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Investor für Kurhaus Lückendorf gefunden

Etwa 3,5 Millionen Euro sollen in das über 100-jährige Gebäude im Zittauer Gebirge fließen. Eine Kureinrichtung wird es aber nicht mehr.

Gemeinsam haben sich jetzt Investor Peter Würgatsch (links) sowie Oybins Bürgermeister Tobias Steiner (rechts) und sein Stellvertreter, Gemeinderat Thomas Wintzen, am ehemaligen Kurhaus in Lückendorf getroffen.
Gemeinsam haben sich jetzt Investor Peter Würgatsch (links) sowie Oybins Bürgermeister Tobias Steiner (rechts) und sein Stellvertreter, Gemeinderat Thomas Wintzen, am ehemaligen Kurhaus in Lückendorf getroffen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Von Außen sieht das ehemalige Kurhaus in Lückendorf schon stark sanierungsbedürftig aus. 30 Jahre Leerstand sind am einst so beliebten Gebäude nicht spurlos vorüber gegangen. Im Inneren des Kurhauses sieht es aber noch viel schlimmer aus. In einigen Zimmern sind sogar schon die Decken heruntergebrochen. 

Das alles schreckt Peter Würgatsch nicht ab. Er und seine zwei Mit-Investoren wollen das Kurhaus von der Gemeinde Oybin kaufen und sanieren. Die Verkaufsverhandlungen sind quasi schon unter Dach und Fach. Das bestätigt auch Oybins Bürgermeister Tobias Steiner (SPD). "Es muss jetzt eigentlich nur noch die Kommunalaufsicht zustimmen. Aber das dürfte kein Problem sein", sagt der Bürgermeister. Im Vorfeld hatte bereits der Ortschaftsrat dem Verkauf zugestimmt. 

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So sieht das ehemalige Kurhaus in Lückendorf heute aus.
So sieht das ehemalige Kurhaus in Lückendorf heute aus. © SZ/Holger Gutte
Die Gebäudeseite zum Kurpark ist total zugewuchert.
Die Gebäudeseite zum Kurpark ist total zugewuchert. © SZ/Holger Gutte
Im Kurhaus sieht es derzeit unter anderem so aus. 
Im Kurhaus sieht es derzeit unter anderem so aus.  © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
In diesem Saal wurden früher viele Feste gefeiert. 
In diesem Saal wurden früher viele Feste gefeiert.  © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Ein Blick in die einstige Küche des Kurhauses.
Ein Blick in die einstige Küche des Kurhauses. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Und so sieht es in der ehemaligen Gaststätte heute aus.
Und so sieht es in der ehemaligen Gaststätte heute aus. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Eines der Zimmer im ersten Obergeschoss. 
Eines der Zimmer im ersten Obergeschoss.  © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Der Flur im ersten Obergeschoss. 
Der Flur im ersten Obergeschoss.  © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Die Gebäuderückseite des ehemaligen Kurhauses.
Die Gebäuderückseite des ehemaligen Kurhauses. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Die Querschnitte der Zimmer möchten die Investoren vergrößern. 
Die Querschnitte der Zimmer möchten die Investoren vergrößern.  © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Ein Foto aus besseren Kurhaus-Tagen.
Ein Foto aus besseren Kurhaus-Tagen. © Friede/Arnoldt

Peter Würgatsch ist gebürtiger Bautzener. Nicht nur zu Verwandtschaftsbesuchen ist der Wahl-Berliner immer noch regelmäßig in der Oberlausitz. Vor einigen Jahren hatte er sich in Oybin schon einmal nach einem anderen Objekt zum Kaufen erkundigt. "Aber damals war das ehemalige Pionierferienlager bereits weg", erzählt er. 

