merken

Inventur im Wildpark

Einmal im Jahr werden alle Tiere gezählt. Besonders geschickt muss das Team bei den Nutrias vorgehen.

Von Maik Brückner

Vater, Mutter und Kinder

sind eine wunderbare Kombination. Sie kann viel Spaß machen, aber auch Arbeit und Ärger. Tipps, Tricks und Themen zu allem, was mit Familie und Erziehung zu tun hat, gibts in einer besonderen Themenwelt von sächsische.de.

Wer Marita Kühn fragt, wie viele Erdmännchen im Wildpark Osterzgebirge leben, dem kann die Tierpflegerin sofort eine Antwort geben: fünf. Auch bei anderen Tieren weiß sie Bescheid.

Die größte Wildtiergruppe sind die Nutrias. 20 Exemplare leben hier.
Dieser Rothirsch wird sein Gehege verlassen. Er ist zu aggressiv.

Ihre Chefin, Maika Nass, kennt sich ebenfalls bestens im Gehege aus. Nur bei den Zieseln war es stets schwierig, die genaue Zahl zu ermitteln, sagt Wildparkleiter Frank Gössel. Denn diese Tiere verkriechen sich im Winter im Erdreich. Erst im Frühjahr krabbeln sie wieder heraus. Im Wildpark wurden es von Jahr zu Jahr weniger. Offenbar waren die Bedingungen nicht ideal. Deshalb hat Gössel die Ziesel-Zucht vor zwei Jahren aufgegeben. Quasi als Ersatz schaffte sich der Wildpark die viel lebhafteren Erdmännchen an – offenbar eine gute Entscheidung. Denn seither sind sie die Besucherlieblinge. Das entbindet sie aber nicht davon, gezählt zu werden.

Denn einmal im Jahr ist Inventur im Wildpark. Mit Stift und Listen laufen Frank Gössel und Maika Nass von Gehege zu Gehege. „Besonders schwierig ist das Zählen bei den Nutrias“, sagt Gössel. Denn von diesen Nagern gibt es sehr viele. Damit zur „großen Volkszählung“ auch alle erscheinen, gibt es am Vortag kein Futter. Der Hunger sorgt dann dafür, dass zur Fütterung am Inventurtag alle Tiere aus den Ställen kommen. Das Zählen ist dann ganz einfach. 20 Männchen, Weibchen und Jungtiere leben derzeit im Gehege, acht mehr als im Vorjahr. „Das ist unser größter Bestand einer Zuchttierart“, sagt Gössel.

Bei anderen Tieren wie den Luchsen und Wildkatzen müssen die beiden nicht so viel Aufwand betreiben. Von beiden Tierarten gibt es nur je ein Männchen und ein Weibchen. Und im Gehege des Steinmarders lebt gar nur ein Männchen. Mehr Betrieb herrscht im Rotwildgehege. Hier leben neun Tiere. Nicht zu übersehen ist der Hirsch. „Noch gehört er zum Bestand“, sagt Gössel. Doch nicht mehr lange. „Ich werde ihn in die Uckermark zurückbringen, er geht unsere Tierpfleger an“, sagt er. Deshalb hat er ihn gegen einen anderen ausgetauscht. So dürfte sich am Wildtierbestand nicht viel ändern. Auch bei der jüngsten Zählung gab es keine Überraschung. Demnach lebten insgesamt 18 Wildtierarten in der Anlage. Im Jahr zuvor gab es eine Art mehr. Das Eichhörnchen. Insgesamt lebten am Inventurtag 2014 nur 81 Wildtiere in der Anlage. Mehr Veränderungen gab es bei den Haustieren. Lebten 2014 noch 18 Arten im Wildpark, waren es zum Beginn des Jahres drei mehr. Neu dazugekommen sind beispielsweise die Reiher-Enten, der Ziegensittich und die Bahama-Enten. Abgenommen hat indes die Zahl der Haustiere von 128 auf 105. Das liegt vor allem an den Meerschweinchen, deren Zucht der Wildpark beenden musste. „Die Tiere hatten Milben“, sagt Gössel. Außerdem war es zu Inzucht gekommen. In diesem Jahr soll eine neue Meerschweinchenzucht aufgebaut werden. Zu Beginn des Jahres lebten im Wildpark noch 30 Zuchtmäuse, 150 Forellen und 58 Goldfische und jede Menge Bienen. Letztere hat der Wildpark aus verständlichen Gründen weder gezählt noch geschätzt. „Sie gehören einem Privatmann“, sagt Gössel und lächelt dabei.

Wildpark täglich geöffnet von 10 bis 16 Uhr.

Sachsen wählt: Am 1. September ist Landtagswahl in Sachsen. Sie wissen noch nicht, wen Sie wählen? Der Wahl-O-Mat für Sachsen hilft Ihnen bei der Entscheidung! Alle Berichte, Hintergründe und aktuellen News zur Landtagswahl finden Sie gebündelt auf unserer Themenseite zur Landtagswahl in Sachsen.