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Investiert in Neukirch

Die Käppler &Pausch GmbH will sich vergrößern. Im nächsten Jahr soll im Neukircher Gewerbegebiet am Bönnigheimer Ring eine dritte Produktionshalle entstehen. Auf zirka 70 mal 40 Meter sollen modernste Produktionsbedingungen geschaffen werden.

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Von Ingolf Reinsch

Die Käppler &Pausch GmbH will sich vergrößern. Im nächsten Jahr soll im Neukircher Gewerbegebiet am Bönnigheimer Ring eine dritte Produktionshalle entstehen.
Auf zirka 70 mal 40 Meter sollen modernste Produktionsbedingungen geschaffen werden. Mit der geplanten Halle werde sich die Zahl der Beschäftigten von derzeit 40 plus zwei Lehrlinge "geringfügig erhöhen", sagte Geschäftsführer Ulrich Käppler im SZ-Gespräch. Wesentlich steiler soll hingegen die Produktivitätskurve nach oben gehen. Rationalisierung und Automatisierung heißen die Schlüsselworte, mit denen das Unternehmen Standortnachteile - östlich von Dresden und abseits der Autobahn - kompensieren möchte.
Rund 300 Kunden zählt die Käppler &Pausch GmbH zurzeit deutschlandweit, die meisten außerhalb unserer Region. Die Basisindustrie ist weggebrochen, es gibt kaum noch Großbetriebe, und es kommt zuwenig Neues im produktiven Bereich hinzu, nennt Ulrich Käppler drei Gründe. Und er macht deutlich: Beim jetzigen Entwicklungsstand des Unternehmens denke man darüber nach, wie es weitergehen soll.
Eine Variante hätte sein können, dass sich die Firma "zum Kunden hinbewegt" und beispielsweise in Baden-Württemberg oder im Rheinland ein zweites Werk errichtet. Käppler &Pausch indes entschied sich für einen anderen Weg: in Neukirch zu bleiben und hier weiter zu investieren. Nicht zuletzt wegen der weiteren Wege und der explodierenden Benzin-Preise geschieht das auch mit dem Anspruch, der "Konkurrenz immer eine Nasenlänge voraus zu sein". Ulrich Käppler kennzeichnet die Entscheidung für Neukirch als eine wirtschaftspolitische: "Wir müssen auch der Jugend eine Chance geben. Wer einmal weg ist, kommt selten in die Region zurück." Außerdem strahle die Firma auf den Ort und die Region aus: "Bei unseren Kooperations- und Dienstleistungspartnern im Territorium sichern wir 15 bis 20 Arbeitsplätze."
Neben moderner Fertigung setzt Käppler &Pausch zunehmend auf einen höheren Veredlungsgrad seiner Erzeugnisse. Wurden früher Bauteile "nur" gelasert, so werden jetzt komplette Baugruppen angeboten, die im Haus entwickelt werden. Der Geschäftsführer spricht von "Produkten mit mehr Intelligenz". So ist 1999 ein Konstrukteur eingestellt worden; eine zweite Stelle wird vorbereitet.
Mit der neuen Halle plant das Unternehmen den Kauf weiterer Maschinen. Zurzeit stehen elf in den beiden Fertigungshallen. Jüngste Errungenschaft ist eine kombinierte Stanz-Laser-Anlage. Mit acht Neueinstellungen 1999 und einem Zuwachs beim Umsatz um 25 Prozent kennzeichnet Ulrich Käppler das Jahr 1999 als erfolgreich. Was sich auch darin widerspiegelt, dass sich das Unternehmen ein halbes Jahr lang von unabhängiger Stelle prüfen ließ. Das Ergebnis kam jetzt per Post: ein Zertifikat ISO 9001 für organisierte Qualität, das man als Zulieferer braucht, um von Großkunden akzeptiert zu werden.