache sind ausreichend gut ausgebildete Fachkräfte vor Ort. Ein großer Vorteil des Standortes“, sagt Christiane Muche-Simon. Ein weiterer Vorteil der Konzentration dieser Einrichtungen ist, dass die Mieter die Veranstaltungen und Angebote des Pflegeheims nutzen können. Dazu zählen zum Beispiel Ergo- und Beschäftigungstherapie oder auch die Tagespflege.

Die Betreuungspauschale muss bezahlt werden, auch wenn die Mieter die Angebote noch nicht in großem Rahmen in Anspruch nehmen. Sie ist unter anderem für den Hausnotruf und die Betreuungsperson gedacht. Bisher waren dies ABM-Kräfte beim DRK. Vor zwei Jahren konnte das DRK noch auf acht, voriges Jahr auf vier ABM-Kräfte zurückgreifen. „Dieses Jahr genehmigte das Arbeitsamt gerade noch zwei Maßnahmen“, sagt Muche-Simon. Deshalb ist der Kreisverband derzeit dabei, diese Aufgaben im Ehrenamt abzudecken. In Bautzen sind bereits drei Mitglieder für diese ehrenamtliche Tätigkeit gewonnen worden.

Die zukünftigen Bewohner können sich ihre Wohnungen selbst einrichten, sie haben ein Mitspracherecht bei Fliesen und Teppichbelag. „Wir haben schon viele Gespräche mit den Mietern geführt, so dass wir wissen, was der eine oder andere sich wünscht“, sagt der zuständige Architekt Mathias Hille. Sein Büro entwickelte mindestens sechs Entwürfe. Der Rohbau ist jetzt fast fertig. Sämtliche Aufträge für die Gewerke sind seit Wochen vergeben, so dass es hintereinander weg gehen kann. Geplant ist der Einzug in die neue Seniorenresidenz von Königswartha für Februar nächsten Jahres.