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Ist die Riesenantenne noch zu retten?

Der Förderverein kämpft weiter für das Wilsdruffer Wahrzeichen. Zu dessen Erhalt soll jetzt eine Studie erarbeitet werden.

Sabine Neumann ist optimistisch, dass sie den für dieses Jahr geplanten Abriss der Wilsdruffer Riesenantenne verhindern kann.
Sabine Neumann ist optimistisch, dass sie den für dieses Jahr geplanten Abriss der Wilsdruffer Riesenantenne verhindern kann. © Karl-Ludwig Oberthuer

Noch steht die Wilsdruffer Riesenantenne. Sabine Neumann gibt sich optimistisch, dass das auch so bleibt. Und dafür tut die junge Frau auch etwas. Erst vor wenigen Tagen warb sie zusammen mit Unterstützern auf dem Wilsdruffer Wochenmarkt um neue Mitglieder für den Förderverein Funkturm, der sich seit seiner Gründung für den Erhalt dieser Anfang der 1950er-Jahre gebauten Anlage einsetzt. „Wir konnten zwei neue Mitglieder gewinnen“, sagt die junge Frau. Die Wilsdrufferin und der Freitaler seien gezielt an den Stand gekommen, in den Verein einzutreten. Inzwischen hat der im Mai dieses Jahres gegründete Verein 36 Mitglieder.

In den vergangenen Wochen hat der Verein einige Vorschläge gemacht, wie das seit 2013 ungenutzt stehende technische Denkmal genutzt werden kann. Allerdings wurde das in keinen Fall fundiert begründet. „Das wollen wir jetzt nachholen“, kündigt Sabine Neumann an. Deshalb möchte ihr Verein eine Studie in Auftrag geben.

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Die Idee dazu hatte Vorstandsmitglied Jörg Weidehaas. Er wohnt in Elterlein im Erzgebirge, leitet den Landesverband Sachsen des Deutscher Amateur Radio-Clubs und gehört seit der Gründung dem Förderverein an. Auch ihm liegt der Erhalt der Wilsdruffer Sendeanlage am Herzen. Der 54-Jährige regte an, eine Machbarkeitsstudie anzufertigen. Mit deren Hilfe soll zunächst ermittelt werden, was von den Anlagen des früheren Funkamtes Dresden noch da ist, was verloren gegangen ist und was zu ersetzen ist. Zudem sollen alle Ideen einer möglichen Nachnutzung geprüft werden, ob sie sich auch umsetzen lassen.

„Dabei sollen Experten von Universitäten eingebunden werden“, erklärte Weidehaas. Näher betrachtet werden soll zum Beispiel, ob und wie die Anlage für den Schülerfunk genutzt werden kann. Auch eine Nutzung als Notfunkanlage und als Museumskomplex soll untersucht werden.

Weil so eine Studie nicht ganz billig ist, hofft der Verein auf eine Förderung über das Leaderprogramm Silbernes Erzgebirge. Den Antrag dazu habe man bereits Mitte September abgegeben, sagt Jörg Weidehaas. Er ist überzeugt, dass man mit so einer Studie in Hand als Verein anders wahrgenommen wird. „Unser Problem ist, dass uns die Anlage nicht gehört“, sagt Weidehaas. Denn die Besitzverhältnisse sind kompliziert – ein Ergebnis der Privatisierung der Deutschen Bundespost, die die Anlage zunächst nach der Wiedervereinigung übernommen hat. Der Turm gehört gegenwärtig der Kölner Firma Media Broadcast, das Häuschen darunter der Telekom-Tochter Deutsche Funkturm und das Land drumherum einem Privatmann.

Noch ist die 153 Meter hohe Antenne ein Wahrzeichen von Wilsdruff.
Noch ist die 153 Meter hohe Antenne ein Wahrzeichen von Wilsdruff. © Andreas Weihs

Weidehaas weiß, dass er mit seinem Vorschlag, eine Machbarkeitsstudie zu erarbeiten, spät dran ist. Denn der Besitzer der Antenne, die Media Broadcast, möchte die Riesenantenne bis zum Jahresende abreißen. „Ich hoffe, dass die Firma das nicht schafft.“ Ähnlich denkt auch Sabine Neumann. Die Limbacherin rechnet damit, dass Media Broadcast die Auflagen des Denkmalschutzes bis dahin nicht erfüllen kann. „Die Auflagen sind hoch“ weiß sie. Deshalb bestehe Hoffnung, in letzter Minute eine Lösung zum Erhalt zu finden. Schließlich gebe es die Abrissgenehmigung nur, wenn alle Auflagen erfüllt sind.

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Aufseiten der Media Broadcast gibt man sich indes optimistisch. Alle erforderlichen Unterlagen seien bei den zuständigen Behörden eingereicht worden, erklärt ein Sprecher von Media Broadcast auf SZ-Anfrage. Nun arbeite das Unternehmen daran, die Auflagen der Abbruchgenehmigung zu erfüllen. Der technische Ablaufplan soll bei einem Ortstermin geklärt werden. Dort soll auch besprochen werden, wie es gelingen könnte, dass das als Gartendenkmal geschützte Areal so wenig wie möglich Schaden nimmt, erklärte Landrat Michael Geisler (CDU) vor wenigen Tagen im Kreistag. „Nach Klärung der Detailfragen ist davon auszugehen, dass durch die Denkmalbehörden die Freigabe zum Abbruch des Antennenmastes erteilt werden wird“, so Geisler. Die Media Broadcast hält weiter an ihrem Plan fest. „Unser Ziel ist der Rückbau noch in diesem Jahr“, so der Sprecher auf SZ-Nachfrage.

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