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Weißwasser

Interessent für alten Netto in Krauschwitz

Um den Markt neu zu beleben, muss der Bebauungsplan geändert werden. Die Zeit drängt. Der Investor will 2020 öffnen.

In der Ortsmitte in Krauschwitz steht das Ex-Netto-Gebäude seit einigen Monaten leer. Die Verkaufseinrichtung soll belebt und im Herbst neu eröffnet werden.
In der Ortsmitte in Krauschwitz steht das Ex-Netto-Gebäude seit einigen Monaten leer. Die Verkaufseinrichtung soll belebt und im Herbst neu eröffnet werden. © Sabine Larbig

Seit der Einweihung des neuen Netto-Marktes Ende 2019 ist das Ex-Marktgebäude im Ortszentrum eine Brache. Über deren Zukunft machten schon zahlreiche Gerüchte die Runde in Krauschwitz. So hieß es, dass eine ortsansässige Firma großes Interesse habe, es als Lagerhalle zu nutzen. Davon, dass die Gemeinde dort ihren Bauhof unterbringen will, war ebenfalls die Rede. Seit der jüngsten Gemeinderatssitzung ist jedoch klar, dass all dies nicht stimmt. Laut Bürgermeister Tristan Mühl gibt es nämlich einen Interessenten, der den alten Netto als Verkaufseinrichtung nachnutzen will. Damit es gelingt, müsse, so der Bürgermeister, zuvor der über zwei Jahre erarbeitete und erst im Vorjahr beschlossene Bebauungsplan (B-Plan) „Ortsmitte West“ geändert werden.

Neubelebung: Planänderungen nötig

Der B-Plan legt fest, welche Flächen dazu gehören, welche Einzelhandelsbetriebe dort zulässig sind und mit welchen Größen und Sortimenten. Beim B-Plan für die sogenannten Mischgebiete 1 und 2 – sie reichen im Westen vom Uferbereich der Legnitzka, im Süden von der Geschwister-Scholl-Straße, im Osten vom westlichen Rand der Görlitzer Straße und im Norden von der Plangebietsgrenze des B-Plans „Ortsmitte-West“ heran – wurde besonders darauf geachtet, dass Netto seinen neuen Markt größer als 800 Quadratmeter bauen darf und keine Konkurrenzsituation zum Markt entsteht, sprich, sich weitere Ketten ansiedeln. Gleichzeitig musste die Fläche des alten Nettos ein B-Plan-Bestandteil werden, um nach dem Umzug des Einkaufsmarktes in den Neubau an der Görlitzer Straße seinen dauerhaften Leerstand zu vermeiden. Und es war zu sichern, dass im Mischgebiet auch Wohnbebauung möglich ist. Die meisten dieser Festlegungen stellen nun ein Hindernis für den Interessenten dar, der den alten Supermarkt nutzen will. Denn laut derzeitigem B-Plan sind im Mischgebiet nur Einzelhandelsbetriebe bis 400 Quadratmeter Verkaufsfläche und mit nahversorgungsrelevantem Sortiment, gemäß der Krauschwitzer Sortimentliste, zulässig. 

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Die in Abstimmung mit der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH Dresden erarbeitete Liste lässt vorrangig Lebensmittel und Drogerieartikel zu. „Um den leerstehenden Markt für den Interessenten nutzbar zu machen, müssen wir den B-Plan hinsichtlich Verkaufsfläche und Sortimentliste ändern“, erklärte Marcel Hänchen, zuständig bei der Gemeinde für Gebäudemanagement und Bauwesen, vor der Beschlussfassung gegenüber den Räten. „Wir wollen keine Hinderungsgründe für eine Neubelebung der Immobilie und stehen dem Vorhaben wohlwollend gegenüber. Auch, weil der Interessent bereits erklärte, nicht vom Projekt abspringen zu wollen, wenn der B-Plan geändert wird“, erklärte Gemeinderat Daniel Mosmann, der auch Mitglied im Technischen Ausschuss ist, wo das Projekt vorbesprochen wurde. Auch Mario Mackowiak bekannte, dass Leerstand – besonders im Ortskern – schlecht sei, Vandalismus und beschmierte Wände mit sich bringe. Er forderte daher schnelles Handeln, um den Interessenten zu halten. „Aber welchen Zeitplan gibt es?“, so Mackowiak.

Laut Gemeindemitarbeiter Hänchen habe der Interessent bereits im Frühjahr öffnen wollen. Da dies wegen der erforderlichen Verfahren zur B-Plan-Änderung inklusive öffentlicher Auslegung und Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange und Bürgern sowie der Genehmigung zeitlich nicht möglich gewesen sei, habe er sein Vorhaben in den Herbst 2020 verschoben. Damit diese Zeitplanung aufgeht, wird – nachdem der Gemeinderat mehrheitlich zustimmte – der erarbeitete Entwurf zur B-Plan-Änderung in der Ratssitzung am 17. März zum Beschluss vorgelegt. Welches Sortiment künftig in Krauschwitz vertrieben werde, wollte dennoch Ratsmann Frank Lehmann wissen. Dazu äußerte Bürgermeister Mühl: „Wir wir das Sortiment bestimmen und erweitern, wird Thema von Folgebeschlüssen sein.“

Fest steht, dass die B-Plan-Änderung darauf abzielt, einen Markt von 800 Quadratmetern Verkaufsfläche zuzulassen, wodurch der alte Netto auch durch nur einen neuen Betreiber nutzbar wird. Was das Sortiment betrifft, so soll und muss es breiter gefächert sein – möglicherweise bis zu Bedarf für Haus und Garten. Genaue Aussagen liegen in der Ratssitzung im März vor.

Parkplatz: Lage wird übersichtlicher

Veränderungen wird es auch am neuen Netto-Standort geben. Laut Ratsmann Daniel Mosmann seien nach Hinweisen und Kritiken von Bürgern und in Absprache mit dem Eigentümer dort Änderungen bei den Markierungen im Ein- und Ausfahrtbereich zu Parkplatz und Markt geplant. „Künftig gibt es nur noch eine Trennlinie auf dem Asphalt statt mehrerer Pfeile. Das ist einfacher und übersichtlicher“, so Mosmann. Wie er weiter informierte, würde auch ein zusätzlicher Fahrradständer neben dem Einkaufswagen-Stellplatz geschaffen und aus Platzgründen ein Behindertenparkplatz von der Straßenseite dorthin versetzt.

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