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Ironman Markus Thomschke will in Westaustralien punkten

In der Nacht zu Sonntag strebt der Friedersdorfer Triathlon-Profi einen Top-Ten-Platz an. Es geht wieder um die WM-Qualifikation.

Von Frank Oehl

Wenn sich der gemeine Mitteleuropäer am kommenden Samstagabend auf der Couch oder an der Bar rekelt, ist der letzte Rest Gemütlichkeit für Triathlon-Profi Markus Thomschke gerade vorbei. Der OSSV-Crack steigt dann – um 5.30 Uhr Ortszeit – ins Wasser vor Busselton in Westaustralien. Das ist nicht nur ein Zeitunterschied – da prallen grundverschiedene Lebenswelten aufeinander. Der 29-jährige Friedersdorfer will im kommenden Jahr zur Weltmeisterschaft nach Hawaii. Dazu braucht er Punkte im sogenannten Kona-Ranking. 960 hat er schon nach seinem starken 4. Platz beim Ironman Wales im September. Vielleicht können jetzt noch einmal so viele dazukommen?

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Das wäre ein Ding! Dann hätten sich die harten Trainingslager der letzten Wochen und die Reisestrapazen gelohnt. Mit ein paar Stunden Verspätung waren Markus und sein Manager Ingo Gabriel Ende November glücklich in Perth gelandet. Inzwischen hat man den Jetlag überwunden und erste Trainingseinheiten vor Ort absolviert. „Meine Form ist so gut wie noch nie“, schreibt Markus aus Busselton. An den Schwimmzeiten im Becken, den Wattwerten und dem Körpergefühl beim Radfahren sowie den Geschwindigkeiten beim Laufen könne er das festmachen. Auf alle Fälle ist der OSSV-Triathlet gesund und munter, was schon mal eine gute Voraussetzung ist.

Die Form hat er sich zuvor auf Mallorca und zuletzt auf Fuerteventura geholt. Wer in der Weltspitze mithalten will, muss dem trainingsunfreundlichen Wetter möglichst aus dem Wege gehen. Das scheint gelungen zu sein. „Ich habe eine gute Athletik entwickelt und mein Gewicht noch ein wenig reduzieren können.“ Dass dies eine schwierige Gratwanderung sein kann, hat im Oktober auf Hawaii Mitfavorit Andreas Raelert erfahren müssen, der erstmals in seiner Karriere das Ziel in Kona nicht erreichte. Auch der Rostocker braucht nun Punkte für die WM 2014, und so treffen Markus und er als einzige deutsche Männerprofis vor der Westküste Australiens aufeinander.

Gerade das könnte ein guter Ansporn für Markus sein. „Andreas ist natürlich klarer Favorit. Aber auch Vorjahrssieger Jimmy Johnson aus Dänemark, der IM-Wales-Sieger von 2011 Jeremy Jurkiewicz aus Frankreich und einige Australier sind von der Papierform sicher stärker als ich“, schreibt der Friedersdorfer. Was schlussfolgert er daraus? „Ich werde wohl ein bisschen Risiko gehen müssen, was auch von der Tagesform abhängt.“ Vor allem das Schwimmen werde eine echte Herausforderung werden. Markus geht von einem sehr schnellen Kraulen aus, da unter den 26 Profimännern mindestens zehn Spitzenschwimmer sind. „Da im Meer mit Neoprenanzug geschwommen wird, hoffe ich auf einen ähnlichen Abstand zur Spitze wie zuletzt in Wales. Dann wäre vieles noch möglich.“ Womöglich kann sich Markus schon im Meer längere Zeit an Raelert orientieren, der zuletzt ein bisschen an Spritzigkeit und Zugkraft im Wasser eingebüßt hat, was auch mit seinem starken Austrainiertsein zusammenhängen mag.

Etwas Sorge machen sich die Athleten, weil sie vor Busselton nicht nur in ein sportliches, sondern auch in ein wortwörtliches Haifischbecken springen. „Der Veranstalter gibt sich große Mühe mit Hubschraubern und Booten, aber so richtig sicher fühlt sich keiner von uns, zumal das Schwimmen 1,9 Kilometer hinaus aufs Meer führt.“ Bislang freilich hat es noch nie Angriffe von Haien auf Triathleten gegeben. Und das wird gewiss auch am Wochenende so bleiben. Good luck, Markus!