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Ist eine Kugelbombe explodiert?

Der Vorfall zu Silvester in der Löbauer Polizeiwache war größer als zunächst angenommen. Und das Geschoss ist streng verboten.

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Löbau. Die Explosion im Löbauer Polizeistandort in der Silvesternacht hat deutlich größere Ausmaße als bislang bekannt. Nach SZ-Informationen hat der pyrotechnische Gegenstand, von dem die Polizei offiziell spricht, Sprengkraft gehabt: Es war offenbar eine Kugelbombe, die in den letzten Minuten des Jahres 2013 ein Unbekannter zum Polizeigebäude brachte. Dort klingelte er an der verschlossenen Tür, teilt Polizeisprecher Thomas Knaup mit. Ein Beamter öffnete die Tür und ließ den Mann in den Vorraum. Dort hat der Besucher nach Polizeiangaben den Gegenstand gezündet.

Bei der Explosion wurde ein Beamter verletzt. Durch die Explosion hat offenbar sein Gehör gelitten. Ein Arzt habe ihn für einige Tage arbeitsunfähig geschrieben.

Welche Folgen Kugelbomben für Menschen haben können, zeigt aber ein Fall, der sich ebenfalls in der jüngsten Silvesternacht ereignet hat – nicht in der Oberlausitz, aber im Schwarzwaldstädtchen Nagold, das südwestlich von Stuttgart liegt. Dort ist ein 31 Jahre alter Mann bei der Explosion einer Kugelbombe ums Leben gekommen, wie der „Schwarzwälder Bote“ berichtete. Laut dem Bericht hatte der Mann die Kugelbombe mit zu einer privaten Silvesterfeier gebracht. Als er sie zünden wollte und noch an dem Feuerwerkskörper hantierte, explodierte die Kugelbombe. Der Mann starb noch am Unfallort.

In Löbau scheint die Sache einigermaßen glimpflich ausgegangen zu sein, dennoch wirft die Angelegenheit so einige Fragen auf. Auskünfte zu Konsequenzen aus diesem Vorfall gibt der Polizeisprecher nicht, sondern verweist bei Details auf die laufenden Ermittlungen. Kugelbomben sind kugelrunde Geschosse aus Pappe oder Plastik, die meist aus Asien kommen und in Deutschland nicht ohne Weiteres verwendet werden dürfen. Sie sind wegen ihrer Sprengkraft als besonders gefährliche Pyrotechnik eingestuft, dürfen nur im Freien und von Profis verwendet werden. (SZ)