Nun will das Investoren-Trio mit dem Kurhaus in Lückendorf seine Pläne verwirklichen. Obwohl die endgültige Nutzung des über 100-jährigen Gebäudes noch nicht endgültig feststeht. Im Erdgeschoss soll jedenfalls wieder eine Gaststätte eingerichtet werden. Sonst sind aber im ehemaligen Kurhaus im Moment für die Investoren Seniorenwohnungen genauso denkbar wie Ferienwohnungen.

Peter Würgatsch kommt aus der Immobilien- und Finanzbranche und wird das Projekt vor Ort koordinieren. Die anderen beiden Berliner Mit-Investoren arbeiten in der Bau- und IT-Branche. "Schon als ich mit Dirk Lehmann das erste Mal durch das Zittauer Gebirge gefahren bin und er Jonsdorf und Oybin sah, wurden seine Augen immer größer", erzählt Peter Würgatsch. Dirk Lehmann gehört zum Investoren-Trio und weiß als Bau-Ingenieur am Besten, auf was er sich mit dem Kurhaus einlässt. "Komm Peter, lass uns das hier machen, hat er zu mir gesagt, als wir am Kurhaus ankamen", schildert Peter Würgatsch.

Die Lage ist optimal

Auch die Lage an der Kammstraße mit einer herrlichen Aussicht ist optimal. Gegenüber dem Kurhaus gibt es einen großen Parkplatz mit einer Bushaltestelle. Wanderwege führen hier vorbei. Zudem lädt der schön gepflegte einstige Kurpark mit seinem Springbrunnen, der heute in Gemeindebesitz ist, zum Verweilen ein. Park und saniertes Kurhaus  könnte künftig wieder ein Ensemble bilden, wenn sie auch mittlerweile unterschiedliche Besitzer haben. 

Gemeinsam haben sich jetzt Oybins Bürgermeister Tobias Steiner und sein Stellvertreter, Gemeinderat Thomas Wintzen mit Peter Würgatsch noch einmal am Kurhaus getroffen. Der Investor erzählt, dass es schon mal ein erstes Gespräch mit der Denkmalschutzbehörde gab. Denn einige Auflagen wird es geben. 

Beim Rundgang durch den 4.600 Quadratmeter großen Garten macht der Bürgermeister  auf die schöne Seitenansicht mit den Fenstern und dem Balkon zum Park hin aufmerksam.  Wenn der Wildwuchs um das Kurhaus beseitigt ist, wird dieses Blickfeld wieder für die Öffentlichkeit frei. "Die alten Laubbäume müssen stehen bleiben, aber die Sträucher und einige Nadelbäume könnten weg", schildert Tobias Steiner. 

Nach einer ersten groben Schätzung gehen die Investoren von einem Sanierungsaufwand von etwa 3,5 Millionen Euro für das Kurhaus aus.  "Wir müssen prüfen, in wie weit wir die Zimmer-Querschnitte verändern können", berichtet Würgatsch. Der Pavillon neben dem Kurhaus an der Kammstraße soll erhalten bleiben.

Pächter für die Gaststätte gesucht

Das angebaute alte Heizhaus und die Garagen im Garten werden dagegen abgerissen. Am liebsten würde Peter Würgatsch schon jetzt die Baufirma mit dem Entkernen des Gebäudes loslegen lassen.  Aber das ist zeitlich so schnell für das Unternehmen aus der Region nicht machbar.  Vor September 2020 werden die Arbeiten dafür höchstwahrscheinlich nicht beginnen können. 

"Bis dahin haben wir dann auch die Grundrisse für das Kurhaus fertig", meint der Investor. Und egal ob im Kurhaus Senioren- oder Ferienwohnungen eingerichtet werden, der Name soll weiter bestehen bleiben. 

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Für das Gebäude im Zittauer Gebirge gibt's einen Investor. Einer der Beiträge aus Löbau-Zittau, über den wir an diesem Dienstag berichteten.

Übrigens wird für das Kurhaus ein Pächter für die Gaststätte gesucht. Interessenten könnten sich bei der Gemeindeverwaltung melden. Die stellt dann den Kontakt zu Peter Würgatsch her. 

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