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Ist die Nationalmannschaft schlecht für Dynamo?

Drei Spieler sind diese Woche in Europa unterwegs. Gut für sie - aber auch für die Mannschaft? Nachgefragt bei Dzenis Burnic und Cristian Fiel.

Spielt für Deutschland: Dynamos Dzenis Burnic.
Spielt für Deutschland: Dynamos Dzenis Burnic. © dpa/Robert Michael

Einerseits ist es eine große Ehre. Für die Spieler sowieso, aber auch für den Verein. Andererseits können Länderspiel-Einsätze tatsächlich ein Problem sein, schließlich verpassen die Profis eine – sowohl physisch als auch taktisch – intensive Trainingsperiode mit ihrer Mannschaft. Von Dynamo ist gerade ein Trio unterwegs: Dzenis Burnic (U21) und Kevin Ehlers (U19) für deutsche Nachwuchsteams, Luka Stor bei der slowenischen U21.

Sie werden erst Mitte dieser Woche in Dresden zurückerwartet, währen die Vorbereitung auf die nächste Zweitliga-Partie beim VfL Bochum am Sonntag bereits läuft. „Darüber brauche ich nicht nachzudenken“, sagt Cristian Fiel. Selbst wenn der Trainer ein Vetorecht hätte, würde er darauf verzichten. „Mann“, sagt der 39-Jährige, Ich war selber Spieler, mir ist es verwehrt geblieben. Wäre ich für die Nationalmannschaft nominiert worden, hätte ich von mir aus drei Punktspiele verpasst. Ich wäre auf jeden Fall hingefahren.“

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Es mag Ausnahmen geben, aber es sind dann eher ältere Spieler, die solche Einladungen ausschlagen, um sich den Reisestress zu ersparen. Für aufstrebende Talente ist dagegen jede Berufung eine Chance. „Natürlich ist es mir sehr wichtig, auf der internationalen Ebene Fußball zu spielen. Ich freue mich, dass ich hier bin“, sagt deshalb Burnic. Der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler hat beim Test der U21 gegen Griechenland eine Halbzeit gespielt und gute Chancen, am Dienstag in der EM-Qualifikation in Wales in der Startelf zu stehen.

Luka Stor hält via WhatsApp Kontakt zu Christian Fiel.
Luka Stor hält via WhatsApp Kontakt zu Christian Fiel. © Lutz Hentschel

„Ich bin auf jeden Fall komplett im Rhythmus. Wenn du auf einem so hohen Niveau mit den Top-Spielern deines Jahrgangs trainieren kannst, bringt dich das auf alle Fälle weiter“, sagt Burnic. Zu Trainer Stefan Kuntz schaue er schon wegen dessen Spielerkarriere auf. Er gebe viele wichtige Tipps fürs taktische Verhalten und für Laufwege. „Da kann ich noch viel lernen.“

Zudem muss Burnic in der Nachwuchsauswahl zwangsläufig eine noch größere Verantwortung übernehmen als bei Dynamo. Er ist zwar wie 18 andere durch den Jahrgangswechsel erst neu dabei, aber es gibt eben dadurch auch keine erfahreneren Führungsspieler. „Ich versuche immer, für die anderen eine Hilfe zu sein“, sagt er. Für seine Entwicklung können diese Erfahrungen sehr wertvoll sein – und so profitiert auch Dynamo davon.

Das ist – abgesehen von dem besonderen Erlebnis, für sein Land zu spielen – ein großes Plus. „Deshalb würde ich nie, nie, nie zu irgendeinem Spieler sagen, du fährst da nicht hin oder kommst früher zurück“, sagt Fiel. Er halte mit den Spielern via WhatsApp Kontakt, bei ihnen sei alles okay. Also auch bei Luka Stor. Dem Neuzugang hätte das Training in Dresden und das Testspiel gegen Halle vorige Woche sicher geholfen, bei Dynamo besser ins Mannschaftsgefüge zu finden, das Spielsystem zu verinnerlichen. Doch der Slowene kommt mit einem internationalen Einsatz zurück, hat am Sonntag beim 2:2 gegen Frankreich eine halbe Stunde gespielt.

Kevin Ehlers ist vertraglich bis 2023 an Dynamo gebunden.
Kevin Ehlers ist vertraglich bis 2023 an Dynamo gebunden. © Lutz Hentschel

Für Kevin Ehlers war es sogar der erste Ausflug zu einer Nationalmannschaft. Der Verteidiger hat auf Anhieb den Sprung aus der A-Jugend ins Profi-Team geschafft, alle bisher fünf Partien in der zweiten Liga von Anfang bis Ende bestritten. Und nun seine ersten Länderspiele gehabt: eine halbe Stunde gegen Spanien (1:1) sowie von Anfang an bis zur 75. Minute gegen England (1:0) am Montag. Wenn er so weitermacht, „werden Anfragen nicht ausbleiben“, weiß Sportgeschäftsführer Ralf Minge.

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Das ist zweifellos ein weiterer Nebenaspekt bei den Auswahl-Einsätzen, wenngleich aus Vereinssicht kein besonders wünschenswerter: Die Spieler werden noch genauer beobachtet. Im Falle Ehlers hat Minge allerdings vorgesorgt und ihn mit einem Vertrag bis 2023 ausgestattet – ohne eine Ausstiegsklausel. Dynamo würde bei einem Wechsel zumindest finanziell ordentlich entschädigt.

Zunächst aber geht es für ihn wie für die beiden anderen Auswahlspieler darum, die internationale Erfahrung im Klub einzubringen. „Bei der Nationalmannschaft versuchst du, alles aufzusaugen. Das Selbstbewusstsein nimmt man mit“, sagt Burnic.

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