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Kleincarsdorfer wehren sich gegen neuen Kuhstall

Die Dorfbewohner organisieren sich, um die geplante Ansiedlung einer Milchviehanlage mit insgesamt fast 800 Tieren zu verhindern.

Von Tilman Günther
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© Matthias Rietschel

Die Interessengemeinschaft lebenswertes Kleincarsdorf hat am Dienstag im Landratsamt Unterschriftenlisten übergeben. Die Unterzeichner sprechen sich gegen die Ansiedlung eines Kuhstalls für etwa 630 Milchkühe und 150 Kälber direkt am Ortsrand von Kleincarsdorf in der Gemeinde Kreischa aus. 

Weit mehr als 70 Prozent der Dorfbewohner hätten ihre Unterschrift auf die Listen gesetzt, teilte die Interessengemeinschaft (IG) mit. In Kleincarsdorf leben etwa 250 Menschen.

Die Dresdner Vorgebirgs Agrar AG plant nahe der Ortslage eine Milchviehanlage zu bauen. Das Unternehmen wirbt damit, dass der Stall in besonderer Weise den Bedürfnissen der Kühe gerecht werde. Sie können sich frei bewegen, fressen wann sie wollen, liegen, herumlaufen, den Auslauf nutzen und selbstständig an die vollautomatische Melkstation gehen.

Die Kleincarsdorfer befürchten allerdings eine extreme Einschränkung ihrer Lebensqualität. Nicht die Kühe selbst seien das Problem, sagt die IG, sondern die Folgeerscheinungen wie Gestank, der durch Gülle und Silage erzeugt werde, die Transporte von Futter und Milch, die täglich gemacht werden müssten und auch eine mögliche Beleuchtung am Stall, die nachts für Lichtverschmutzung sorgen könnte.

Das Landratsamt hat die Planungen der Dresdner Vorgebirgs Agrar AG noch nicht genehmigt. Diese hatte am 6. September 2019 einen Bauantrag eingereicht. Auch die Gemeinde Kreischa hat noch ein Mitspracherecht, wenn es um die Ansiedlung geht.

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