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Internet scheibchenweise

In Walddorf gibt‘s schnelles Netz, aber nicht überall. Bis der ganze Ort ausgebaut ist, sind einige Probleme zu beseitigen.

© www.foto-sampedro.de

Von Romy Altmann-Kühr

Walddorf. Die Anwohner der Forststraße, am Grenzweg und ein paar anderer Straßen in Walddorf können sich freuen. Sie könnten schon schnelles Internet nutzen. Vorausgesetzt sie schließen einen Vertrag mit der Enso ab. Der Strom- und Gasversorger bietet mit dem Ausbau von Leitungen seit einigen Jahren auch Breitbandinternet an. In Walddorf hat das Unternehmen einen Kabelverzweiger angeschlossen. Das sind die weißen Kästen, die landläufig als Stromkästen bezeichnet werden. Anwohner in der näheren Umgebung des Kastens können das schnelle Internet bekommen.

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Dass die Enso nur einen Verzweiger ausgebaut und angeschlossen hat, nämlich den am Grenzweg/Ecke Forststraße, sorgte jetzt für Verwirrung unter den Einwohnern. Claudia Kuba, Pressesprecherin der Enso, erklärt: Das Unternehmen baut in der Regel dort aus, wo die Enso parallel andere Arbeiten ausführt und ohnehin das Leitungsnetz anfasst. Im Walddorfer Fall ist es so, dass ein Glasfaserkabel aus Ebersbach-Neugersdorf herüberkommt. In der Nachbarstadt hat die Enso großflächig ausgebaut. Der Kabelverzweiger in Walddorf liegt unweit der Ortsgrenze und konnte so leicht mit erschlossen werden.

Im Kabelverzweiger setzt die Enso sogenannte Vectoringtechnik ein. Diese wertet die vorhandenen Kupferkabel auf, sodass auf den letzten Metern zu den Häusern und an den Häusern selbst keine Bauarbeiten nötig sind. Im Umkreis des Verzweigers ist dann schnelles Internet verfügbar, bis zu 100 MBit pro Sekunde im Download. Den Ausbau des Walddorfer Kabelverzweigers hat das Unternehmen bei der Bundesnetzagentur beantragt und eine Genehmigung erhalten. Dass sie nur den einen Kabelverzweiger in Walddorf angeschlossen hat, hat für das Unternehmen schlicht wirtschaftliche Gründe. „Wir bauen das Internet eigenwirtschaftlich aus“, erklärt Frau Kuba. Das heißt, die Enso erhält keine Fördermittel. Deshalb achtet das Unternehmen natürlich darauf, dass der Ausbau sich auch lohnt, also in dem entsprechenden Gebiet auch genügend Kunden zu erwarten sind. In diesem Falle bot sich der Ausbau an, weil die Enso direkt an das Ebersbacher Netz anknüpfen konnte, das sie ohnehin ausgebaut hatte.

Im Ortsteil Neueibau stellt die Enso bereits seit Anfang 2017 schnelles Internet zur Verfügung – ebenfalls in Teilbereichen und ist mit der Resonanz recht zufrieden. „Wir haben schon 30 Kunden in Neueibau“, sagt Frau Kuba. Inzwischen hätten sich auch einige Walddorfer bereits gemeldet und für das Internet-Angebot der Enso interessiert. Es habe sich wohl herumgesprochen, dass in einigen Straßen des Ortes jetzt schnelles Internet verfügbar ist, vermutet Frau Kuba. In dieser Woche hat die Enso nun auch Briefe an die betreffenden Haushalte in Walddorf verschickt, die das schnelle Internet vom Kabelverzweiger am Grenzweg nutzen könnten, um sie über die neue Möglichkeiten zu informieren.

Alle anderen Walddorfer müssen sich wohl noch etwas gedulden. Marten Beckel mit seiner Firma WDSL Oberlausitz hat für die restlichen Walddorfer Kabelverzweiger den Ausbau beantragt und den Zuschlag erhalten. Das bedeutet aber auch, dass er innerhalb eines Jahres ausbauen muss. Das ist nun bald um und noch nichts ist passiert, ärgert sich Bürgermeister Michael Görke (parteilos). Marten Beckel versichert, dass er nach wie vor ausbauen möchte, noch in diesem Jahr, wie er sagt. Allerdings gebe es nun ein Problem, bei dem es bisher noch keine Einigung mit der Gemeinde gegeben habe. Beckel will das Problem nicht genau benennen. Laut Bürgermeister Görke geht es um einen Funk-Standort. Während andere Internetanbieter, wie beispielsweise die Enso, auf Glasfaserkabel setzen, arbeitet Beckel mit Richtfunk. Dazu benötigt er den besagten Standort, um das Signal bis nach Walddorf transportieren zu können. Beckel ist seinerseits verärgert, weil es zu keiner Einigung kommt, wie er den Standort weiternutzen kann.

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Die Gemeinde hofft ihrerseits gleichzeitig auf eine neue Förderrichtlinie, bei der sie über den Landkreis finanzielle Unterstützung für den Internetausbau beantragen kann. Die Förderung soll möglich sein für Gebiete, die von gewerblichen Anbietern nicht ausgebaut werden, weil sie nicht rentabel sind. Das heißt, die Baukosten für schnelles Internet würden die Einnahmen, die ein Anbieter erzielen kann, bei Weitem übersteigen. Solche „toten Flecken“ gibt es auch in der Gemeinde Kottmar noch. Das Gebiet am Sonneberg in Ottenhain ist so ein Beispiel.