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Investor will Geld in Manufaktur stecken

Eine Beteiligungsgesellschaft aus der Nähe von Mannheim hat Sachsen einen dreistelligen Millionenbetrag geboten.

Von Peter Anderson

Meißen/Walldorf. Die German Brands Gruppe aus Walldorf bei Mannheim würde den Wachstumskurs der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen mit einer hohen Summe unterstützen. In einem Bericht der Süddeutschen Zeitung von gestern heißt es dazu, das Unternehmen habe dem Finanzministerium in Dresden einen dreistelligen Millionenbetrag offeriert. Finanzminister Georg Unland (CDU) liege ein entsprechender Brief seit März vor. Wegen Terminproblemen sei es bislang noch nicht zu einem direkten Gespräch zwischen den Investoren und der Staatsregierung gekommen.

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Hintergrund des Angebots sind Pläne, die Manufaktur zu einem der führenden deutschen Luxuswaren-Hersteller zu entwickeln. Dazu braucht die Geschäftsführung dringend Geld. Während von 1990 bis 2008 im Schnitt rund 900 000 Euro Steuergeld pro Jahr in die Manufaktur flossen, verschlingt die vom Freistaat abgesegnete Strategie von Meissen-Chef Christian Kurtzke bisher durchschnittlich drei Millionen Euro Steuergeld jährlich.

Lizenzen werden vergeben

„Wir haben mit der Übernahme und Neuausrichtung von einem Geschäftsbereich der Marke Telefunken bewiesen, dass wir das können“, zitiert die Süddeutsche Uwe Freund, den Aufsichtsrat und Generalbevollmächtigten der German Brands Gruppe. Das Beispiel Telefunken zeigt das Grundprinzip auf. Der traditionsreiche Name wird als Aushängeschild genutzt, um mit seiner Hilfe Produkte, die dem „Wertekodex der Marke“ entsprechen, besser verkaufen zu können.

Ähnlich wird auch bei der Marke „Meissen Couture“ darauf geachtet, dass die darunter firmierenden Möbel, Kleider und Stoffe dem Qualitätsanspruch von Meissener Porzellan entsprechen und dem Erbe des über 300-jährigen Unternehmens verpflichtet bleiben.