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Ironman Markus Thomschke ist in der Weltklasse angekommen

Beim IM Western Australia wird der Friedersdorfer sensationeller Zweiter. Die Qualifikation für die WM auf Hawaii rückt ganz nahe.

Von Frank Oehl

Das war ein Rennen! Auch in der Lausitzer Heimat haben in der Nacht zu gestern viele Triathlon-Fans am Live-Ticker das letzte Ironmanrennen des Jahres verfolgt, um Markus Thomschke vom OSSV Kamenz die Daumen zu drücken. Und das hat geholfen! Der Friedersdorfer belegte einen sensationellen zweiten Platz und ist damit zum ersten Mal in seiner dreijährigen Profikarriere auf dem Treppchen einer renommierten Langdistanzstrecke über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen gelandet. Nach Platz 4 beim Ironman in Wales hat sich der 29-Jährige nun beim Ironman in Westaustralien in der absoluten Weltspitze etabliert. Dies drückt sich auch in seiner Rennzeit aus: 8:16 Stunden. Das ist natürlich auch eine persönliche Bestleistung für Markus. „Mein bisher stärkstes Rennen, ich bin überglücklich“, mailte er gleich nach dem Rennen, noch bevor er sein Rad aus der Wechselzone geholt hatte, an die SZ.

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Dabei war es nur „durchwachsen“ losgegangen, wie er schreibt. Die besten Schwimmer legten zum OSSV-Crack, der sich zuletzt im Becken stark verbessert gezeigt hatte, etwa sechs Minuten Abstand. Das bedeutete unter den mehr als 1 800 Startern, darunter etwa 20 Profi-Männern, immerhin auch einen guten 32. Platz. Danach aber begann die große Aufholjagd. Gemeinsam mit dem Australier Matty White, der am Ende Fünfter wurde, kämpfte sich Markus mit der drittbesten Radzeit und einem Schnitt klar über 40 km/h bis auf Platz 5 vor. Zu diesem Zeitpunkt waren die beiden Top-Favoriten Andreas Raelert (Rostock) und Luke Bell (Australien) schon verletzungsbedingt ausgeschieden. Für Raelert, dem besten deutschen Langstreckler der letzten Jahre, wird es nun langsam eng mit der WM-Quali, da er ja auch schon auf Hawaii ausgestiegen war.

Dass Markus ein außergewöhnlicher Radfahrer ist, weiß in der Lausitz jeder Sportinteressierte. In Busselton hat er nun aber auch über die Marathondistanz die letzten Zweifler eines Besseren belehrt. Von Anfang an spulte er die Kilometer wie ein Uhrwerk ab – immer mit einem Kilometerschnitt um die vier Minuten. Am Ende war es ein Schnitt von 4:03, und zum ersten Mal knackte Markus die Drei-Stunden-Marke. Und wie! Nach Gesamtsieger Jeremy Jurkiewicz aus Frankreich, der sich einen Monat lang in Australien sogar mit Familie auf das Rennen in Busselton vorbereitet hatte, schaffte der OSSV-Mann mit 2:51:23 die zweitbeste Laufzeit. Ebenfalls Weltklasse! Vor allem das Wie begeisterte die Fans. Als David Dellow zur Hälfte des Laufes attackierte, blieb Markus ganz ruhig zurück. Ab Kilometer 30 war er dann viel schneller als der Australier und nahm ihm bis ins Ziel noch über drei Minuten ab.

Neben dem Preisgeld, das ein Profi natürlich braucht, um die erheblichen Reisekosten zu bestreiten, kann sich Markus nun über weitere 1 600 Punkte im sogenannten Kona-Ranking freuen. Damit hat er jetzt 2 560 Punkte auf dem Konto, was Rang 18 bedeutet. Bekanntlich erwerben die besten 50 Männer-Profis bis Ende August 2014 das Startrecht auf Hawaii. Markus liegt klar über Plan und könnte im Sommer bei zwei Halbdistanzen weitere Punkte sammeln, ohne sich wie 2012 verschleißen zu müssen. Zunächst aber ist eine Saisonpause zur Regeneration angesagt. „Ich freue mich darauf. Und auf zu Hause.“