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Investor macht Plauener Zollhaus zur Weinbar

Nachdem im vergangenen Jahr ein Suppenladen öffnete, wird das Haus nun weiter saniert. Dann wird dort auch abends gefeiert.

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Von Annechristin Kleppisch

In dieser Woche beginnt der Ausbau im Gebäude an der Chemnitzer Straße 84. Das historische Zollhaus ist über 160 Jahre alt und damit eines der ältesten Gebäude in Plauen. Früher wurden hier Händler und Reisende bei der Fahrt nach Dresden kontrolliert. Später hatte in dem zweigeschossigen Bau eine Gastwirtschaft geöffnet. Und nun soll aus dem Zollhaus eine neue Kultkneipe für Plauen werden.

Das zumindest stellt sich der Investor Martin Mönch vor. Im vergangenen Jahr hat der 36-jährige Bauingenieur das Gebäude gekauft. In Löbtau hat er ein Ingenieurbüro. Über Kaufsumme und Investitionskosten spricht er nicht, dafür aber über seine Pläne. So soll ab April einen Monat lang in der Ladenfläche an der Ecke zur Chemnitzer Straße gebaut werden. Hier hatte zuletzt das Café „Flora 27“ geöffnet. Der Besitzer hat einen neuen Standort an der Klingenberger Straße gefunden. Und die neuen Mieter für die alte Fläche stehen schon parat. Ab Mai wollen Stephan Fröhlich und seine Partnerin Annett Winkelmann eine Brasserie öffnen. Dort soll es verschiedene Weine und mediterrane Küche geben.

Bis es so weit ist, soll aus den bisher drei Räumen einer werden. Der bekommt einen neuen Holzdielenfußboden. Der Natursandstein in den Wänden wird teilweise freigelegt. Und die Küche wird neu gestaltet. Zudem ist ein Durchgang zur benachbarten Suppenbar „Genussmanufaktur“ geplant. Die Betreiber wollen zusammenarbeiten. „Tagsüber können die Gäste der Suppenbar bei uns sitzen“, sagt Annett Winkelmann. 28 Sitzplätze gibt es in der Brasserie. Und abends bietet die Fläche der Suppenbar Platz, wenn in der Brasserie größere Veranstaltungen geplant sind. Dazu kommt, dass beide Läden auch die Terrasse an der Bienertstraße zusammen nutzen. Hier gibt es noch einmal 35 Sitzplätze.

Diese Zusammenarbeit ist für Martin Mönch die Basis für seine Idee einer neuen Plauener Kultkneipe. Denn mit beiden Betreibern hat das Zollhaus künftig sieben Tage in der Woche auch abends geöffnet. Während die Suppenbar am Wochenende geschlossen und ansonsten bis 17 Uhr geöffnet hat, ist die Brasserie am Montag und Dienstag geschlossen, während sich das Geschäft auf die Abendstunden konzentriert. „Hier können die Gäste gemütlich den Feierabend genießen“, sagt Stephan Fröhlich. Er selbst wohnt in Strehlen. „So etwas fehlt in Plauen“, sagt er.

Für Investor Martin Mönch geht der Bau nach der Eröffnung der Brasserie weiter. Dann soll der alte Saal links neben der Suppenbar umgebaut werden. Noch ist der in schlechtem Zustand. Parkett und Wände müssen aufgearbeitet werden. Eine separate Tür fehlt. Zur Ladenfläche ist eine zweite Etage geplant. Die soll über eine neue Treppe erreichbar sein. Einen Interessenten dafür gibt es bereits. Im Spätsommer soll ein Kindermodeverkauf öffnen.

Bis 2016 will Martin Mönch weiter am denkmalgeschützten Zollhaus arbeiten. Dach und Fassade müssen erneuert werden. Das ist in zwei Jahren geplant. Im ersten Stock sowie im Dach soll es jeweils eine große Wohnung geben. Schon in diesem Mai könnten die ersten Mieter einziehen. Das sollen vor allem junge Leute sein. „Im ersten Stock wird eine große Vierer-WG gebaut“, sagt Martin Mönch. Das Hinterhaus ist ebenfalls noch unsaniert, genau wie der Weinkeller unterhalb der Suppenbar. „Stück für Stück soll das Zollhaus wieder schön werden“, sagt der Investor.