SZ +
Merken

Investition für Zeithainer Waldfriedhof wird drastisch gekürzt

Nach ersten Planungen soll die Wiederherstellung 1,6Millionen Euro kosten. Der Bund gibt aber nur 360000 Euro.

Teilen
Folgen

Die Bemühungen um den Zeithainer Waldfriedhof haben einen gehörigen Dämpfer erhalten. Für die Wiederherstellung der Kriegsgräberstätte stellen Land und Bund 360000 Euro zur Verfügung, erklärte jetzt der Sprecher des sächsischen Sozialministeriums Ralph Schreiber. Ursprünglich geplant war allerdings eine Investition von insgesamt 1,6 Millionen Euro.

Das Konzept vom Dresdner Landschaftsarchitekturbüro May muss deshalb in den nächsten Wochen enorm abgespeckt werden, erste Absprachen fanden in dieser Woche statt, sagte Zeithains Hauptamtsleiter Horst Kühne. Demnach werde vor allem die eingezäunte Fläche stark verkleinert.

Laut Zeitplan könnten die Arbeiten bereits in der ersten Sitzung des neuen Gemeinderates Ende Juni vergeben werden. Allerdings nur, wenn die Zuwegung geklärt ist, betonte Horst Kühne. Aktuell führt lediglich ein nichtöffentlicher Weg zu der Anlage. Ein Ausbau des Waldweges, der sich in Bundesbesitz befindet, würde 850000 Euro kosten und komme nicht in Frage. Stattdessen erscheint es als ausreichend, „wenn der Bund die Beschilderung entsprechend ändert, so dass neben Forst- und Bundeswehrfahrzeugen auch Besucher des Waldfriedhofes die Straße nutzen dürfen“, so Ralph Schreiber.

Gespräche mit Ministerium

Weil der Bund dann haften müsste, hält die Gemeindeverwaltung Zeithain das Ansinnen aber für beinahe unmöglich.

Horst Kühne verlangt deshalb zunächst eine schriftliche Erklärung über die Nutzbarkeit des Weges, bevor die Gemeinde mit Bauen beginnt. „Sonst geben wir Hunderttausende für einen Friedhof aus, und keiner darf hin“, begründet der Hauptamtsleiter. Das Sozialministerium kündigte dazu „zeitnahe“ Gespräche an.

Ursprünglich sollte die etwa 8100 Quadratmeter große Kriegsgräberfläche eingeebnet und mit einem Wildzaun geschützt werden sowie einen Besucherparkplatz erhalten. Drei Rasenflächen sollten die Gräberfelder aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg darstellen, in denen 370 deutsche Soldaten begraben liegen. Informations- und Namenstafeln, Sitzbänke aus Natursteinblöcken sowie ein sieben Meter großes Kreuz sollten die Gedenkstätte abrunden.

Eröffnung im Herbst geplant

Ein Arbeitseinsatz von Volksbund und Bundeswehr bildete bereits Mitte März das Startsignal für die Wiederherstellung der seit Jahrzehnten vernachlässigten Anlage. Damals zeigte sich Staatssekretärin Andrea Fischer zufrieden über die Pläne und optimistisch, das nötige Geld zusammenzukriegen. Warum das nun nur spärlich fließt, wurde nicht bekannt.

Das Sozialministerium hält trotzdem weiter an einer Fertigstellung des Waldfriedhofes im Herbst fest. A. Becker