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Ist dieses Haus zu retten?

Das Areal Am Plan ist ein Kleinod Pirnas. Wäre da nicht die eine unschöne Ecke. Für die gibt es nun aber Hoffnung.

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© Norbert Millauer

Von Alexander Müller

Wenn in Pirna über historische Gebäude gesprochen wird, dann steht da selbstverständlich die Altstadt im Vordergrund. Doch nicht nur rings um den Marktplatz gibt es Gebäude, die historisch wertvoll sind. Das Areal Am Plan etwa, freilich auch nur wenige Meter vom zentralsten Punkt Pirnas entfernt, kann ebenfalls mit Häusern aufwarten, die unter Denkmalschutz stehen und deren Abriss ein Frevel wäre.

Das Grundstück Am Plan 10 ist so eines. Es befindet sich im Erhaltungsgebiet Innenstadt innerhalb der historischen Schifftorvorstadt. Als markantes und städtebaulich wichtiges Eckgebäude ist es gleichzeitig auch das letzte unsanierte und ruinöse Gebäude des Ensembles am Plan, informiert Baubürgermeister Eckhard Lang die Stadträte in einer entsprechenden Beschlussvorlage. Das Rathaus würde die Sanierung der Immobilie gern fördern.

Im März hatte der Eigentümer einen Zuschuss an Städtebaufördermitteln für die komplette Modernisierung und Instandsetzung des Gebäudes beantragt. Investor ist Ralf Böhmer, der mit seinem Pirnaer Unternehmen auch das benachbarte Areal auf der ehemaligen Keramikfabrik entwickelt und neu bebaut hat. Unterstützt wurde das Vorhaben bereits seinerzeit von der Fraktion aus SPD und Grünen im Stadtrat, die ihrerseits einen entsprechenden Antrag einbrachte.

Und möglich ist eine finanzielle Hilfe durchaus – zumindest rein theoretisch. Das Gebäude liegt in dem förmlich festgelegten Erhaltungsgebiet „Innenstadt“ und somit dem Fördergebiet „Städtebaulicher Denkmalschutz“. Das Zeitfenster für das Fördergebiet endet allerdings im Jahr 2017. Undder Fördertopf wurde 2013 letztmalig aufgefüllt. Die bis zum Jahr 2017 bereits bewilligten Summen waren zum damaligen Zeitpunkt, also vor rund zwei Jahren, vollständig mit anderen Maßnahmen untersetzt. Aus diesem Grund konnte dem Eigentümer seinerzeit kein Zuschuss in Aussicht gestellt werden.

Inzwischen wurde aber eine dieser anderen Maßnahmen, und zwar die am Hausberg, beendet. Aufgrund günstigerer Ausschreibungsergebnisse und anderer Einsparungen sind dort noch knapp 80 000 Euro übriggeblieben. Da man zuvor aber davon ausgegangen war, dass keine Gelder mehr frei sind, hatte man auch keine große Investorensuche für etwaige weitere Projekte mehr gestartet, berichtet Baubürgermeister Eckhard Lang. Die jetzt nun doch noch freien Mittel müssen aber wiederum zeitnah verbaut werden und können nur an ein bereits vorbereitetes Vorhaben vergeben werden. Und genau hier liegt die große Chance für das Gebäude Am Plan 10.

Bei diesem Objekt sei nicht nur die zeitnahe Umsetzung des Vorhabens möglich. Sondern mit dem Geld könnte ein auf der Maßnahmenliste verbliebenes städtebaulich und kulturhistorisch wichtiges Gebäude bei der Sanierung unterstützt werden. Das ist die Argumentation der Stadtverwaltung. Morgen entscheiden die Stadträte, die einen Sitz im Bauausschuss haben, ob sie das genau so sehen und knapp die 80 000 Euro für die Rettung der Immobilie in der Schifftorvorstadt geben.

Die Pläne dafür existieren bereits. Nun muss geschaut werden, ob der Zuschuss reicht. Eine denkmalgerechte Sanierung ist bekanntlich teuer. Allerdings dürften auch die Denkmalschützer vielleicht kompromissbereiter sein, wenn die einzige Alternative zum Umbau ein weiterer Verfall oder gar der Abriss des Gebäudes wäre.

Dessen historische Bedeutung hob zuletzt Albrecht Sturm vom Kuratorium Altstadt während einer Sitzung des Stadtrats hervor. Auch er sprach sich damals für eine Förderung dieses Objektes aus.