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Interessen-Konflikt um Vereinshaus

Der Heimat- und Feuerwehr-Förderverein Straßgräbchen interessiert sich für die Übernahme des kompletten Gebäudes.

Das Vereinshaus in Straßgräbchen befindet sich im Eigentum der Bernsdorfer Wohnungsbaugesellschaft. Seit 2019 wird es vom Restaurant „Da Carmelo“ genutzt.
Das Vereinshaus in Straßgräbchen befindet sich im Eigentum der Bernsdorfer Wohnungsbaugesellschaft. Seit 2019 wird es vom Restaurant „Da Carmelo“ genutzt. © Foto: Ralf Grunert

Straßgräbchen. Evelyn Hahn, die Geschäftsführerin der Bernsdorfer Wohnungsbaugesellschaft (BWG) hat nicht vor, dem Betreiber des Italienischen Restaurants im Vereinshaus in Straßgräbchen den sprichwörtlichen Stuhl vor die Tür zu setzen. „Die Gaststätte läuft sehr gut“, findet sie. „Das können und wollen wir der Bevölkerung nicht wegnehmen“, sagte sie kürzlich am Rande einer Besichtigung des Vereinshauses durch eine Gruppe Bernsdorfer Stadträte. 

Gesellschafterversammlung und Aufsichtsrat der BWG, so ließ Bürgermeister Harry Habel nur wenig später in der Sitzung des Stadtrates wissen, teilen diese Auffassung. „Der jetzige Betreiber macht das wirklich sehr, sehr gut“, erklärte er in Erinnerung an dessen Vorgänger, mit dem es Probleme gegeben hatte. Dem war daher gekündigt worden.

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Ein Konzept für die Vereine

Vor dem Betreiberwechsel stand das Vereinshaus einige Zeit ungenutzt. Und es gab in Straßgräbchen die Überlegung, das Gebäude als Haus für die Vereine zu übernehmen, erzählt Andreas Bathow zurückblickend. Wie vom Vorsitzenden des Heimat- und Feuerwehr-Fördervereins Straßgräbchen weiter zu erfahren war, wäre das für seinen Verein allein allerdings eine Nummer zu groß. Daher wurden die Vereine aus Bernsdorf eingeladen. „Die Karnevalisten waren begeistert“, erinnert er sich. Die Vereine würden das Gebäude übernehmen und sich um Fördermittel bemühen, verwies Andreas Bathow auf den vorhandenen Reparaturstau. Es wurde also ein Konzept erstellt und den Stadträten im Oktober 2019 übergeben. In der Zwischenzeit hat sich der jetzige Betreiber gefunden.

Wie Evelyn Hahn bei der Vor-Ort-Begehung wissen ließ, gibt es vom Heimat- und Feuerwehr-Förderverein einen Antrag auf Nutzung des gesamten Gebäudes. Die BWG wiederum hat dem Verein einen Alternativ-Vorschlag unterbreitet, der ein Kompromiss zwischen den Interessen des Gastwirtes und des Vereins darstellen könnte. Demnach würde der Restaurant-Betreiber weiter das gesamte Obergeschoss und im Untergeschoss die Küche sowie Lager- und Personalräume nutzen. Der Verein könnte die Bowlingbahn, kleinere Nebenräume und den etwas über 90 Quadratmeter großen Vereinsraum im Erdgeschoss übernehmen. „Wir haben eine Lösung gesucht, die allen Seiten gerecht wird“, erklärte der Bürgermeister. Dieser BWG-Vorschlag werde nun durch den Ortschaftsrat und den Förderverein geprüft, so Andreas Bathow.

Nur für den Fall der Fälle

Für den Bernsdorfer Karnevals-Verein (BKC) kommt eine Nutzung des Vereinshauses in Straßgräbchen momentan nicht infrage, war von Präsident Markus Neumann zu erfahren. Was seinerzeit besprochen wurde, bezeichnet er als „Plan B für den Fall, dass kein gewerblicher Nutzer zu finden ist“. Mit dem Saal im „Grünen Wald“ und dem Sportlerheim im Jahn-Stadion gibt es ausreichend Proben-Räume.

Was den „Grünen Wald“ angeht, so betont die BWG-Geschäftsführerin als Eigentümerin des Gebäude-Komplexes, dass dieser allen Vereinen offen steht und nicht umsonst als Vereinshaus bezeichnet wird.

Neue Räume im alten Heizhaus

Räume für Vereins-Aktivitäten in Straßgräbchen gibt es übrigens neuerdings auch an der Kita „Miesennest“, wovon sich die Stadträte ebenfalls in der vergangenen Woche ein Bild machen konnten. Im Heizhaus-Anbau sind drei Räume entstanden. Der Werkstatt-Raum kann von Vereinen und Kita zum Beispiel für Bastelwochen genutzt werden, wie Andreas Bathow sagte. Im zweiten großen Raum wäre Platz für die Jugendfeuerwehr und das Archiv. Unter der eingebauten Empore hat die Wäscherolle einen neuen Standort gefunden.

Andreas Bathow trauert dem Teilabriss des ehemaligen Schulgebäudes nach. Zwei Etagen waren 2015 abgetragen worden. Übrig blieben die zwei Etagen der Kita. Allein die Fläche einer Etage wäre für den Heimat- und Feuerwehr-Förderverein ausreichend gewesen, ist er überzeugt.

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