SZ +
Merken

Ist es die letzte Saison für die Sesselbahn?

Die Altenberger werden jetzt vielleicht den letzten Versuch unternehmen, um die Doppelsesselbahn im Ortsteil Rehefeld-Zaunhaus zu retten. Sie wollen beim Forst beantragen, dass etwa 15Bäume auf der Abfahrtsstrecke am Fleischerhang gefällt werden.

Teilen
Folgen

Von Mandy Schaks

Die Altenberger werden jetzt vielleicht den letzten Versuch unternehmen, um die Doppelsesselbahn im Ortsteil Rehefeld-Zaunhaus zu retten. Sie wollen beim Forst beantragen, dass etwa 15Bäume auf der Abfahrtsstrecke am Fleischerhang gefällt werden. „Aber uns wurde schon signalisiert, dass wir nicht für alle die Genehmigung bekommen“, informierte Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) am Montagabend den Stadtrat. „Wenn es uns nicht gelingt, werden wir uns unterhalten müssen, wie wir perspektivisch weitermachen.“

Problem1: Sicherheit

Die Piste auf dem Fleischerhang sei eine der gefährlichsten in Deutschland, schätzte Bürgermeister Kirsten ein. Mitten auf der Abfahrtsstrecke stehen etwa 15Hindernisse in Gestalt von Bäumen. Seit 1992, als die Doppelsesselbahn damals noch unter Regie der eigenständigen Gemeinde Rehefeld gebaut worden ist, gebe es Bemühungen, Bäume aus dem Weg zu räumen. In Einzelfällen sei das auch gelungen. Doch für eine Gesamtlösung gibt es bislang keine Zustimmung, weil damit zu große Eingriffe in die Natur befürchtet werden.

Das Gebiet gilt als sensibel. Die Skihänge befinden sich auf dem Hemmschuh, der unter Naturschutz steht. Außerdem wurde dort noch ein Flora-Fauna-Habitat ausgewiesen, das europaweiten Schutz genießt. Kirsten fordert aber, auch entsprechend die Menschen zu berücksichtigen, die in Rehefeld ebenso eine Perspektive brauchen – sprich Arbeits- und Ausbildungsplätze.

Problem2: betreibung

Wenn die Bäume auf der Piste stehen, lässt sich auch der Hang nur schwer präparieren. Der Pistenbully muss quasi um die Bäume herum fahren, an denen sich aber gerade der Schnee sammelt durch Wind und die Abschwünge der Skifahrer. Der Hang lässt sich nicht so herrichten, wie es eigentlich erforderlich ist. Dadurch sei die Piste nach etwa drei bis vier Stunden derart zerfahren, dass die Gäste wieder ihre Heimreise antreten, sagte Thomas Kirsten.

Problem3: Kosten

Wenn die Sicherheit nicht gegeben ist und der Hang nicht einwandfrei präpariert werden kann, lässt sich auch die Doppelsesselbahn nicht wirtschaftlich betreiben. Obwohl Rehefeld als Kältepol im Osterzgebirge gilt, kann der Lift oft nicht fahren. Denn unter diesen Umständen ist es auch nicht möglich, den Hang mit Kunstschnee zu versorgen und das Sportgebiet weiter auszubauen.

So gibt es seit Langem die Überlegung, zusätzlich einen Schlepplift zu montieren, um bei Besucheransturm mehr Gäste den Hang hinauf transportieren zu können. Außerdem müsste so an Tagen mit weniger Resonanz nicht die kostenintensive Doppelsesselbahn in Betrieb sein, weil es mit dem Schlepplift eine Alternative gebe. „Wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen, brauchen wir Perspektiven“, sagte Kirsten. Sonst ist kein Geld damit zu verdienen. Im Gegenteil, Altenberg zahlt drauf, ist noch immer dabei, den Kredit für die Doppelsesselbahn abzustottern.

Wie soll es weitergehen?

Auf Initiative von Landtagsvizepräsidentin Andrea Dombois aus Paulsdorf hat es ein Gespräch mit Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (beide CDU) gegeben. Dem folgte noch ein Vor-Ort-Termin mit Vertretern des Forstes. Das Ergebnis ist aus Sicht von Kirsten ernüchternd: Die Stadt soll zwar einen Antrag zur Beseitigung der Bäume stellen, obwohl von vornherein klar sei, dass es nur die Genehmigung für wenige geben werde.

Deshalb wandte er sich jetzt erneut an Kupfer mit der Bitte, dem Antrag der Stadt zuzustimmen. Ansonsten werde Altenberg abwägen müssen, ob die Sesselbahn weiter betrieben werden kann oder sie eingestellt und abgerissen wird.